Sky-Kommentator Marcel Reif gibt BVB-Trainer Klopp eine Mitschuld

Nach Fan-Attacke

Im Auto attackiert, mit einem Bierbecher beworfen und verbal angegriffen - Fußballfans haben einen der bekanntesten deutschen Fußball-Reporter ins Visier genommen. Der wiederum erhebt Vorwürfe gegen den Dortmunder Trainer.

DRESDEN

04.03.2015, 16:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

TV-Journalist Marcel Reif ist auch einen Tag nach der Attacke von BVB-Fans noch entsetzt über die Anfeindungen beim Pokal-Achtelfinale in Dresden. "Seit gestern hat das eine neue Qualität, seitdem habe ich ein anderes Gefühl", sagte Reif am Mittwoch: "So einen Hass habe ich noch nicht gesehen." Der Sky-Reporter war unter anderem von einem Stadionbesucher mit einem Bierbecher beworfen worden.

Attacken und Bedrohungen

"Es geht nicht um den Bierbecher, damit kann ich leben", sagte der 65 Jahre alte Fußball-Kommentator. Viel schlimmer seien die verbalen Attacken und Bedrohungen. "Das kann man so nicht mehr akzeptieren, das geht weit über jedes Maß hinaus", erklärte Reif: "Das kam aus der Dortmunder Ecke."

Reif: BVB-Coach hat Mitschuld

Reif gab auch BVB-Trainer Jürgen Klopp eine Mitschuld: "Wenn man solche Sprüche macht, darf man sich nicht wundern, wenn so was passiert."

Klopp hatte auf eine Frage nach seiner Meinung zum Maskenjubel des Stürmers Pierre-Emerick Aubameyang im Derby geantwortet: "Ich fand den Jubel witzig. Der einzige, der ihn nicht witzig fand, war Marcel Reif. Aber der findet auch gar nichts mehr witzig."

Am Auto gerüttelt

Bereits am Samstag war Reif vor dem Revier-Derby zwischen Dortmund und Schalke 04 bedroht worden. Stadionbesucher hatten an seinem Auto gerüttelt und auf das Dach geschlagen. Seine Frau saß ebenfalls in dem Pkw. Die Polizei musste eingreifen und half dem mehrfach ausgezeichneten TV-Journalisten aus der bedrohlichen Situation.

"Das betrifft nicht nur mich, sondern auch die Kollegen", sagte Reif. "Da muss man Grenzen setzen, da ist auch der Verein gefragt", forderte der Reporter. Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke distanzierte sich vom Bierbecherwurf des Fans und sagte: "Das ist absolut nicht in Ordnung."

Watzke: "Verbindung zu Klopp ist abenteuerlich"

Zu Reifs Vorwurf gegen Klopp er: "Eine Verbindung zu Jürgen Klopp herzustellen, ist abenteuerlich. Jürgen wurde zum Batman-Jubel befragt und hat mit einem lustig gemeinten Spruch geantwortet. Da einen Zusammenhang herzustellen, ist absurd."

Erschrocken zeigten sich auch Reifs Kollegen. "Ob Bierdusche in Dresden oder der Angriff auf sein Auto in Dortmund, die Grenze des Zumutbaren ist überschritten", erklärte Sky-Sportchef Burkhard Weber: "Wohin soll das denn noch führen?"

Von dpa

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