So denkt Thomas Delaney über den verschärften Konkurrenzkampf beim BVB

rnBorussia Dortmund

Thomas Delaney geht in sein zweites BVB-Jahr. Die Konkurrenzsituation im Dortmunder Mittelfeld hat sich deutlich verschärft. Für den Dänen könnte es eng werden.

South Bend

, 20.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Es hat ein bisschen gedauert, bis Thomas Delaney so richtig in Amerika angekommen ist. „Heute ist der erste Tag, an dem ich mich gut fühle“, sagt er. Das ist am Donnerstagabend amerikanischer Ortszeit, also an Tag vier von sechs der BVB-Marketingreise durch die USA. Er reise wirklich gerne, sagt der Däne, habe keine Probleme mit dem Fliegen, „aber die Zeitverschiebung hat mir schon zu schaffen gemacht.“

Delaney redet nicht um den heißen Brei herum

Delaney erzählt das so, wie er meistens Dinge erzählt. Charmant, mit einem Grinsen im Gesicht, ehrlich. Er redet eben nicht um den heißen Brei herum, er weicht nicht aus. Auch nicht bei der Frage nach der neuen Konkurrenzsituation im BVB-Mittelfeld, das in Julian Brandt und Thorgan Hazard um zwei namhafte Optionen erweitert wurde. Es könnte eng werden für Delaney, vor allem dann, wenn sich Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre dazu entscheiden sollte, von zwei Mittelfeldspielern vor der Abwehr, auf die in der vergangenen Saison zumeist zurückgriff, auf nur noch einen Sechser zu setzen, um offensiv noch mehr Wucht zu entfalten.

„Ich sehe keinen Grund, warum ich nicht genauso viele Spiele machen sollte wie in der zurückliegenden Saison.“
Thomas Delaney

Doch Delaney nimmt die Situation sportlich. „Bei einem Klub wie Dortmund musst du damit rechnen, dass gute Spieler dazukommen, die in die erste Elf drängen“, sagt er. „Es wäre überraschend und wahrscheinlich sogar enttäuschend, wenn in der Sommerpause keine neue Konkurrenzsituation entstanden wäre.“ Entscheidend sei, dass der BVB am Ende als Klub besser werde, es gehe ums große Ganze und fast jeder Spieler müsse um seinen Platz im Team kämpfen. „Wir können diesen internen Konkurrenzkampf gut gebrauchen, auch wenn er den einen oder anderen Spieler vielleicht Spielminuten kostet.“

Der 27-Jährige, der sich selbst gerne als Fußball-Arbeiter bezeichnet, sagt das nicht einfach nur so. Er meint es auch wirklich. Der Erfolg der Mannschaft steht für ihn über allem, auch das war einer der Gründe, warum BVB-Sportdirektor Michael Zorc ihn im Sommer 2018 für rund 20 Millionen Euro aus seinem Vertrag bei Werder Bremen herausgekauft hat. Delaney ist Teamplayer durch und durch - und er gibt der Mannschaft eine eigene Form von Qualität, auch wenn er mit Sicherheit bei Weitem nicht der beste Fußballer in Favres Kader ist. Mentalitätsspieler heißt es gerne, wenn man nach Delaneys Bedeutung für den BVB fragt.

38 Delaney-Einsätze in der Saison 18/19

Auch deshalb geht der dänische Nationalspieler selbstbewusst in sein zweites Jahr beim BVB. „Ich sehe keinen Grund, warum ich nicht genauso viele Spiele machen sollte wie in der zurückliegenden Saison“, sagt er. „Als ich in Dortmund unterschrieben habe, war ich nicht sicher, ob ich zehn oder 35 Spiele machen würde. Mir wurde nichts versprochen.“ Am Ende wurden es weder zehn noch 35. Es wurden 38. Nur in sieben Partien der vergangenen Saison stand Delaney nicht auf dem Rasen, einmal wegen einer Gelbsperre, viermal wegen kleinerer Verletzungen, nur zweimal saß er gesund und spielberechtigt die vollen 90 Minuten auf der Bank.

So denkt Thomas Delaney über den verschärften Konkurrenzkampf beim BVB

In der vergangenen Saison war Delaney unter Lucien Favre unangefochtener Stammspieler. © imago

Und es gibt noch ein weiteres Argument, das für Delaney spricht. Er weiß, wie es ist, wenn das klare und vorgegebene Ziel die Meisterschale ist. In seiner Zeit beim FC Kopenhagen, als er fünfmal dänischer Meister wurde, war es nicht anders. „Wir sollten Borussia Dortmund nicht mit dem FC Kopenhagen vergleichen“, sagt er, „aber am Ende ist es auf mentaler Ebene tatsächlich ähnlich.“ Er begrüße die Zielvorgabe der Bosse, sie bedeute Verantwortung, auch für die jungen Spieler. „Und für uns ist das ein natürlicher Schritt. Wir haben vieles zum Guten verändert in der vergangenen Saison, wir haben uns auf vielen Ebenen verbessert, auch wenn wir immer noch viel zu verbessern haben.“ Delaney will seinen Teil auf dem Weg zum großen Ziel beitragen. Egal, wie groß die Konkurrenz ist. Intern und extern.

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