Dieser Kader der BVB-U23 ist im Sommer Regionalliga-Meister geworden. Einige Kicker haben die Mannschaft aber verlassen. Wo spielen sie jetzt - und wie ergeht es ihnen dort? Wir haben mal nachgesehen. © Thomas Bielefeld
Borussia Dortmund II

So schlagen sich die U23-Meisterhelden: Einer spielt in der Bundesliga, einer im Amateurfußball

Das war auf jeden Fall das Jahr der BVB-U23 und ihres Trainers Enrico Maaßen. Gemeinsam feierten Trainer und Spieler den Drittliga-Aufstieg. Einige Akteure zog es danach aber weg. Wie läuft es bei den neuen Klubs?

Was war das für eine erfolgreiche Saison für die U23 von Borussia Dortmund: Im Sommer setzte sich der BVB II in einem Thriller gegen RW Essen durch, wurde Regionalliga-Meister und stieg bekanntlich in die 3. Liga auf. Einige der Meisterhelden spielen jetzt allerdings nicht mehr für den BVB, sondern sind zu anderen Klubs gewechselt. Wie ergeht es ihnen dort? Wir haben die wichtigsten Informationen einmal zusammengetragen.

Taylan Duman: Der 24-jährige Mittelfeldspieler ist im Sommer in die 2. Bundesliga gewechselt und kickt dort nun für den 1. FC Nürnberg. Der Mittelfeldakteur, der wegen eines Muskelfaserrisses und eines Muskelbündelrisses große Teile der Rückrunde der Regionalliga-Meister-Saison der U23 verpasste, ist fit und hat auch schon seine ersten Minuten für den 1. FC gesammelt.

Taylan Duman geht nun für den 1. FC Nürnberg auf Torejagd. © imago images/Passion2Press © imago images/Passion2Press

Sieben Mal kam er in der 2. Bundesliga bislang zum Einsatz, zumeist allerdings nur als Einwechselspieler. In den vergangenen beiden Partien des Tabellenfünften gegen Hamburg und Hannover kam Duman nicht zum Einsatz. Dafür kommt er im DFB-Pokal auf einen Treffer. Am 7. August erzielte Duman beim 1:0 beim SSV Ulm den Siegtreffer.

Alaa Bakir: Alaa Bakir hat große Teile seiner Laufbahn für Borussia Dortmund absolviert. Im Sommer entschloss sich der gerade einmal 20-jährige Offensivspieler zu einem neuen Schritt. Bakir wollte seine Karriere in eine andere Richtung lenken und wechselte zum Drittligisten MSV Duisburg, also zum Ligakonkurrenten der U23. Dort ist er zwar Stammspieler, doch so richtig nach den Vorstellungen Bakirs und der Duisburger läuft es noch nicht.

Für Alaa Bakir und den MSV Duisburg läuft es in Liga 3 noch nicht so wirklich rund. © imago images/Team 2 © imago images/Team 2

Der Klub steht nach elf Spieltagen auf Tabellenplatz 17, also einem Abstiegsplatz. Und auch das direkte Duell gegen seinen Ex-Klub verlor Bakir deutlich. Mit 1:4 hatten Bakir und Co. beim BVB II am 29. August das Nachsehen. Auf einen Pflichtspieltreffer für die Zebras wartet Bakir noch, dafür hat er aber immerhin schon zwei Tore vorbereitet.

Patrick Osterhage: Sogar in die Bundesliga ging es im Sommer für Patrick Osterhage. Der 21-Jährige wechselte zum 1. Juli zum Aufsteiger VfL Bochum – mit bislang überschaubarem Erfolg. Lediglich in einem Bundesliga-Spiel kam der Mittelfeldmann zum Einsatz – beim 0:3 bei RB Leipzig am 7. Spieltag.

Osterhage fühlt sich besonders im zentralen Mittelfeld wohl.
Osterhage fühlt sich besonders im zentralen Mittelfeld wohl. © Stephan Schütze © Stephan Schütze

Für acht Minuten stand Osterhage, der in der Meister-Saison der U23 häufiger wegen Knieproblemen passen musste, bislang auf dem Bundesliga-Rasen. Da ist definitiv noch Luft nach oben.

Henri Weigelt: Schon 966 Minuten hat Henri Weigelt für seinen neuen Klub in der aktuellen Saison absolviert, stand in allen bisherigen Meisterschaftspartien auf dem Platz. Der TSV Steinbach-Haiger, der vom Dortmunder Trainer Adrian Alipour gecoacht wird, hat ihn vornehmlich auf der Innenverteidiger-Position neben Kapitän Benjamin Kirchhoff eingesetzt – mit Erfolg.

Henri Weigelt ist beim TSV Steinbach-Haiger in der Innenverteidigung gesetzt. © imago images/Oliver Vogler © imago images/Oliver Vogler

Steinbach steht auf Rang zwei der Tabelle der Regionalliga Südwest und stellt mit acht Gegentreffern die zweitbeste Verteidigung der Liga. Neben seiner guten Defensivleistung erwies sich Weigelt auch einmal schon als treffsicher. Beim 3:1-Erfolg in Gießen am 25. September traf er zur Führung.

Aday Ercan: Aday Ercan hat die BVB-U23 in diesem Sommer nicht komplett verlassen, sondern erst einmal nur für eine Spielzeit. Der 21-Jährige, der beim BVB im zentralen Mittelfeld gekickt hat, ist leihweise zum Regionalligisten SV Rödinghausen gewechselt, auch, um Spielzeit zu sammeln. Das klappt soweit gut.

Aday Ercan ist derzeit zum SV Rödinghausen ausgeliehen. © imago images/Noah Wedel © imago images/Noah Wedel

Ercan kommt auf acht Saisonspiele, blieb nur einmal ohne Einsatz und stand einmal gar nicht im Kader. Insgesamt 515 Minuten absolvierte er in der Regionalliga West bislang für Rödinghausen. Im Westfalenpokal gegen den Bezirksligisten Germania Salchendorf kickte Ercan für 30 Minuten. Im Sommer soll Ercan dann zunächst zurück zum BVB stoßen.

Migel-Max Schmeling: Migel-Max Schmeling, der für den BVB II nur auf fünf Spiele kam, ist in diesem Sommer sogar doppelt gewechselt. Zunächst ging es für ihn zum Drittligisten SC Verl. Nach einem familiären Schicksalsschlag – der Großvater des 21-Jährigen war gestorben – bat Schmeling um Vertragsauflösung und schloss sich wenig später dem Dortmunder Westfalenligisten TuS Bövinghausen an.

Migel-Max Schmeling (springend) ist beim Westfalenligisten TuS Bövinghausen gesetzt und steht mit dem TuS auf dem ersten Tabellenplatz. © Jens Lukas © Jens Lukas

Dort läuft es für Schmeling bislang sehr gut. Lediglich der Platzverweis, den er sich im Derby gegen Wacker Obercastrop einhandelte, trübt ein wenig das Bild. Ansonsten ist Schmeling Stammspieler beim TuS, hat ein Tor aufgelegt und steht mit den Bövinghausenern derzeit auf Platz zwei in der Westfalenliga 2.

Philipp Harlaß: Bei der BVB-U23 ist Philipp Harlaß nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus gekommen. So wechselte er im Sommer nach Bayern in seine Heimat – zum TSV Aubstadt. Der kickt in der Regionalliga Bayern. Und dort sammelt der 21-Jährige eine Menge an Spielminuten.

Philipp Harlaß versucht nun sein Glück beim TSV Aubstadt. © imago images/Fotostand © imago images/Fotostand

13 Ligaspiele absolvierte Harlaß schon für den TSV, legte dabei einen Treffer für den derzeitigen Tabellensechsten auf. Auf einen eigenen Treffer wartet Harlaß dagegen noch.

Krystian Wozniak: Er war der BVB-Akteur der Meistersaison, der auf keinen Einsatz in der Liga kam: Torhüter Krystian Wozniak kam weder an Luca Unbehaun noch an Stefan Drljaca im BVB-Tor vorbei. Weil die U23-Regel griff, trennten sich daher im Sommer auch die Wegen zwischen ihm und dem BVB. Bei seinem neuen Klub wollte Wozniak dagegen wieder mehr Spielzeit sammeln, endlich wieder in Meisterschaftsspielen im Tor stehen. Es dauerte etwas, bis sich der 23-Jährige für einen neuen Verein entschied.

Krystian Wozniak verlässt die BVB-U23 im Sommer schon wieder. Warum? Das hat er uns in unserem Video erklärt. © Patrick Schröer © Patrick Schröer

Am Ende wurde es der Regionalligist FC 08 Homburg, bei dem der gebürtige Pole unterschrieb. Doch von Aufschwung ist bei Wozniak bisweilen nichts zu sehen. Der 23-Jährige stand zwar bei jedem Ligaspiel im Kader, wartet aber auch bei Homburg noch auf seinen ersten Einsatz. Derzeit hat Keeper David Salfeld die Nase vorn.

Maximilian Hippe: Der Wechsel von Maximilian Hippe kam spät zustande. Erst am 30. August schloss sich der Außenverteidiger dem BVB-U23-Ligakonkurrenten und Traditionsklub 1. FC Kaiserslautern an. Das erste Zwischenfazit des 1,94 Meter großen Defensivmannes fällt mehr als durchwachsen aus. Gerade einmal für zwölf Minuten stand Hippe in der 3. Liga auf dem Platz.

Ist nach Kaiserslautern gewechselt, hat sich dort aber direkt verletzt: Maximilian Hippe © imago images/Thomas Bielefeld © imago images/Thomas Bielefeld

Der Grund ist allerdings schnell gefunden. Hippe laboriert seit ein paar Wochen an einer Fußverletzung, verpasste deswegen Mannschaftstraining und natürlich auch die Meisterschaftsspiele. Allmählich befinde sich Hippe aber auf dem Weg der Besserung. Laut einem Artikel des Kickers könne er schon beim nächsten Heimspiel des 1. FCK gegen den SC Freiburg II wieder im Kader stehen.

Dominik Wanner: Für Flügelflitzer Dominik Wanner läuft es bei seinem neuen Klub – der zweiten Mannschaft des FSV Mainz 05 – nahezu optimal. Der 22-Jährige ist Stammspieler, stand in elf von zwölf möglichen Partien auf dem Platz und hat auch schon zwei Tore für die Mainzer geschossen. Dazu hat Wanner noch einen weiteren Treffer aufgelegt.

Für Dominik Wanner läuft es beim FSV Mainz II derzeit gut. © imago images/Eibner © imago images/Eibner

Und auch für die Mainzer Mannschaft im Allgemeinen läuft es gut. Der FSV steht derzeit auf Platz eins der Tabelle der Regionalliga Südwest, mit drei Zählern Vorsprung auf den TSV Steinbach-Haiger. Die Mainzer haben allerdings auch schon ein Spiel mehr absolviert als der TSV.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer