So sollte der BVB gegen Eintracht Frankfurt spielen

Taktikanalyse

In Eintracht Frankfurt kommt am Sonntag eine Mannschaft nach Dortmund, die betont defensiv spielen kann, aber auch Lösungen im eigenen Ballbesitz parat hat. Der BVB muss die Eigenheiten der Eintracht clever ausnutzen. Unsere Taktikanalyse.

DORTMUND

von Martin Rafelt (spielverlagerung.de)

, 12.12.2015, 20:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wichtiger Spieler für die Eintracht: Haris Seferovic.

Wichtiger Spieler für die Eintracht: Haris Seferovic.

1. Wie agiert Frankfurt bei eigenem Ballbesitz?

Auch wenn Frankfurt auf den ersten Blick nicht auffällig offensiv agiert, so steht Armin Veh doch für eine hohe Ambition im Offensivspiel. Diese kann man an den Details der Frankfurter Angriffe beobachten. Das 4-2-3-1 der Frankfurter ist grundsätzlich zwar nah am Standard der Liga, wird aber vor allem auf den Flügeln kreativer interpretiert. Wenn die Eintracht im Zentrum gepresst wird, weichen sie gerne an die Seitenlinie aus. Dort zeigen sie aber mehr als klassische lineare Spielzüge mit Einzelaktionen.

Sie bemühen sich sehr aktiv um Dreiecke zwischen den Flügel- und den Zentrumsspielern, sodass sie schnell mit dem Ball kombinieren können. Die Außenverteidiger versuchen, das Spiel mit diagonalen Pässen konstruktiv anzukurbeln. Der Zehner und der Stürmer rochieren häufig mit in Richtung des Flügels. Die Spitze wird dann oft vom ballfernen Flügelspieler besetzt.

Ohnehin zeigen die Frankfurter viel Bewegung in die letzte Linie. Zusammenfassend lässt sich sage: Die größte Stärke von Vehs Mannschaft ist, dass sie äußerst aktiv und dynamisch versuchen, Anspielstationen zu schaffen. Dadurch ist es schwieriger, im Pressing Überzahl zu schaffen.

 

2. Wie agiert Frankfurt bei gegnerischem Ballbesitz?

Gegen den Ball gestaltet sich Frankfurt deutlich passiver als bei eigenem Ballbesitz. Die Pressinglinie wird oftmals erst in der Nähe der Mittellinie gezogen und die Flügelstürmer helfen den beiden zentralen Offensivspielern nicht dabei, den Gegner unter Druck zu setzen. Stattdessen orientieren sie sich stark an den gegnerischen Außenverteidigern, wodurch sie sich zuweilen in eine Sechserkette nach hinten drücken lassen. Dadurch entstehen Räume, die der Gegner zur Ballzirkulation nutzen kann.

Frankfurt ist aber aus diesen Räumen heraus nicht so leicht zu bespielen. Die Doppelsechs ist meist defensivstark besetzt und schiebt geschickt seitlich heraus, um die Wege ins Zentrum zu blocken. Alex Meier fällt von der Zehnerposition zurück, wenn dadurch Lücken vor der Abwehr entstehen. So steht Frankfurt in einem dichten und flachen Block. Nicht umsonst gelange es ihnen, den Bayern ein 0:0 abzutrotzen. Konter sind aus einer so flachen Stellung aber schwierig zu fahren.

 

3. Auf welchen Spieler muss der BVB besonders aufpassen?

Eine Sonderrolle bei den Frankfurtern nimmt Haris Seferovic ein. Der Stürmer ist sehr spielintelligent und schafft es, sich immer wieder unauffällig in die Spielzüge einzuschalten. Er fällt bei Bedarf ins Mittelfeld zurück und verteilt die Bälle. Zudem bewegt er sich geschickt horizontal durch die Offensive und bindet viele Gegenspieler. Die Spielweise des Schweizers ist auch ein Grund dafür, weshalb Alex Meier von der Zehnerposition aus so wirkungsvoll in die Spitze stoßen kann.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Abschlusstraining des BVB vor dem Spiel gegen Frankfurt

Bilder des BVB-Abschlusstrainings vor dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt.
12.12.2015
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BVB-Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Frankfurt.© Foto: Groeger
BVB-Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Frankfurt.© Foto: Groeger
BVB-Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Frankfurt.© Foto: Groeger
BVB-Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Frankfurt.© Foto: Groeger
BVB-Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Frankfurt.© Foto: Groeger
BVB-Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Frankfurt.© Foto: Groeger
BVB-Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Frankfurt.© Foto: Groeger
BVB-Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Frankfurt.© Foto: Groeger
BVB-Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Frankfurt.© Foto: Groeger
BVB-Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Frankfurt.© Foto: Groeger
Schlagworte Borussia Dortmund,

 

4. Welche Möglichkeiten bieten sich dem BVB?

Falls Frankfurt erwartet defensiv agiert und wie gehabt mit Mannorientierungen auf den Flügeln agiert, hat der BVB genug Raum für das Aufbauspiel, muss aber bekannte Fehler vermeiden: In der laufenden Saison bekamen die Borussen mit ähnlichen Gegnern Probleme, weil sie die Mannorientierungen zu plump bespielten.  

Beide Außenverteidiger gingen weit nach vorne, um Raum zu schaffen, Kagawa und Gündogan fielen dafür nach hinten. Oft staffelten sie sich dann in einer Art 2-3-5-System. Dabei fehlte es aber an Zusammenspiel innerhalb des Zentrums, da sich beide Achter außerhalb der gegnerischen Formation bewegten und die Flügelspieler zu wenig Unterstützung in den Halbräumen bekamen.

Die Borussen müssen also nicht nur die ersten Aufbauräume besetzen, sondern auch die Zwischenräume weiter vorne. Die Achter sollten eher im Wechsel zurückfallen als gleichzeitig. Bei einer passenden Struktur im Raum ist Dortmunds Offensivpower kaum zu stoppen.

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