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So tickt der neue BVB-Trainer Peter Bosz

Spiele gewinnen und genießen

Mag sein, dass es an den Holland-Exporten der Vergangenheit liegt. An Unterhaltungs-Größen wie Heintje und Rudi Carrell, wie Marijke Amado oder Linda de Mol. Dieser leicht säuselnde, sanfte Akzent, mit dem die Niederländer die deutsche Sprache einfärben, wirkt ein wenig niedlich. Auch bei Peter Bosz.

DORTMUND

, 25.07.2017, 07:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Hat genaue Vorstellungen vom künftigen BVB-Fußball: Peter Bosz.

Hat genaue Vorstellungen vom künftigen BVB-Fußball: Peter Bosz.

Borussia Dortmunds neuer Trainer, 53 Jahre alt, spricht passabel Deutsch. Er will es noch weiter verbessern, das müsse er, sagt er. Für seinen Start als Cheftrainer des BVB hat er sich aus anderen Gründen Worte aufgespart.

"Ich halte das für die richtige Taktik"

In den ersten knapp drei Wochen hat Bosz in erster Linie beobachtet. Um die Spieler, die Strukturen in der Mannschaft und im Verein kennenzulernen. Um mit den handelnden Personen warm zu werden. Um ein Gespür dafür zu bekommen, warum "so viele Fans" den Schwarzgelben ihr Herz schenken.  

Seitdem er mit seiner neuen Mannschaft zusammenarbeitet, hat er wie ein Zauberer, der ein Kaninchen aus dem Hut holt, täglich ein Stück mehr von seiner Spielidee preisgegeben. Ein Vorgehen, das für Ruhe sorgte und für Aufmerksamkeit. "Der Trainer zeigt uns Tag für Tag ein bisschen mehr, meist in kleinen Videositzungen, was er sehen möchte und was nicht. Er will uns Schritt für Schritt führen", erklärte Marcel Schmelzer. "Ich halte das für die richtige Taktik", ergänzte der BVB-Kapitän.

Beachtlicher Vertrauensvorschuss

Bosz schafft Eindruck, indem er sich zurücknimmt. Er sucht die Kommunikation statt die Konfrontation. Er ist offen im Umgang ("Ich bin der Peter"), doch genauso klar in den Vorgaben, die er für unumgänglich hält. Er redet schlechte Leistungen in Testspielen nicht schön und hält den Ball flach, wenn er das vielversprechende Comeback von Mario Götze angesprochen wird. Er fordert seine Schützlinge, aber er überfordert sie nicht. "Die Spieler", sagte er bereits nach den ersten Trainingseinheiten, "können meine Philosophie noch gar nicht verstanden haben." Das werde, warb er um Verständnis, "noch länger dauern".

Einen beachtlichen Vertrauensvorschuss hat Bosz mit auf den Weg bekommen nach für den Verein schädlichen und turbulenten letzten Wochen unter seinem Vorgänger. Auf der Liste der sportlichen Erfolge des Niederländers überwiegt Weißraum. Doch die noch lückenhafte Visitenkarte des Kandidaten schreckte die BVB-Bosse nicht ab, als sie sich erstmals mit diesem Peter Sylvester Bosz aus Apeldoorn an einen Tisch setzten, der nicht viel mehr als eine hervorragende Saison mit Ajax Amsterdam vorzuweisen hatte.

Ehrgeiz nicht zu unterschätzen

"Er ist ein ruhiger Vertreter, sehr gewissenhaft", skizzierte Sportdirektor Michael Zorc den neuen sportlich Verantwortlichen, er habe "ein sehr gutes Gefühl" für die nahe Zukunft mit Bosz. Drei Stunden dauerte das erste Treffen. Watzke und Zorc erlebten einen aufgeräumten Mann mit Glatze und Stoppelbart, der mit ruhiger Stimme spricht, sich betont sachlich und rundum gelassen gibt.

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Bosz hat ein klares Bild davon, wie seine Mannschaft Fußball spielen soll. Mit elf Spielern angreifen, mit elf Spielern verteidigen. Mit Ballbesitz Druck erzeugen, nach Ballverlusten unmittelbar ins Gegenpressing einsteigen. "Und natürlich wollen wir erfolgreich spielen, das ist das Wichtigste", sagt Bosz. Wenn er dann noch einen Wunsch frei hätte, dann soll es ihm und den Fans großen Spaß bereiten, dabei zuzuschauen. "Guter Fußball ist es, wenn die Fans sich amüsieren." Das mutet possierlich an, aber Vorsicht: Langjährige Weggefährten unterstreichen häufig, dass man Bosz' Ehrgeiz nicht unterschätzen dürfe.

Eintrittskarte in die Elita-Liga

Der Job beim BVB kommt für ihn einer Eintrittskarte in den Klub der europäischen Elitetrainer gleich. Ähnlich unbefleckt wie Jürgen Klopp und Thomas Tuchel, denen in Dortmund der Sprung ins gleißende Rampenlicht gelang, genießt er zu Beginn noch den Bonus des Unbekannten.

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Bilder aus der Karriere des Peter Bosz

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02.06.2017
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Bilder aus der Karriere des Peter Bosz.© Foto: dpa
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BVB präsentiert Peter Bosz als neuen Chef-Trainer

Borussia Dortmund präsentiert Peter Bosz als neuen Chef-Trainer.
06.06.2017
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Borussia Dortmund präsentiert Peter Bosz als neuen Chef-Trainer.© Foto: dpa
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Illusionen darüber, dass die Kameras auch in den kommenden Wochen und Monaten jede seiner Bewegungen unter die Lupe nehmen werden, macht er sich nicht. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass er sein Amt unterschätzt. "Man muss immer schnell liefern, wenn man bei einer Spitzenmannschaft arbeitet", weiß er. Seine dunklen Augen blitzen dabei auf. Er ist bereit.

Unangenehme Entscheidungen stehen an

In den nächsten Tagen hat Bosz erstmals seinen kompletten Kader beisammen. Er wird bald erste unangenehme Entscheidungen fällen müssen. Auch das bereitet ihm keine Kopfschmerzen, es ist für ihn wie jede Übungseinheit ein Schritt auf dem Weg zum Ziel. "Ich weiß, wo wir hin wollen", wiederholt Bosz. "Und da kommen wir auch hin, da bin ich sicher." Und das klingt weniger säuselnd, sondern unmissverständlich.