Sokratis muss gegen Mitroglou die Null halten

BVB-Abwehrkrieger mit Humor

Jahrelang galt Sokratis Papastathopoulos als Inbegriff eines grimmigen Bundesliga-Innenverteidigers. Doch wer den Abwehrchef von Borussia Dortmund etwas näher kennt, der weiß: "Papa" will eigentlich nur spielen. Immer häufiger lässt er inzwischen auch die Öffentlichkeit an seiner humorvollen Seite teilhaben - ein Ausdruck seines Selbstvertrauens.

DORTMUND

, 07.03.2017, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sokratis muss gegen Mitroglou die Null halten

Enges Duell zwischen Freunden: BVB-Abwehrchef Sokratis (hinten) schenkte seinem Nationalmannschaftskumpel Konstantinos Mitroglou im Hinspiel in Lissabon nichts - dennoch erzielte der Benfica-Stürmer das entscheidende Tor.

Seitdem Sokratis Papastathopoulos im Sommer 2013 von Werder Bremen zu Borussia Dortmund gewechselt ist, ist sein Stellenwert beim BVB stetig gestiegen. Erst an der Seite von Mats Hummels, in dieser Saison dann schließlich als vorangehender Vorkämpfer entwickelte sich der Innenverteidiger zu einer stets sicheren und zuverlässigen Stütze seiner Mannschaft. Völlig selbstverständlich füllt er inzwischen die Rolle des Abwehrchefs der Borussia aus und scheut sich - wie zuletzt beim 6:2-Sieg über Leverkusen - auch nicht davor, die Kapitänsbinde zu übernehmen.

"300 Prozent besser spielen"

Am Mittwoch wird es wieder auf ihn ankommen. Im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Benfica Lissabon (20.45 Uhr, live auf Sky und im ZDF) muss der BVB die weiße Weste bewahren, um sich nach der 0:1-Hinspielniederlage nicht noch weiter unter Druck zu setzen. "Wir müssen gegen Lissabon 300 Prozent besser spielen als gegen Bayer", formuliert er vor der wichtigen Paarung eine klare Ansage - und meint wohl vor allem sich selbst. Gegen Bayer nämlich hatte er gepatzt. Ähnlich wie schon beim Gegentor in Lissabon.

Dass damals Benficas Stürmer Konstantinos Mitroglou das entscheidende Tor erzielte, wurmte Sokratis besonders. Die beiden griechischen Nationalspieler beharkten sich im Hinspiel leidenschaftlich, sind aber eng befreundet. Man darf es deshalb nicht zu ernst nehmen, wenn Sokratis mit gewohnt grimmiger Miene sagt: "Er wird viel zu tun bekommen - mit mir! Und im Hinspiel hatte er Glück. Er hatte im ganzen Spiel nur einen Ballkontakt und hat damit ein Tor gemacht."

Lust auf defensives Arbeiten

Im Kern hatte Sokratis mit seiner scherzhaft gemeinten Provokation sogar Recht: Außer des Treffers gelang Benfica praktisch nichts nach vorne - und trotzdem gewann der portugiesische Meister kurioserweise die Partie.

Dass die Schwarzgelben dennoch frohen Mutes und mit breiter Brust ins Rückspiel gehen können, hat viel damit zu tun, wie sie auf die peinliche 1:2-Niederlage in Darmstadt reagierten. Sokratis bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: "Damals sind wir ins Darmstädter Stadion gefahren - mehr nicht! Seitdem haben sich viele Dinge bei uns geändert." Dinge, die er immer wieder mit Vehemenz gefordert hat: robuste Zweikampfführung, bedingungsloser Einsatz, eine generelle Lust auf defensives Arbeiten und die Wege, die das mit sich bringt.

Sein Wort hat Gewicht

Dass der in Öffentlichkeit lange schweigsame Grieche solche Aussagen inzwischen wie selbstverständlich gegenüber den Medien tätigt, ist ein Beleg für seine exponierte Rolle innerhalb der Mannschaft. Sokratis' Selbstvertrauen ist seit 2013 stark gestiegen, er spürt, dass Trainer Thomas Tuchel auf ihn baut und sein Wort Gewicht hat - weil er eben nicht nur der grimmige Abwehrkrieger ist, sondern meist mit Leistung vorangeht und es versteht, durch seinen Humor auch die jüngeren Spieler mitzunehmen. Man darf sich eben nur nicht mit ihm anlegen, dann wird es ungemütlich. Kumpel Mitroglou kann ein Lied davon singen...

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