Spektakuläre Rückholaktion des BVB ist gescheitert

rnHannes Wolf

Der BVB und Hannes Wolf - das hätte eine spektakuläre Rückholaktion werden können. Doch die Verhandlungen sind am Mittwoch gescheitert. Hier gibt es die exklusiven Hintergründe.

DORTMUND

, 20.06.2018 / Lesedauer: 3 min

Borussia Dortmund ist mit dem kühnen Plan, Ex-U19-Trainer Hannes Wolf als ersten Co-Trainer von Lucien Favre für die Profi-Mannschaft zurück zum BVB zu holen, gescheitert. Nach einigen intensiven Gesprächsrunden sind die Verhandlungen nach Informationen dieser Redaktion am Mittwoch endgültig geplatzt.

Grundsätzliches Interesse signalisiert

Der 37-jährige Wolf hatte demnach ein grundsätzliches Interesse an einer Rückkehr zum Verein signalisiert, der ihm vor Jahren die Chance ermöglichte, den Trainerjob auch als Brötchenerwerb auszuüben. Im Herbst 2016 hatte ihn die Borussia schweren Herzens ziehen lassen, als Wolf der Lockruf des VfB Stuttgart erreichte. „Diese Karriere-Chance konnten wir Hannes Wolf nicht verbauen“, sagte Sportdirektor Michael Zorc damals. Wolf wagte den Sprung ins Profitrainer-Geschäft mit der Empfehlung von drei Deutschen Meistertiteln im BVB-Jugendbereich. Es war dann der VfB Stuttgart, der beherzt zugriff, nachdem sich der damalige Trainer Jos Luhukay mit Sportvorstand Jan Schindelmeiser überworfen hatte.

Spektakuläre Rückholaktion des BVB ist gescheitert

Derzeit ist Hannes Wolf (r.) als WM-Experte für die ARD im Einsatz. © dpa



Wolf führte die Schwaben sofort zurück in die Bundesliga. Nicht nur deshalb genoss er bei den Fans im Schwabenland ein hohes Ansehen. Ende Januar 2018 bot er nach einem Negativlauf von nur einem Sieg aus acht Ligaspielen, der im letzten Hinrunden-Drittel begonnen hatte und in einem 0:2 gegen Schalke 04 gipfelte, seinen Rücktritt an.

Eine kleine Sensation

Wolf zurück beim BVB - das wäre in der angedachten Konstellation einer kleinen Sensation gleich gekommen. In Stuttgart hat sich der einstige Zögling von Jürgen Klopp schnell zu einem anerkannten Profi-Trainer entwickelt. Sein vorzeitiges Aus beim VfB im Frühjahr ändert daran nichts - eher das Gegenteil ist der Fall. Die Art und Weise, wie Wolf in Stuttgart persönliche Interessen hinten anstellte und frei von Eitelkeit seinen Job freiwillig zur Disposition stellte, als es nicht mehr lief, hat ihm im Schwabenland und in der Szene generell enorme Wertschätzung eingebracht.

Wolfs Cheftrainer-Vertrag in Stuttgart wurde nach seiner Freistellung nicht aufgelöst und läuft noch bis zum Sommer 2019. Bei einer Rückkehr nach Dortmund hätte er zunächst aufgelöst werden müssen. Finanzielle Gründe aber liegen dem Scheitern der Gespräche nach Informationen dieser Redaktion nicht zugrunde - eher gab es offenbar unterschiedliche Auffassungen über das Job-Profil. Wolf sieht sich in näherer Zukunft doch wohl eher als Cheftrainer eines Erst- oder ambitionierten Zweitligisten. Entsprechende Anfragen sollen schon für diesen Sommer vorgelegen haben.

Weiterer Co-Trainer soll kommen

Für den BVB hätte eine Wolf-Rückkehr Positiv-Effekte in mehrfacher Hinsicht gehabt: In Wolf wäre der Trainerstab für die Profis um einen kompetenten Nachwuchsmann mit frischen Ideen aufgewertet worden, der wegen seiner BVB-DNA bei den Fans geschätzt wird. Wolf hat zudem das Auge und den Blick für den Nachwuchs. Aus diesem Topf möchte die Borussia künftig wieder mehr Spieler in den Profi-Bereich entwickeln. Obendrein hätte die Borussia ein Sicherungsnetz gehabt, falls die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Favre nicht wie erhofft funktionieren sollte. Eine derartige „interne Lösung“ gab es nicht, als Dortmund im Winter Peter Bosz entlassen musste.

Über Favres Trainerstab ist gut zwei Wochen vor dem Trainingsbeginn (7. Juli) noch relativ wenig bekannt. Der frühere BVB-Juniorentrainer Edin Terzic soll einer seiner Assistenten werden, offiziell bestätigt ist das noch nicht. Dem Vernehmen nach bringt Favre einen weiteren Co-Trainer mit zum BVB.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt