Spezialagent Kagawa winkt heute eine BVB-Hauptrolle

DFB-Pokal-Halbfinale

Es könnte ein Krimi werden, dieses Spiel im DFB-Pokal-Halbfinale zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund. Einer der Hauptdarsteller: Spezialagent Shinji Kagawa. Der Japaner in Diensten des BVB ist bei den Schwarzgelben der Mann für besondere Aufgaben. Und mit ihm sind auch die Hoffnungen auf ein Happy End aus Dortmunder Sicht eng verknüpft.

DORTMUND

, 28.04.2015, 14:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
"Spezialagent" Shinji Kagawa macht sich am Montagabend mit der Mannschaft auf den Weg nach München.

"Spezialagent" Shinji Kagawa macht sich am Montagabend mit der Mannschaft auf den Weg nach München.

Fortsetzungen halten selten das Niveau des Erstlingswerkes, in der Literatur wie im Kino. Und wie im Fußball. Als der BVB Shinji Kagawa im vergangenen Sommer nach dessen zweijährigem Gastspiel bei Manchester United zurück auf die eigene Bühne holte, schwang sicherlich auch ein großes Maß an Nostalgie mit.

Mitreißende Schauspiele

Mit Kagawa, diesem Mimen mit der unbeschwerten Mimik, hatte die Borussia die größten Erfolge der jüngeren Vereinsgeschichte erreicht. Zwei Meisterschaften und einen Pokalsieg eingeheimst. Oscarreif schillerte der 5:2-Sieg im in Dortmund unvergessenen Finale von Berlin 2012.

Danach trat Kagawa, Regisseur der BVB-Elf und einer ihrer Hauptdarsteller zugleich, ab. Auf dem Höhepunkt seines Schaffens in Diensten des Ensembles von Jürgen Klopp. Mit Leistungsdaten wie 44 Scorerpunkten in 71 Pflichtspielen. Kagawa ging, und von ihm blieb die Erinnerung an mitreißende Schauspiele der Schwarzgelben. Als nun die Neuauflage geschrieben werden sollte, nachdem der Japaner in England nur schlechte Nebenrollen besetzen konnte, hätte es den Beteiligten eigentlich schwanen müssen: Die Stars von gestern sind nur sehr selten auch die Stars von morgen.

Mauerblümchen-Dasein abgestreift

Der nunmehr 26-Jährige enttäuschte bei seinem Comeback. Statt Retro-Glanz und Repro-Glamour verblasste er wie eine schlecht gemachte Kopie. In einer Riege, die unter ihrem Niveau blieb, verkümmerte er. Seine Genialität, die Pässe und Ideen, die Tempodribblings und die schnellen Drehungen - er hatte sie schlicht nicht mehr im Repertoire. Der Held schrumpfte zusehends in sich zusammen. Sicher, zuvor waren die Vorschusslorbeer sinnfrei schubkarrenweise ausgeschüttet worden.

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Der BVB auf dem Weg nach München

Der BVB auf dem Weg zum Pokal-Halbfinale nach München.
27.04.2015
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Der BVB auf dem Weg nach München.© Foto: Groeger
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Doch sein Lampenfieber und Blackouts konnten damit nicht erklärt werden. Fast wäre die Story mit dem sensiblen Japaner zu einem bitter-traurigen Drama verkommen. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Und wie nach den japanischen Kirschblüten in diesem Frühjahr nun auch Kagawa sein Mauerblümchen-Dasein abstreift und reüssierend in Erscheinung tritt, das könnte dem ganzen Werk eine entscheidende Wende geben. Denn da gibt es ja auch noch Shinji Kagawa und das Bayern-Versprechen.

Seltener Wert

Bis zum 1:2 im Bundesliga-Hinspiel dieser Saison am 1. November hatte der Japaner schlicht kein Spiel gegen den großen FC Bayern verloren. Mit Kagawa gab es in fünf Partien fünf schwarzgelbe Erfolge. Ein seltener Wert.

Und irgendwie greift nun die Zuversicht um sich, dass Spezialagent Kagawa nun wieder entscheidenden Anteil am angestrebten Einzug auf die Berliner Finalbühne haben könnte. Denn der 1,75 Meter große Spielmacher ist einer, der den Bayern weh tun kann. Vor allem, wenn er den Ball nicht hat.

Alonsos Spiel wird abgewürgt

So wie an jenem Novemberabend, als er taktisch ausgebufft mit Pierre-Emerick Aubameyang und Marco Reus an seiner Seite dem Aufbauspiel des FC Bayern die Wirkung nahm. Als er Xabi Alonsos Spiel abwürgte. Als er als pressender Offensiver die Münchner Spieleröffnung im Keim erstickte. Kagawa, die Nervensäge. Kagawa, der Störenfried.

Eine Rolle, wie gemacht für ihn. Eine Rolle, in der er auch in seinen ersten Spieljahren in Westfalen glänzte. Wenn er dem Gegner auf den Füßen steht und ihm selbstvergessen hinterher hetzt. Wenn er immer wieder mal einen Ball klauen kann. Sein Trainer liebt diese Aufgabenbeschreibung, sie verkörpert seine Vision von Fußball nahe am Ideal. So trickste Klopp wiederholt Real Madrid und andere, weitaus stärker besetzte Mannschaften aus. Indem er den Gegner mit eigener Präsenz in dessen sensitivsten Arealen auf den Zeiger ging.

Spezialauftrag mit Happy End?

Ungefragt schnitten Kagawa, später Götze und Reus, bei diesen Auftritten anderen gefeierten Leinwandhelden frech das Wort ab. So wurde Kagawa selber zum Helden, mit einer später melodramatischen Berg- und Talfahrt. Wer weiß: Vielleicht gelingt die Neuaufnahme in München heute ja doch, diese Pointe wäre fabelhaft.

 

Drei Treffer, vier Assists und eine deutlich verbesserte Präsenz auf der Bühne zeigen in der Rückrunde, dass zumindest seine Form stimmen müsste, wenn um 20.30 Uhr in München die großen Schweinwerfer leuchten. Spezialagent Kagawa könnte für einen Krimi sorgen. Und für das Ende, dass er und seine Kollegen sich erträumen.

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