Stadion-Rückkehr: DFL will Spielordnung ändern - BVB-Fans zwiegespalten

Borussia Dortmund

Der BVB will bald wieder vor Zuschauern spielen und plant mit maximal 15.000 Fans - die Meinungen darüber gehen auseinander. Im August will die DFL einheitliche Standards festlegen lassen.

Dortmund

, 28.07.2020, 15:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zu Beginn der neuen Saison will der BVB vor maximal 15.000 Zuschauern spielen.

Zu Beginn der neuen Saison will der BVB vor maximal 15.000 Zuschauern spielen. © BEAUTIFUL SPORTS/WUNDERL/POOL

Am Dienstag sickerten weitere Details durch, wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) trotz der Corona-Pandemie dafür Sorge tragen möchte, dass in der nächsten Bundesliga-Saison wieder vor Zuschauern gespielt werden kann, zumindest vor einem kleinen Teil. Am 4. August treffen sich die 36 Profiklubs der ersten und zweiten Liga, um während einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über einheitliche Standards in der kommenden Hinrunde abzustimmen, die für alle Profiklubs gleichermaßen gelten sollen.

DFL-Vorschläge: keine Gästefans, keine Stehplätze, kein Alkohol

Dabei stehen im Kern vier Punkte zur Abstimmung: Erstens sollen bis zum 31. Dezember 2020 keine Gästefans zugelassen werden. Zweitens sollen Zuschauer beim Stadionbesuch bis Jahresende persönliche Daten angeben müssen, um mögliche Infektionsketten besser ermitteln zu können. Drittens soll es zunächst bis zum 31. Oktober keine Stehplätze in den Stadien geben. Viertens soll bis Ende Oktober kein Alkohol ausgeschenkt werden dürfen.

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Erreichen die DFL-Vorschläge eine einfache Mehrheit, wird die Spielordnung zunächst bis zum 31. Dezember 2020 geändert. Bereits Mitte Juli hatten alle 36 Klubs der ersten und zweiten Liga von der DFL einen Leitfaden erhalten, „um sie bei der Erarbeitung standort-individueller Konzepte im Sinne eines größtmöglichen Infektionsschutzes zu unterstützen, die von den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort freigegeben werden müssen“.

BVB arbeitet Konzept in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt aus

Borussia Dortmund arbeitet fleißig an einem Konzept, um Fußball vor Fans in Dortmund wieder zu ermöglichen - und steht in regem Austausch mit dem Gesundheitsamt der Stadt Dortmund. „Ich gehe nach jetzigem Stand davon aus, dass wir unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen zu unseren Heimspielen 12.000 bis 15.000 Zuschauer ins Stadion lassen könnten“, sagt BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Die Umsetzung des Leitfadens sei eine Herausforderung, aber der BVB sehe sie als Chance, um ein Stück weit zur Normalität zurückzukehren, sagt Cramer. „Einige Tausend Fans im Stadion sind besser als Geisterspiele ohne Fans.“

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In Fankreisen gehen die Meinungen darüber auseinander. Viele Anhänger sehen es wie Cramer: Lieber ein bisschen Stimmung als gar keine Stimmung, lieber mit 15.000 Zuschauern anfangen und Erfahrungen sammeln, um irgendwann vielleicht wieder über 80.000 ins Stadion lassen zu können, als einfach nur zu warten, ob und wann die Corona-Pandemie endet. Es gibt allerdings auch Stimmen, die sagen, dass das Stadion entweder ganz voll oder eben ganz leer sein sollte. Alle oder keiner.

Teil-Rückkehr in die Stadien: BVB-Fans sind zwiegespalten

Auch unter den 870.000 Usern unserer Facebook-Seite „Borussia Dortmund - BVB“ wird fleißig diskutiert, welcher Weg der richtige ist für den BVB. So schreibt beispielsweise Birgit Benkert: „Besser ein Teil als gar keine Fans. Damit kommt immerhin etwas Stimmung ins Stadion und das ist für unsere Jungs ganz wichtig. Die Auswahl ist nicht wirklich einfach, da wir schon eine Menge Dauerkartenbesitzer haben. Denke, es sollte so geregelt werden, dass jeder mal dran kommt und nicht immer die Gleichen im Stadion sind.“ Arndt Roehder sieht es ähnlich: „Ich denke auch, dass es ein guter Anfang ist! So lange es hier die Pandemie gibt, ist ein Spiel mit allen Zuschauern absolut undenkbar.“

Gabi Pahlke ist beim Blick auf einen möglichen Zuschauer-Teileinlass skeptischer: „Was bringen die Fans den Spielern, wenn sie nicht singen, anfeuern, jubeln oder auch schimpfen dürfen. Die Stimmung wird sich nicht ändern, wenn die Fans nichts dürfen.“ Und Wilma Tekaat meint: „So wie es jetzt aussieht, ist es besser ohne Zuschauer. Am Fernseher ist es für alle sicherer. Wenn wir einen Impfstoff gefunden haben, können wir wieder alle ins Stadion. Es sind eben für alle schwere Zeiten.“

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