Anzeige


Standardsituationen bleiben das größte Problem des BVB – ein Gegentor alle 208 Minuten

Borussia Dortmund

Das Verteidigen von Standards bleibt die große Schwäche des BVB. Während Borussia Dortmund die Meisterschaft als Saisonziel ausgegeben hat, klingen die Konkurrenten in diesem Bereich nach Abstiegskampf.

Dortmund

, 03.09.2019, 17:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Standardsituationen bleiben das größte Problem des BVB – ein Gegentor alle 208 Minuten

Ecke von links: Kölns Dominick Drexler erzielt das 1:0 für den 1. FC Köln. © dpa

Nach den 14 Gegentreffern im Anschluss an ruhende Bälle im Vorjahr (Rang 12 im Vergleich aller Bundesligisten ) steht die Elf von Lucien Favre auch in dieser Spielzeit schon wieder bei zwei Standard-Gegentoren (Rang 14). Es sind die Eckbälle, die der BVB weiterhin nicht verteidigt bekommt: Bei 14 Eckbällen in dieser Spielzeit klingelte es schon wieder zwei Mal im Kasten. Nur Werder Bremen kassierte bislang mehr Tore nach Ecken (3).

Seit Sommer 2018 sind es mittlerweile 16 Standardgegentore, saisonübergreifend war nur Absteiger Hannover 96 schlechter – etwaige Gegentore der Niedersachsen in der 2. Bundesliga in dieser Saison nicht eingerechnet. Klubs, mit denen sich der BVB in dieser Kategorie misst, klingen ohnehin eher nach Abstiegs- als Meisterschaftskampf: Auch der SC Freiburg, Hertha BSC und der FC Augsburg stehen seit Sommer 2018 bei 16 Gegentoren nach ruhenden Bällen.

Keine drei Spiele ohne Standardgegentor

Alle 208 Minuten klingelt es im Kasten dieser Klubs im Anschluss an eine Standardsituation – der BVB übersteht im Schnitt also keine drei Spiele ohne Standard-Gegentreffer.

Klammert man die vier Elfmetertore, die der BVB seit Saisonbeginn 2018/2019 kassiert hat, einmal aus, verteilen sich die Gegentore nach Standards gleichmäßig auf sechs nach Ecken und sechs nach Freistößen, die elf Gegentore nach Flanken oder hohen Bällen aus dem Spiel aus der Saison 2018/2019 erst gar nicht aufgeführt. Zumindest in dieser Statistik behielt der BVB in dieser Spielzeit bislang eine weiße Weste.

Ecken von links und Freistöße bereiten Probleme

Auffällig: Vor allem das Verteidigen der Ecken von links scheint den BVB-Profis Probleme zu bereiten, vier Tore fielen über diese Seite. Mehr waren es nur bei Freiburg, Stuttgart und Hannover. Ebenfalls bitter: Mehr als sechs Gegentore nach Freistößen kassierte seit Sommer 2018 nur der FC Augsburg (8).

Standardsituationen bleiben das größte Problem des BVB – ein Gegentor alle 208 Minuten

Ecke von links: Marius Bülter erzielt das 1:0 für Union Berlin gegen den BVB. © imago

Am mangelhaften Kopfballverhalten scheint das nicht einmal zu liegen, auch nicht an der Bereitschaft in diese Luft-Duelle zu gehen. Von 70 Defensivkopfball-Zweikämpfen (hinter Hoffenheim Rang 2) gewann der BVB in dieser Saison 67 Prozent (Rang 7) – der Ligadurchschnitt liegt hier bei 61 Prozent.

BVB mit der besten Zweikampfquote in der Defensive

Ligaspitze ist der BVB sogar mit insgesamt 62 Prozent gewonnener Defensivzweikämpfe, allerdings sind 247 Defensivzweikämpfe der bislang zweitniedrigste Wert (hinter Werder Bremen mit 233). Auch spielte Borussia Dortmund bislang nur 20 Mal Foul, einzig Freiburg foulte seltener (18).

Unnötig schwer macht es sich Borussia Dortmund auch aufgrund einer anderen Tatsache: In allen drei Bundesliga-Spielen geriet der BVB in dieser Spielzeit bislang in Rückstand: Kein Team kassierte mehr Gegentore in der ersten halben Stunde (3).

Über rechts sattelfester als links und in der Mitte

Positiv: Kein Gegentor fiel bislang über die rechte Seite. Drei Mal sah der BVB im Zentrum alt aus, zwei Mal fiel ein Treffer über links. Wie die Anfälligkeit nach Standards bestätigt auch diese Tendenz die Werte der vergangenen Saison (10 Gegentore über rechts, 15 über links, 19 durch die Mitte). Woran in der Defensive also zu arbeiten ist, dürfte Cheftrainer Lucien Favre klar sein.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt