Starke Form: Reus will mehr Konstanz

Großes Versprechen

Es ist etwas mehr als ein Jahr her, da gab Marco Reus (26) dem BVB ein Versprechen in Form eines Vertrages. Sportlich erlebte der Klub da gerade schwere Zeiten, und die Zusage des umworbenen Edeltechnikers, bis 2019 für die Schwarzgelben auf Torejagd zu gehen, wirkte wie ein Trostpflaster und ein Hoffnungsschimmer zugleich.

DORTMUND

, 15.03.2016, 13:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bilder der Partie Dortmund gegen Mainz.

Bilder der Partie Dortmund gegen Mainz.

Bis vor Kurzem hätte man sagen können, dass sich diese Hoffnung nicht gänzlich erfüllt hat, dass man sich mehr versprochen hat von Reus. Nun reiben sich die Beobachter die Augen, wie am Sonntag. 45 Minuten sind gespielt gegen die auch ob ihrer Zweikampfstärke gefürchteten Mainzer, und wer hat bis dahin die meisten Duelle robust und rasant für sich entschieden? Marco Reus. Wer hat das wichtige 1:0 erzielt? Marco Reus. Und wer spurtete kurz vor Toresschluss mit Tempo zurück an den eigenen Strafraum, um dort den Ball zu erobern? Marco Reus.

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„Vorbildlich“, nannte das Borussias Kapitän Mats Hummels das, die Offensivspieler hätten stark verteidigt. Sein Linkaußen habe „überragend“ gespielt, lobte Thomas Tuchel. Der Trainer hat als Erweckungsprediger („Wir tun alles dafür, dass Marco das Monster wird, das er sein kann“) mit dafür gesorgt, dass Reus aktuell nicht Gefahr läuft, als zu großes Versprechen kritisiert zu werden.

Gestiegene Erwartung

Was Dynamik und Dribbelstärke anbelangt, muss der gebürtige Dortmunder Reus kaum einen Vergleich im internationalen Fußball scheuen. Seine Qualitäten sind unbestritten, er hat sie ja auch häufig schon präsentiert. Doch in gleichem Maße sind natürlich auch die Erwartungen an den Top-Verdiener unter den Schwarzgelben gestiegen und gestiegen, im Klub und im Umfeld. „Marco kann die Grenzen nach oben verschieben“, sagt Tuchel, und das klingt dann gleichermaßen nach Lob und nach Forderung und nach Kampfansage an die Konkurrenz, wo auch immer die steckt. „Die Messlatte“, die er selbst und die andere an ihn legen, die sei „halt immer sehr hoch angesiedelt“, meint Reus. Sein Ausnahmekönnen verpflichtet ihn quasi zu besonderen Leistungen.

Als der Linksfuß hörte, dass sein Trainer vor wenigen Wochen erklärte, „ein, zwei Prozent“ würden ihm noch fehlen, da musste er schmunzeln. Er selber sieht sich selbstkritischer („Ich war nicht zufrieden mit mir“), als man es seinem Auftreten nach lange annehmen musste. Doch seit geraumer Zeit hat sich Reus mehr geöffnet. Er spricht im TV, er spricht mit Journalisten, seine Aussagen sind fußball-fachlich profund und authentisch.

Extraschichten

Reus stellt sich, er übernimmt Verantwortung. Auch für seinen Körper. Extraschichten gehören ebenso dazu wie regelmäßige Besuche bei einem Spezialisten, und siehe da: Der oft verletzte Vize-Kapitän kommt bislang ohne größere Blessuren durch die hammerharten Englischen Wochen, seit einer Woche mit stark ansteigender Formkurve. Zündet Reus permanent seinen Turbo und bringt er kontinuierlich engagiertes Verteidigen und kreatives Offensivspiel in Einklang, werden BVB und DFB in den kommenden Wochen noch ihre Freude an ihm haben. „Das Wichtigste ist für mich Konstanz, die guten Leistungen muss ich nicht nur einmal in der Woche aufs Parkett bringen, sondern dreimal, wenn wir dreimal spielen.“ Es klingt wie ein Versprechen. 

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