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Steffen Freund über die Titelchancen des BVB

Ex-Borusse im Interview

Steffen Freund (46) kennt Dortmund und Tottenham, Deutschland und England. Im Interview mit Jürgen Koers spricht der Champions-League-Sieger von 1997 über das Tempo auf der Insel, die Titelchancen des BVB und sein persönliches Traumfinale.

DORTMUND

, 17.03.2016 / Lesedauer: 4 min
Steffen Freund über die Titelchancen des BVB

Steffen Freund spielte erfolgreich für Borussia Dortmund und Tottenham Hotspur. Vor dem zweiten Aufeinandertreffen seiner Ex-Klubs in der Europa League blickt der 46-Jährige auf das Duell.

Kann der BVB die Reise nach Tottenham beruhigt angehen nach dem 3:0 im Hinspiel? Ja! Tottenham wird nicht aufgeben, aber Dortmund kommt weiter, zu 99 Prozent.

Die Spurs haben in Dortmund den Eindruck vermittelt, dass der Fokus mehr auf der Premier League als auf der Europa League liegt. War das auch Ihr Empfinden? Richtig. Ich hatte dieses Duell ja auch vorab gepusht und gehofft, dass Tottenham nicht so viel rotiert wie in den Spielen zuvor gegen Qarabag, Monaco, Anderlecht und Florenz. Gegen einen starken BVB hätte ich mir auch die beste Elf von Tottenham gewünscht. Trainer Maurizio Pochettino hat anders entschieden und für sich recht behalten: Am Sonntag haben die Spurs mit den sieben geschonten Stammspielern in der Premier League mit 2:0 bei Aston Villa gewonnen.

Und das mögliche Aus in der Europa League? Dieser Wettbewerb kommt in England vom Stellenwert her hinter allen anderen. Hinter Meisterschaft, FA-Cup und auch noch hinter dem Ligapokal. Ganz zu schweigen von der Champions League.

Ist die Europa League der Wettbewerb der Verlierer? Das kann man so sagen. Es ist bitter, aber es ist so. Franz Beckenbauer hat das ja aus Bayern-Sicht gesagt, weil da die Teilnahme an der Champions League Pflicht ist. Aber grundsätzlich gilt das für die Engländer genauso. Tottenham spielt am Sonntag gegen Bournemouth, gegen den BVB werden die Spurs heute wieder rotieren. Damit ist es unwahrscheinlich, dass Tottenham noch weiterkommt.

Rückschlüsse auf den Vergleich zwischen englischer und deutscher Liga sind damit nicht zulässig, oder? Ich kenne Tottenham sehr gut, weil ich da drei Jahre lang gearbeitet habe. Wenn die ganze individuelle Klasse auf dem Rasen steht, mit Kane, Alli, Dembelé, Dier, Walker, Rose – da hätte der BVB mehr Probleme bekommen.

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Der BVB auf dem Weg nach London

Der BVB auf dem Weg nach London - hier gibt es die Bilder vom Flughafen Dortmund.
16.03.2016
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Der BVB auf dem Weg nach London.© Foto: Groeger
Der BVB auf dem Weg nach London.© Foto: Groeger
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Der BVB auf dem Weg nach London.© Foto: Groeger
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Abschlusstraining des BVB vor dem Spiel bei den Tottenham Hotspur

Bilder des BVB-Abschlusstrainings vor dem Spiel bei den Tottenham Hotspur.
16.03.2016
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Der BVB vor dem Spiel bei den Tottenham Hotspur.© Foto: dpa
Der BVB vor dem Spiel bei den Tottenham Hotspur.© Foto: dpa
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Der BVB vor dem Spiel bei den Tottenham Hotspur.© Foto: dpa
Der BVB vor dem Spiel bei den Tottenham Hotspur.© Foto: dpa
Der BVB vor dem Spiel bei den Tottenham Hotspur.© Foto: dpa
Der BVB vor dem Spiel bei den Tottenham Hotspur.© Foto: dpa
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Der BVB vor dem Spiel bei den Tottenham Hotspur.© Foto: dpa
Der BVB vor dem Spiel bei den Tottenham Hotspur.© Foto: dpa
Der BVB vor dem Spiel bei den Tottenham Hotspur.© Foto: dpa
Der BVB vor dem Spiel bei den Tottenham Hotspur.© Foto: dpa
Der BVB vor dem Spiel bei den Tottenham Hotspur.© Foto: dpa
Der BVB vor dem Spiel bei den Tottenham Hotspur.© Foto: dpa

Welche Liga ist stärker? Die Bundesliga ist in der Spitze, und dazu zähle ich neben Bayern München auch den BVB, etwas stärker. Borussia Dortmund hätte große Chancen, dieses Jahr englischer Meister zu werden. Der große Vorteil der Premier League ist, dass sich fast alle Mannschaften auf einem hohen Niveau annähern.

Geben Sie uns ein Beispiel! Bei Stoke City spielen Xherdan Shaqiri und Bojan Krkic, die haben vorher bei den Bayern und in Barcelona gespielt. In dieser Mittelklasse der Klubs gibt es viele, viele Top-Spieler. Der BVB würde sich schwertun, in Stoke zu gewinnen, obwohl die in Deutschland kaum einer kennt. Das andere Beispiel ist Leicester.

Erklären Sie das Phänomen! Die waren vor genau einem Jahr noch Letzter, haben die große Aufholjagd gestartet und führen jetzt die Liga an. Mit ehemals durchschnittlichen Bundesligaspielern wie Shinji Okazaki, Christian Fuchs oder Robert Huth. Alle spielen dort schon das ganze Jahr sehr, sehr gut. Es macht die Premier League spannend, dass so etwas möglich ist. Und sie liegt noch in einer anderen Kategorie vorne.In welcher? Das Tempo ist grundsätzlich in jedem Spiel höher. Da geht es konditionell immer an die Grenzen. In der Bundesliga wird öfter abgewartet, da können Mannschaften über die Viererkette in Ruhe das Spiel aufbauen. Das sehen Sie selten in der Premier League.

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Kommen wir zum BVB. Warum spielt die Mannschaft so konstant stark? Nach dem Absturz in der Vorsaison hat die Entscheidung mit einem Trainerwechsel und für Thomas Tuchel sofort gegriffen. Das ist gar nicht so einfach. Jürgen Klopp hat viel Gutes hinterlassen nach sieben großartigen Jahren. Der Druck auf Thomas Tuchel war groß, er durfte kaum Fehler machen und muss die Situationen in so einem großen Klub erst einmal gut händeln. Das ist der erste Punkt.

Und der zweite Aspekt? Was die Mannschaft in der vergangenen Saison gezeigt hat, war zu wenig. Daraus hat sich für die Spieler eine Dynamik entwickelt. Führungsspieler wie Mats Hummels und Ilkay Gündogan mussten sich, dem neuen Trainer und allen anderen beweisen, dass sie nicht nur Ansprüche anmelden, sondern ihre Qualität auch permanent auf den Platz bringen können. Im Angriff ist die Qualität mit Mkhitaryan, Aubameyang und Reus natürlich unfassbar gut.

Holt der BVB noch einen Titel in dieser Saison? Vor dem Spiel gegen Tottenham habe ich gesagt, dass der Gewinner dieses Duells mein Favorit auf den Sieg in der Europa League ist. Wenn der BVB weiterkommt, hoffe ich mit den Dortmunder Fans auf das Traumfinale gegen den FC Liverpool und Jürgen Klopp. Das wäre schon cool! Angst macht mir noch der FC Sevilla, der zweimal hintereinander diesen Pokal gewonnen hat. Borussia bleibt aber der Top-Favorit.

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