Borussia Dortmund, European Club Association - und wohl bald auch Deutsche Fußball Liga: BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. © imago / Thomas Bielefeld
Borussia Dortmund

Strippenzieher im Hintergrund: BVB-Boss Watzke steht als DFL-Aufsichtsratschef bereit

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke könnte bald einen weiteren wichtigen Posten übernehmen. Der 62-Jährige steht für einen Job im Ligaverband bereit - und würde als Strippenzieher im Hintergrund agieren.

Wenn in den nächsten Monaten gleich mehrere Führungspositionen im deutschen Fußball neu vergeben werden, wird aller Voraussicht nach auch Hans-Joachim Watzke (62) einen weiteren Posten bekommen: Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Borussia Dortmund steht nach Informationen der Ruhr Nachrichten bereit, um den Posten als Aufsichtsratschef der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu übernehmen.

Watzke hat seinen Vertrag beim BVB bis 2025 verlängert

Der bisherige Oberaufseher, Peter Peters, tritt von diesem Amt zurück, um sich im Frühjahr beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Präsident zu bewerben. „Ich halte Aki Watzke in diesen schwierigen Zeiten aufgrund seiner Erfahrung und Durchsetzungsfähigkeit für den absolut geeigneten Kandidaten als DFL-Aufsichtsratsvorsitzenden“, sagte Peters.

Watzke ist seit 2005 Geschäftsführer beim BVB, erst vor einem halben Jahr verlängerte er seinen Vertrag bis 2025. Außerdem vertritt er die Interessen seines Klubs und des deutschen Fußballs im Vorstand der mächtigen European Club Association (ECA).

BVB-Boss Watzke als Strippenzieher und Stratege im Hintergrund

Den Job als Kontrolleur der künftigen Geschäftsführerin Donata Hopfen, die die Nachfolge des scheidenden Christian Seifert antritt, wird Watzke mehr als Strippenzieher und Stratege im Hintergrund wahrnehmen denn als öffentlich auftretender Funktionär. Nach dem Rückzug der Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß gilt er als einer der profiliertesten, aber auch streitbaren Köpfe im deutschen Fußball. Im Sommer 2019 zog er eine Kandidatur für den Aufsichtsrat bei der DFL kurzfristig zurück, es fehlte ihm an Rückhalt vor allem bei den mittelgroßen und kleinen der 36 Profiklubs.

Das dürfte sich geändert haben. Unter anderem der intensiven Lobbyarbeit von Watzke hat es die Bundesliga zu verdanken, dass die Vereine während der Corona-Pandemie vergleichsweise schnell wieder Fußball spielen konnten. Auch bei der Rückkehr der Fans nutze der gebürtige Sauerländer sein umfangreiches Netzwerk in die Politik.

BVB-Boss Watzke ist bekennender Verfechter der 50+1-Regel

Inhaltlich wird Watzke als bekennender Verfechter der 50+1-Regel einem größeren Einfluss von Investoren einen Riegel vorschieben, er steht auch für bezahlbare Eintrittspreise und den Erhalt von Stehplätzen. Bei der Verteilung der Fernsehgelder forderte er einen größeren Anteil für die sportlichen Aushängeschilder, womit er viele DFL-Mitglieder erzürnte. Der 62-Jährige soll nun auf der Versammlung der 36 Klubs am 14. Dezember gewählt werden.

Wer sitzt im Aufsichtsrat der DFL?
Im Aufsichtsrat der Deutschen Fußball Liga, der Dachorganisation der 1. und 2. Bundesliga, sitzen derzeit neben dem Chef Peter Peters noch Oliver Leki vom SC Freiburg als sein Stellvertreter, Bernd Hoffmann, zuletzt Aufsichtsratsboss beim Hamburger SV, Jürgen Machmeier vom SV Sandhausen, Ingo Schiller von Hertha BSC und Stephan Schippers von Borussia Mönchengladbach.

Am vergangenen Freitag hatte der 59-jährige Peters einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge seinen Entschluss in einer Sitzung mit Vertretern der DFL, die in einem DFB-Gremium sitzen, bekanntgegeben. „Jetzt geht es für mich im Wesentlichen darum, bei der DFL einen geordneten Übergang hinzubekommen“, sagte Peters der FAZ.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
Zur Autorenseite
Jürgen Koers