Sturm auf Europa

Nach dem 2:1

DORTMUND Die Euphorie und die große Freude spielt sich versteckt zwischen den Zeilen ab: Fast schon zu sachlich analysierte Borussia Dortmunds kickendes Personal am Samstag das 2:0 (0:0) bei Eintracht Frankfurt. Es war Dortmunds sechster Bundesliga-Sieg in Serie, der Vereinsrekord aus der Meister-Saison 2001/02 ist eingestellt.

von Von Dirk Krampe

, 03.05.2009, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alles richtig gemacht: BVB-Coach Jürgen Klopp beglückwünscht "Joker" Mohammed Zidan.

Alles richtig gemacht: BVB-Coach Jürgen Klopp beglückwünscht "Joker" Mohammed Zidan.

Das interessierte in den Katakomben der Frankfurter Commerzbank-Arena aber allenfalls am Rande. „Ist das so?“, fragte Roman Weidenfeller. „Gut, auch das nehmen wir gerne mit.“ Der Fokus liegt freilich auf ganz anderen Dingen, auch wenn die Dortmunder beharrlich den Blick auf die Tabelle verweigern. Fragt man die Profis nach den eigenen Chancen im Saisonfinale, hört man Sätze wie „Wir schauen von Spiel zu Spiel“, oder „Wir schauen nicht auf die Tabelle“, oder „Wir interessieren uns nur für das, was wir selbst beeinflussen können.“Erfolg ablesbar Doch nach dem verdienten Sieg, den der eingewechselte Mohamed Zidan mit seinem Traumtor nach enger Drehung im Strafraum der Eintracht (79.) einläuete, ist die Erfolgsserie des BVB endlich auch in der Tabelle ablesbar. Der Rückstand auf den ominösen Platz fünf ist auf drei Zähler geschrumpft. Europa steht vor der Tür und ist zum Greifen nahe. „Es ist gut“, sagt Trainer Jürgen Klopp, „dass wir uns darauf besinnen, unsere eigenen Spiele zu gewinnen. Den Rest haben wir nicht in der Hand.“ Noch nicht. Der BVB bleibt seiner Maxime treu, „wir schauen“, sagt KGaA-Boss Hans-Joachim Watzke, „nicht nach links oder nach rechts. Damit sind wir gut gefahren.“Begehrlichkeiten Dabei ist das Restprogramm durchaus dazu angetan, Begehrlichken zu wecken. Es geht daheim noch gegen Karlsruhe und Bielefeld, auswärts noch zum Tabellenführer Wolfsburg und zu Kellerkind Gladbach. Lösbar auf den ersten Blick – aber auch vier Gegner, für die es allesamt noch um etwas geht. „Unsere Stärke der letzten Wochen“, sagt Klopp, „war die Bereitschaft zu arbeiten, das Maximale herauszuholen. Was das sein kann, wissen wir heute noch nicht. Aber es war die Basis, um jetzt hier zu stehen.“ Das Spiel in der Main-Metropole lieferte den Beweis, wie sehr der BVB unter Klopp gereift ist. Gegen einen Gegner, der noch den Blick nach unten richten muss, ließ Dortmund die erste Chance der Eintracht in der 89. Minute zu. Weil Nelson Valdez, der sich mit Frankfurts Keeper Markus Pröll ein Privatduell lieferte, zwei gute Kopfballchancen vergab, war auch Geduld gefragt. Für die belohnte sich der BVB durch die späten Tore von Zidan und Bellaids Eigentor nach Flanke von Tamas Hajnal.Noch hungrig „In Dortmund“, sagte Klopp am Samstagabend im Aktuellen Sportstudio, „gibt man mir wie in Mainz die Zeit und die Freiheiten, in Ruhe zu arbeiten und mich selbst und das Team zu entwickeln.“ Der Erfolg beginnt sich einzustellen. Und noch ist der Hunger nicht gestillt. „Wir wollen“, so Keeper Roman Weidenfeller, „auch noch den siebten Sieg in Serie.“ 

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