Stuttgarts Daniel Schwaab über den Abstiegskampf

Der BVB-Gegner

2009 ist Daniel Schwaab mit der deutschen U21 Europameister geworden. Vor fast zwei Jahren aber wählte Schwaab ganz bewusst den Weg von Leverkusen zum VfB Stuttgart. Über Abstiegskampf, Laufeinheiten um sieben Uhr morgens und Champions-League-Abende vor dem Fernseher statt auf dem Rasen sprach Dirk Krampe mit dem 26-Jährigen.

DORTMUND

, 20.02.2015, 10:45 Uhr / Lesedauer: 3 min
Stuttgarts Daniel Schwaab über den Abstiegskampf

Daniel Schwaab (l.) im Luftduell mit Kölns Slawomir Peszko.

Herr Schwaab, wie sehr hat das Last-Minute-Gegentor in Hoffenheim am vergangenen Wochenende die Stimmung beim VfB heruntergezogen? Daniel Schwaab: Die Enttäuschung war groß. Das war ein schlimmer Moment, der Treffer in der Entstehung sehr unglücklich. Das hätten wir sicher besser verteidigen können. Aber wir haben in dieser Saison ja schon ein paar Nackenschläge wegstecken müssen. Und wir haben in dieser Woche sehr gut darauf reagiert.

Viele Vereine, die im Keller stehen, haben die Winterpause als Zeitpunkt für den Neustart ausgerufen. Warum ist der in Stuttgart so stotternd verlaufen? Schwaab: Wir waren in allen vier Spielen nicht hoffnungslos unterlegen. Es hapert aus meiner Sicht noch an der Balance zwischen der defensiven Stabilität und offensiven Aktionen.

Wer im Keller steht, baut vor allem auf die Heimspiele, auf die Unterstützung der Fans. Der VfB hat erst ein Heimspiel gewonnen. Haben Sie vor eigenem Publikum besonders schwere Beine? Schwaab: Vielleicht liegt es uns tatsächlich ein wenig mehr, wenn wir auswärts nicht unbedingt das Spiel machen müssen und aus einer kompakten Defensive kommen können.

Für diese These sprechen auch die erst vier Heimtore. Eine erschreckende Bilanz … Schwaab: Damit sind wir natürlich auch nicht zufrieden. Wir haben unter Huub Stevens aber zunächst unser Hauptaugenmerk auf die Defensive gelegt. Das ist die Basis. Dass wir deutlich weniger Gegentore bekommen als noch in der Vorrunde, unterstreicht dies.

Wie sehr ist Abstiegskampf Kopfsache? Schwaab: Dafür ist der BVB doch das beste Beispiel. Es geht fast ausschließlich über den Kopf. Jeder weiß doch, dass Borussia Dortmund eine viel zu gute Mannschaft hat, um so weit unten zu stehen.  

Auch in Mainz ist gerade ein Trainer freigestellt worden, weil man der Meinung ist, die Mannschaft sei besser als ihr Tabellenplatz. Lügt die Tabelle auch beim VfB? Schwaab: Grundsätzlich haben wir schon mehrfach gezeigt, dass wir gewisse Qualitäten haben. Unser Problem ist aber, dass wir es noch nicht konstant hinbekommen. Wir haben gute Phasen in unserem Spiel, aber wir haben es noch nicht geschafft, diese Phasen auf einen längeren Zeitraum auszudehnen.

Wie steht es um die mentale Stärke Ihrer Mannschaft? Schwaab: Wir kennen die Situation, wir können damit umgehen. Da bin ich mir ganz sicher.

SEITE 2: Schwaab über Trainerwechsel und Huub Stevens

Sie sind seit 20 Monaten in Stuttgart und haben vier Trainerwechsel erlebt. Ist fehlende Konstanz auf der Bank auch ein Grund für die Probleme? Schwaab: Die Situation ist, wie sie ist. Es bringt nichts, darüber zu lamentieren. Es geht nur darum, gemeinsam die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen.

Ist Huub Stevens der richtige Trainer für die Aufgabe? Schwaab: Ja, das hat er ja auch im vergangenen Jahr gezeigt. Er hat die Erfahrung, er hat die Ruhe. Und er findet die richtige Balance. Er kritisiert, aber er schenkt auch Vertrauen.

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Der BVB auf dem Weg nach Stuttgart

Die BVB-Profis auf dem Weg nach Stuttgart.
19.02.2015
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Die BVB-Spieler am Flughafen Dortmund.© Foto: Groeger
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Schlagworte Borussia Dortmund, BVB

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BVB-Training in Brackel am 18. Februar

Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 18. Februar.
18.02.2015
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BVB-Training in Brackel am 18. Februar.© Foto: DeFodi
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Schlagworte Borussia Dortmund, BVB

Stevens hat einen Ruf als knallharter Trainer. Trainieren Sie tatsächlich härter als unter Armin Veh oder dessen Vorgängern? Schwaab: Jeder Trainer hat seinen eigenen Stil. Wir haben in der Vorbereitung hart trainiert, das stimmt. Aber das war auch notwendig.

Aber um sechs Uhr, wie Ihr Mitspieler Moritz Leitner, mussten Sie noch nicht zum Lauf antreten? Schwaab: Es gab auch mal eine Einheit für uns alle um sieben Uhr morgens. Aber das war schon in Ordnung.

Sie kamen 2013 aus Leverkusen zum VfB. Dort könnten Sie heute Champions League spielen … Schwaab: Ja, das stimmt wohl, aber für mich persönlich war es dennoch der richtige Schritt. Ich habe das damals gemacht, weil ich regelmäßig spielen und auch eine gewisse Wertschätzung erfahren wollte. Dass es sportlich nun so läuft, konnte man nicht vorhersehen. Aber ich fühle mich sehr wohl, das ist mir sehr wichtig.

Borussia Dortmund hat sich zuletzt gefangen, Ihnen droht im dritten Heimspiel der Rückrunde gegen den dritten guten Gegner die dritte Niederlage. Was macht Ihnen Hoffnung? Schwaab: Gegen die Bayern waren wir eine Halbzeit lang ebenbürtig, bis Arjen Robben diese Wahnsinns-Aktion macht. Auch gegen Gladbach waren wir nicht schlechter, da hatten wir zwei Riesenchancen. Das zeigt, dass Nuancen entscheiden. Dass der BVB wieder besser Fußball spielt, überrascht mich nicht, ist aber vielleicht sogar ganz gut für uns.

Das müssen Sie erklären ... Schwaab: Ich hoffe, dass sie auch bei uns offensiv agieren. Das könnte uns entgegenkommen. Es wird ein schweres Spiel, aber wir wollen unsere Chancen nutzen.

Vollenden Sie doch zum Abschluss bitte folgenden Satz: Der VfB steigt nicht ab, weil... Schwaab: ...wir als Team noch enger zusammengerückt sind und die Stimmung in der Mannschaft trotz der prekären Situation gut ist. Und weil jeder weiß, was zu tun ist.

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