Super League: Bayern sagen „Nein“ - BVB-Ultras positionieren sich klar

Borussia Dortmund

Die geplante Super League löst ein Beben im europäischen Fußball aus. Fans und Verbände laufen Sturm. Der FC Bayern schließt seine Teilnahme aus. Die BVB-Ultras positionieren sich klar.

Dortmund

20.04.2021, 10:07 Uhr / Lesedauer: 3 min
Mit diesem Plakat an der B1 positionieren sich die BVB-Fans.

Mit diesem Plakat an der B1 positionieren sich die BVB-Fans. © Klüh

Im europäischen Fußball ist nichts mehr, wie es war. Die Super League soll kommen. Etliche Fragen sind offen, einige werden die Gerichte beschäftigen. Das Streben nach Macht und Milliarden spaltet den europäischen Fußball. Anhänger des FC Liverpool „begraben“ ihren Klub, die BVB-Ultragruppierung „The Unity“ positioniert sich mit einer Plakataktion gegenüber der BVB-Geschäftsstelle an der B1 sowie am Trainingsgelände („Klare Worte statt leere Zeilen: ESL - Absage jetzt und für immer“). Die Verantwortlichen des FC Bayern München schließen eine Teilnahme aus. Wir beantworten die wichtigsten Fragen:


? Wie ernst ist die UEFA-Drohung eines EM-Ausschlusses für Top-Stars der Super-Leauge-Klubs und dem sofortigen Ausschluss aus der Champions League?

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin machte am Montag mit scharfer Kritik deutlich, dass er die abtrünnigen Klubs und deren Spieler am liebsten sofort aus allen UEFA- und FIFA-Wettbewerben verbannen will. Aber eine EM ohne Cristiano Ronaldo, ohne Toni Kroos, ohne Sergio Ramos? Und ein Champions-League-Triumph für Paris Saint-Germain am Grünen Tisch nach einem Ausschluss von Real Madrid, Manchester City und dem FC Chelsea? Dieses Szenario klingt viel zu radikal. So einfach ist es ohnehin nicht. Die Gründerklubs berichteten bereits von rechtlichen Schritten zur Absicherung. Die Frage, wer wo mitspielen darf, geht tief ins EU-Recht. Für Dienstag werden weitere UEFA-Beratungen zu dem Thema erwartet, am Freitag tagt das Exekutivkomitee in einer Videokonferenz. Die UEFA würde sich mit solch drastischen Maßnahmen mitten in der Corona-Krise allerdings massiv selbst beschädigen, ideell wie vor allem ökonomisch. In der aufgewühlten Stimmung scheint aber auch vieles möglich. Zumindest wird die UEFA die maximale Drohkulisse noch eine Weile aufrechterhalten.

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? Was ist die Position der deutschen Klubs?

Borussia Dortmund äußerte sich am Montag wie folgt: „Die Mitglieder des Boards der European Club Association (ECA) haben sich am Sonntagabend zu einer virtuellen Konferenz zusammengeschlossen und bekräftigt, dass der Board-Beschluss vom vergangenen Freitag nach wie vor Gültigkeit hat“, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. „Dieser Beschluss besagt, dass die Klubs die geplante Reform der UEFA Champions League umsetzen wollen. Es war die klare Meinung der Mitglieder des ECA-Boards, dass man die Pläne zur Gründung einer Super League ablehnt.“

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Der FC Bayern München schloss seine Teilnahme an der Super League am Mittwoch kategorisch aus: „Unsere Mitglieder und Fans lehnen eine Super League ab. Es ist unser Wunsch als FC Bayern und unser Ziel, dass die europäischen Vereine diesen wunderbaren und emotionalen Wettbewerb Champions League leben und zusammen mit der UEFA entwickeln. Der FC Bayern sagt Nein zur Super League“, erklärte Präsident Herbert Hainer.

Klare Kante zur Super League bei den Fans des FC Liverpool.

Klare Kante zur Super League bei den Fans des FC Liverpool. © dpa

Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge erklärte: „Ich darf im Namen des Vorstandes ausdrücklich feststellen, dass der FC Bayern nicht an der Super League teilnimmt. Der FC Bayern steht solidarisch zur Bundesliga. Es war und ist für uns immer eine große Freude, als deutscher Vertreter in der Champions League spielen zu können. Wir alle erinnern uns immer noch gerne an unseren Champions-League-Sieg 2020 in Lissabon, so einen glücklichen Moment vergisst man nicht. Für den FC Bayern ist die Champions League der weltweit beste Klubwettbewerb.“


? Wie positioniert sich die Deutsche Fußball Liga?

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert rechnet mit einem langen juristischen Kampf. „Ob diese Superliga dann so tatsächlich kommt, das wird noch abzuwarten sein“, sagte er Sky Sport News. „Der Weg dahin wird sehr lang und sehr steinig und gepflastert sein von immensen und beinharten juristischen Auseinandersetzungen.“ Falle die Champions League als „Refinanzierungsinstrument“ weg, „dann hätte das immense Folgen und diese Folgen wären nicht gut“, meinte Seifert. Er gehe davon aus, dass sich die zwölf Vereine vor ihrer Ankündigung der Super League alle rechtlichen Schritte überlegt hätten: „Insofern erwarte ich, dass es da einen sehr, sehr langen und harten und unter Umständen auch schmutzigen juristischen Kampf geben wird.“

? Welche Auswirkungen hätte die Super League auf den Transfermarkt?

Seit mehr als einem Jahr muss der Klub-Fußball mit düsteren Prognosen und Geschäftszahlen wegen der Corona-Pandemie leben. Für die Teilnehmer der Super League würde das nicht mehr gelten, an die 15 Gründungsmitglieder sollen insgesamt 3,5 Milliarden Euro ausgeschüttet werden. Startet der Wettbewerb in absehbarer Zeit, würden die Spitzenvereine zur noch viel größeren Übermacht werden, die Spieler im Vergleich mit Fantasiesummen locken könnten. Die Folgen scheinen kaum abzusehen.

Von dpa

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