Tachie will beim BVB II durchstarten - und in große Fußstapfen treten

rnBorussia Dortmund II

Richmond Tachie hat eine enttäuschende Spielzeit bei Viktoria Köln hinter sich. Beim BVB II überzeugt er bisher, durfte sogar Profi-Luft schnuppern - und will in große Fußstapfen treten.

Dortmund

, 30.08.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mats Hummels rang sich ein Lächeln ab. „Gut“, sagte er, und klatschte mit Richmond Tachie ab. Der hatte dem Weltmeister bei der 1:3-Testspiel-Niederlage gegen Zweitligist VfL Bochum das einzige BVB-Tor sehenswert aufgelegt. Darüber hinaus zeigte Tachie in einigen Situationen seine Dribbelstärke und sein enormes Tempo. Beim Probelauf der Profis kam der flinke Außenstürmer als Aushilfe für 76 Minuten zum Einsatz. In der kommenden Spielzeit ist er in der U23 von Trainer Enrico Maaßen eingeplant. Bisher spielt Tachie eine überzeugende Vorbereitung. In Dortmund will der Neuzugang zurück in die Spur finden.

BVB-Neuzugang Tachie hat eine sportliche Talfahrt hinter sich

Wie so viele U23-Spieler hat Tachie bereits eine sportliche Talfahrt hinter sich. Der Angreifer, 21 Jahre jung und in Berlin geboren, war vor einem Jahr vom VfL Wolfsburg zu Drittligist Viktoria Köln gewechselt. Dort wollte er sich seine ersten Sporen im Profifußball verdienen, kam aber nur viermal zum Einsatz. Ingesamt wurden für ihn lediglich 92 Einsatzminuten notiert.

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„Ich bin in Köln erst relativ spät angekommen“, erzählt Tachie. „Ich habe die Vorbereitung nicht mitmachen können, da war es schwierig, in die Mannschaft hineinzukommen.“ Dass die Viktoria dann letztlich gegen den Abstieg spielte, habe seine Einsatzchancen zusätzlich begrenzt. „Da war der Trainer der Meinung, dass er erfahrene Spieler braucht.“ Eine richtige Möglichkeit, sich auf dem Rasen zu präsentieren und nachhaltig positiv auszufallen, habe er deshalb „leider“ nicht erhalten. „Ich habe es nicht verstanden, aber akzeptiert“, meint Tachie. „Ich muss aus diesem Jahr lernen.“

BVB-Teammanager Preuß attestiert Tachie „tolle Ansätze“

Die Borussia wählte er vor allem aus zweierlei Gründen aus. Zum einen benötige er Spielpraxis, stellt Tachie klar. Zum anderen habe ihn Trainer Enrico Maaßen überzeugt. „Er hat gesagt, dass er mich besser machen will. Und ich die Mannschaft besser machen kann.“ Als dynamischer und torgefährlicher Tempospieler im Offensivbereich.

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Nach guter Vorbereitung und dem Einsatz bei den Profis steht Tachie ausgesprochen gut dar. Das reicht noch nicht für einen schwarzgelben Verdienstorden. Sicherlich aber ist es ein guter Start für den Angreifer, dem Ingo Preuß „tolle Ansätze“ attestiert. „Bis jetzt habe ich sehr viel Spaß an seinem Spiel.“ Dem U23-Manager war Tachie in der Jugend des VfL Wolfsburg aufgefallen. „Danach habe ich immer wieder ins Scouting-System geschaut“, berichtet Preuß. „Er hat zuletzt wenige Spiele gemacht. Also habe ich mal angerufen.“ Schließlich hatte der BVB Bedarf, musste in diesem Sommer vakante Planstellen im Angriffsbereich neu besetzen.

Tachie folgt beim BVB II auf Führich und Boyamba

Nur ein Spieler des zuletzt so erfolgreichen Dreigestirns gehört noch dem Dortmunder Aufgebot an. Allein Mittelstürmer Steffen Tigges steht beim BVB II noch unter Vertrag. Der in der vergangenen Spielzeit über die linke Seite stürmende Chris Führich (acht Tore, sechs Vorlagn) wurde an den SC Paderborn verliehen. Und der rechts offensiv eingesetzte Joseph Boyamba (zehn Tore, drei Vorlagen) sucht noch einen Verein. Sein Vertrag war zum 30. Juni ausglaufen.

Bei Viktoria Köln erlebte Richmond Tachie eine enttäuschende Saison.

Bei Viktoria Köln erlebte Richmond Tachie eine enttäuschende Saison. © imago images/Revierfoto

Dabei unterscheidet sich Tachies Stil von der Art und Weise seiner erfolgreichen Vorgänger. So startet der stärkere Rechtsfuß seine Hochgeschwindigkeitsläufe am liebsten über die rechte Seite. Führich und Boyamba wiederum nutzen ihre jeweilige Position häufig als Startrampe, um ins Zentrum zu ziehen und mit ihrem besseren Fuß gefährlich zu werden.

Richmond Tachie will im BVB-Trikot noch effizienter werden

„Ich kann natürlich auch links offensiv oder im Sturm spielen“, meint der 1,83 Meter große Tachie. „Am wohlsten fühle ich mich aber rechts. Ich kann nach rechts außen und nach innen dribbeln. Meine gesamte Jugend habe ich dort verbracht.“ Erst bei Tennis Borussia Berlin, dann in Wolfsburg. Die Station beim Erstligisten, sagt Tachie, „war entscheidend für mich, um in Richtung Profifußball angreifen zu können. Ich habe bei den Profis trainiert, Testspiele mitgemacht.“ Er sammelte erste Erfahrungen auf Bundesliga-Niveau und spielte für die Wolfsburger Zweitvertretung in der Regionalliga Nord.

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In der Saison 2018/2019 sammelte Tachie neun Tore und zwei Vorlagen, benötigte dafür lediglich 19 Partien. Im Trikot von Borussia Dortmunds U23 möchte er noch effizienter werden und „mindestens 15 Scorerpunkten“ erreichen. Dann hätte der ehemalige U19-Nationalspieler, der einen Vertrag bis 2022 unterschrieben hat, zumindest einen Außenstürmer-Abgang vergessen lassen. Und Manager Preuß würde vergnügt in die Hände klatschen.

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