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Taktikanalyse: Das erwartet den BVB beim 1. FC Köln

Letztes Hinrunden-Spiel

Im letzten Spiel des Jahres muss Borussia Dortmund am Samstag (15.30 Uhr) eine harte Nuss knacken. Der 1. FC Köln ist defensivstark, hat in 16 Liga-Partien erst 20 Gegentore kassiert. In der vergangenen Saison gelang dem BVB gegen die Kölner in zwei Spielen nur ein eigener Treffer. Der Gegner der Schwarzgelben in der Taktikanalyse.

DORTMUND

von Martin Rafelt (spielverlagerung.de)

, 18.12.2015, 22:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Topscorer der Kölner ist Anthony Modeste (l.).

Topscorer der Kölner ist Anthony Modeste (l.).

1. Wie agiert der 1. FC Köln bei eigenem Ballbesitz?

Im Spiel nach vorne haben sich die Kölner in der laufenden Saison klar weiterentwickelt, auch wenn ihr Stil immer noch vertikal angelegt ist. Gegen Gegner, die im Mittelfeld abwarten, lassen sie den Ball strukturiert hinten herum laufen. Die Außenverteidiger agieren aus einer etwas vorgeschobenen Grundposition. Die Innenverteidiger haben dadurch viel Raum und pendeln öfters hin und her, wenn sich einer der Sechser oder ein Außenverteidiger zurückfallen lässt, um eine Dreierkette zu bilden.

So läuft der Ball zwischen den sechs defensiveren Spielern, während sich die vier Offensiven stark in Richtung Strafraum orientieren. Die Flügelspieler stehen oftmals eingerückt und nahe der letzten Linie, auch die hängende Spitze fällt nicht weit nach hinten. So ist der Raum zwischen offensivem und defensivem Mittelfeld häufig totes Gebiet bei den Kölnern. Diese Zone soll dann schnell überbrückt werden, um geballt die Abwehr zu attackieren. Zuletzt war das aber zu vorhersehbar und Köln erzielte nur ein Tor in vier Spielen.

 

2. Wie spielt der 1. FC Köln gegen den Ball?

Gegen den Ball setzt Köln auf ein handelsübliches 4-4-2, welches aber überdurchschnittlich kompakt interpretiert wird. Die Flügelspieler arbeiten sehr gut mit ins Zentrum, sodass vor allem die Mittelfeldlinie eng und schwer durchdringbar ist. Die Abstände zwischen den Linien werden aber nicht mehr ganz so diszipliniert gehalten wie noch letzte Saison. Die Abwehr weicht zuweilen etwas zu frühzeitig nach hinten. Die Stürmer unterstützen das Mittelfeld nicht sehr kompakt; wobei das gegen den BVB durchaus anders aussehen könnte.  

Auch die Positionstreue im Defensivspiel ist ein Pluspunkt. Nach Balleroberungen kommen die Spieler dadurch schneller nach vorne und haben bessere Verbindungen untereinander. Bei System wie dem der Frankfurter, bei dem die Flügelspieler nicht zentral ins Mittelfeld schieben sondern den Flügel entlang decken, werden die Wege zum Tor weiter und das Umschaltspiel langsamer.

 

3. Auf welchen Spieler muss der BVB besonders achten?

Der Topscorer der Kölner ist Anthony Modeste, der auch gegen überlegene Gegner für Durchschlagskraft sorgen kann. Der Franzose ist sehr unangenehm zu verteidigen, da er sich immr wieder so um die Innenverteidiger herum bewegt, dass diese sich umorientieren müssen oder ihren Zugriff verlieren.

Das ist nicht nur im Strafraum gefährlich, sondern auch bei Konterangriffen oder langen Bällen. Die Stellung der Innenverteidiger wird destabilisiert und dadurch werden Pässe in die Tiefe leichter. Außerdem bringt Modeste eine starke Athletik ein, mit der er sich individuell durchsetzen kann.

 

4. Wo liegen die Chancen für den BVB?

Grundsätzlich ist die Dortmunder Strategie sehr gut auf das Bespielen von 4-4-2-Ordnungen ausgerichtet. Gegen die kompakte Interpretation von Köln könnte es aber schwieriger werden, in die wichtigen Halbräume einzudringen. Wenn die Mittelfeldreihe sehr eng ist, werden die Pässe hindurch nicht nur schwieriger, sondern Fehlpässe werden auch risikoreicher, was ein wichtiger psychologischer Faktor sein kann.

Zudem ist gut denkbar, dass Peter Stöger gegen den Favoriten umstellt. Gegen die Bayern setzte er auf ein 5-4-1-System. Massive Abwehrreihen haben sich aber gegen die Lupfer der Borussia als nicht so wirksam herausgestellt; wahrscheinlicher ist daher, dass das Mittelfeld verstärkt wird. Dann müssen die Schwarzgelben die richtigen Lösungen finden.

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