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Theo Schneider und der Aufstieg des BVB II vor zehn Jahren: Eine wahnsinnige Atmosphäre

rnZeitspiel

Theo Schneider führte den BVB II vor zehn Jahren in die 3. Liga. In unserem Zeitspiel erinnert sich der Coach an die Erfolgssaison mit vielen Eigengewächsen - manche wurden später Stars.

Dortmund

, 25.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Bierduschen, Jubel in Schwarzgelb, Spieler klettern über den Zaun und baden im pulsierenden Fanblock aus über 2500 mitgereisten Borussen. Der 30. Mai 2009 war ein perfekter Tag für den Dortmunder Fußball.

Erinnerungen sind nicht verblasst

Denn: Die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund stieg nach einem 2:2 bei Preußen Münster in die 3. Liga auf - und exakt zehn Jahre später sind die Erinnerungen daran nicht verblasst. „Es war ein tolles Spiel in Münster, eine wahnsinnige Atmosphäre. Gefühlt war alles Schwarzgelb, das habe ich sehr genossen“, sagt Theo Schneider, der den BVB II damals als Cheftrainer zu Meisterschaft und Aufstieg führte.

Zur Person
  • Theo Schneider (58) wuchs in Selm auf. Seine Profikarriere begann er 1978 bei Borussia Dortmund, er absolvierte 74 Spiele in der Bundesliga sowie 157 Partien in der zweiten Liga.
  • Als Trainer führte er den BVB II zum Aufstieg in die 3. Liga (2009) und arbeitete unter anderem für Rot-Weiß Oberhausen, den SC Wiedenbrück und seit 2015 für Ferencvaros Budapest.

Für Schneider, der heute für den ungarischen Rekordmeister Ferencvaros Budapest arbeitet, war dieser Erfolg ein Höhepunkt seiner Laufbahn. „Einer der schönsten Momente, vor allem, weil wir mit sehr vielen Eigengewächsen gespielt haben, die aus der U19 des BVB oder der Region rund um Dortmund stammten“, betont er.

Fast alle Spieler des damaligen Meisterkaders aus der Regionalliga West legten später beachtliche Karrieren hin. So wie die beiden Dortmunder Torschützen des entscheidenden Spiels in Münster: Daniel Gordon brachte es zum Zweitligaspieler und Nationalspieler Jamaikas. Uwe Hünemeier schaffte den Aufstieg in die englische Premier League mit Brighton and Hove Albion - und kletterte jetzt mit dem SC Paderborn in die Bundesliga. „Uwe Hünemeier hätte ich auch gern zu Budapest geholt, leider hat das nicht geklappt“, sagt Theo Schneider.

Noch immer einen guten Draht zu einigen Spielern

Geklappt hat dagegen das Bundesliga-Abenteuer von Daniel Ginczek. Beim Aufstieg vor zehn Jahren noch das Sturm-Küken des BVB II, schoss das Dortmunder Eigengewächs mittlerweile Erstliga-Tore für den VfB Stuttgart und den VfL Wolfsburg. „Er hat seit unserem Erfolg damals eine tolle Entwicklung genommen“, lobt Schneider, der noch immer einen guten Draht zu einigen Spielern der damaligen Erfolgself pflegt.

Theo Schneider und der Aufstieg des BVB II vor zehn Jahren: Eine wahnsinnige Atmosphäre

BVB-Kapitän Sebastian Kehl half nach dem Aufstieg in die 3. Liga auch mal in der zweiten Mannschaft aus. © imago

Zwei Akteure sind noch immer für den BVB aktiv: Nachwuchskoordinator Lars Ricken (Schneider: „Er hat sogar ein wichtiges Tor geschossen“) und Marcel Schmelzer, der als Profi in Dortmund bereits 251 Bundesligaspiele gesammelt hat.

Plötzlich stand der BVB-Bus vor der Tür

„Schmelle haben wir damals in der zweiten Mannschaft vom Linksaußen zum Linksverteidiger umgepolt“, erinnert sich Theo Schneider, der auch die spontane Meisterparty nicht vergessen hat: „Wir sind mit dem Mannschaftsbus direkt nach dem Spiel nach Selm gefahren zu mir nach Hause und haben dort im Garten und Keller ordentlich gefeiert.“ Die Polizei sei damals nicht gekommen, nur neugierige Nachbarn. „Steht ja auch nicht jeden Tag ein BVB-Bus vor der Tür“, meint Schneider und lacht.

Sein sportliches Glück gefunden hat der heute 58-Jährige, der auch als Profi für den BVB spielte, in Ungarn. Seit viereinhalb Jahren arbeitet er für den Rekordmeister Ferencvaros Budapest. Als Chefscout und Nachwuchskoordinator, eine Zeit lang unter Cheftrainer Thomas Doll. Schneiders größte Entdeckung: Adam Nagy, der mittlerweile für den FC Bologna in der italienischen Serie A kickt und Budapest eine Millionen-Ablöse einbrachte.

Bald wartet ein neues Projekt auf Schneider

Am 30. Juni läuft Theo Schneiders Vertrag bei Ferencvaros aus. Was dann kommt, will der Meistercoach von 2009 noch nicht verraten. Nur soviel: „Ich bleibe dem Fußball erhalten und arbeite an einem neuen spannenden Projekt in Ungarn.“

Theo Schneider und der Aufstieg des BVB II vor zehn Jahren: Eine wahnsinnige Atmosphäre

Auch den späteren Bundesliga-Coach Hannes Wolf (vorne) nahm Theo Schneider unter seine Fittiche. © imago

Dank der direkten Flugverbindung Budapest - Dortmund sei das mit Familienbesuchen im heimischen Ruhrgebiet sehr gut zu koordinieren. „Das geht sogar leichter und schneller, als würde ich zum Beispiel in Rostock arbeiten und jedes Mal fünf Stunden im Auto sitzen müssen, um nach Hause zu fahren.“

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