Topspiel gegen Atletico: Wie gefestigt ist der BVB?

Champions League

Borussia Dortmund empfängt Atletico Madrid zum Spitzenspiel. Das Duell mit dem spanischen Topklub ist eine Art Reifeprüfung für den BVB - und die Vorfreude in der Mannschaft ist groß.

Dortmund

, 24.10.2018, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Topspiel gegen Atletico: Wie gefestigt ist der BVB?

Viel Arbeit für die junge BVB-Abwehr: Abdou Diallo, Achraf Hakimi und Dan-Axel Zagadou (von links) bekommen es heute Abend mit Atleticos Superstar Antoine Griezmann und dessen Sturmpartner Diego Costa zu tun. © dpa/imago

Lucien Favre und Marco Reus stehen nicht unbedingt im Verdacht, bei dem Gedanken an Pressetermine übertriebene Glücksgefühle zu entwickeln. Sie gehören zum Beruf dazu, aber es ist eher die Pflicht als die Lust, die antreibt, diese Termine wahrzunehmen. Man geht halt hin, weil man es muss, und das ist ja auch völlig legitim - lieber auf dem Fußballplatz Taten sprechen lassen, als auf Pressekonferenzen oder in Interviews große Reden schwingen.

Gute Stimmung

In Anbetracht dieser Tatsache war es schon auffällig, wie viel und wie häufig am Dienstagmittag auf dem Podium des Presseraums im Signal Iduna Park gegrinst wurde. Man hatte auf der offiziellen Pressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel des BVB gegen Atletico Madrid (21 Uhr, live auf Sky) tatsächlich ab und an den Eindruck, Reus und Favre hätten ein bisschen Spaß an dem Frage-und-Antwort-Spiel mit den versammelten Journalisten. Ein Grinsen hier, ein Lächeln dort. Die Stimmung ist gut beim BVB nach zuletzt fünf Siegen in fünf Pflichtspielen - und die Vorfreude auf das Duell mit dem spanischen Spitzenklub um die Tabellenführung in Gruppe A groß.

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Die RN-Vorschau auf das BVB-Spiel gegen Atletico

„Atletico ist seit sieben Jahren eine der besten Mannschaften in Europa“, sagt Favre auf die Frage, wie er das Team von Trainer Diego Simeone einschätze. Zweimal zogen die „Rojiblancos“, die Rot-Weißen, in den vergangenen fünf Jahren ins Finale der Königsklasse ein. Zweimal scheiterte Atletico am großen Rivalen Real Madrid. In dieser Saison, das ist die große Hoffnung des Arbeiterklubs aus der spanischen Hauptstadt, soll es wieder klappen mit dem Finale, das am 1. Juni 2019 im eigenen Stadion, dem nagelneuen Estadio Wanda Metropolitano, ausgetragen wird. Dann soll endlich der Titel her. Favre hält das nicht für ausgeschlossen: „Atletico ist eine sehr, sehr große Mannschaft.“

„Das ist allerhöchstes Niveau“

Michael Zorc beurteilt die Lage ganz ähnlich. „Atletico Madrid gehört zu den besten Teams der Welt“, meint der BVB-Sportdirektor, „sie haben europaweit eine der besten Abwehrreihen und vorne ein paar Jungs, die ziemlich gut wissen, wie man Tore schießt. Das ist allerhöchstes Niveau.“

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Allerhöchstes Niveau, das die Partie heute Abend für Borussia Dortmund zu einem echten Härtetest werden lässt. Das zwölfte Pflichtspiel der Saison ist auf dem Papier das bislang schwierigste. Die BVB-Offensive, zuletzt im Dauerrausch, wird beweisen müssen, wie torgefährlich sie gegen Atleticos Abwehrbollwerk sein kann. Und die BVB-Defensive, die weiter ohne die verletzten Marcel Schmelzer (Knieprobleme) und Manuel Akanji (Hüftprobleme) auskommen muss, wird beweisen müssen, wie sattelfest sie gegen Superstar und Weltmeister Antoine Griezmann und dessen Sturmpartner Diego Costa sein kann.

„Sie sind jung, aber sie sind gut“

Der BVB im Herbst 2018 hat durchaus das Selbstvertrauen und das Selbstverständnis, diesen Härtetest mutig und optimistisch anzugehen. Favre vertraut seinen jungen Spielern, gerade auch in der Innenverteidigung. „Natürlich, natürlich“, sagt der Schweizer, „sie sind jung, aber sie sind gut. Sie machen Fortschritte. Sie haben viel vor. Sie müssen noch viel lernen, aber das ist kein Problem.“

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Abschlusstraining des BVB vor dem Spiel gegen Atletico Madrid

23.10.2018
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BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Atletico Madrid.© dpa
BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Atletico Madrid.© dpa
BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Atletico Madrid.© dpa
BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Atletico Madrid.© dpa
BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Atletico Madrid.© dpa
BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Atletico Madrid.© dpa
BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Atletico Madrid.© dpa
BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Atletico Madrid.© imago/Jan Huebner
BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Atletico Madrid.© imago/Jan Huebner
BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Atletico Madrid.© imago/Jan Huebner
BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Atletico Madrid.© imago/Jan Huebner
BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Atletico Madrid.© imago/Jan Huebner
BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Atletico Madrid.© imago/Jan Huebner
BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Atletico Madrid.© imago/Jan Huebner
BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Atletico Madrid.© imago/Jan Huebner
BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Atletico Madrid.© imago/Jan Huebner

Während die BVB-Abwehrzentrale also erneut von Abdou Diallo und Dan-Axel Zagadou besetzt werden dürfte, steht im Sturmzentrum noch ein Fragezeichen hinter Torquoten-König Paco Alcacer. Am Dienstag fehlte der Stürmer wegen Oberschenkelproblemen im Training, ob er spielen kann, entscheidet sich kurzfristig. „Wir wissen es noch nicht, wir werden sehen“, sagte Favre - und dabei war ihm ausnahmsweise mal nicht zum Grinsen zumute.

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