Svenja Schlenker und BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer. © BVB
Borussia Dortmund

Trainer, Berater, Mannschaft: So plant der BVB sein Frauenfußball-Team

Der BVB will im Sommer mit einer Frauenfußball-Mannschaft in der Kreisliga starten. Einen Trainer und Berater hat der BVB bereits gefunden. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Frauenfußball-Start.

Wenn im Juli die Fußball-Saison 2021/2022 startet, dann ist Borussia Dortmund erstmals auch mit einer Frauenfußball-Mannschaft vertreten. Das Team in Schwarzgelb startet dabei ganz unten: in der Kreisliga geht‘s für den BVB im Sommer los.

Leiterin der neuen Mädchen- und Frauenfußballabteilung wird, das steht bereits seit September fest, Svenja Schlenker, die schon seit 2007 in verschiedenen Funktionen für den BVB tätig ist und selbst Fußball gespielt hat. Nun hat sich die 37-Jährige ein Team zusammengestellt, das die Borussia ab dem Sommer im Frauenfußball etablieren soll. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Frauenfußball-Start beim BVB:

Wer wird das Frauenfußball-Team des BVB trainieren?

Der neue BVB-Trainer hat sich im Dortmunder Frauenfußball schon einen Namen gemacht: Thomas Sulewski wird der Mann an der Seitenlinie in Schwarzgelb. Der 30-Jährige war zuletzt drei Jahre lang Trainer des Frauenteams beim SV Berghofen und führte dieses im vergangenen Sommer zum Aufstieg in die 2. Bundesliga. Aus privaten Gründen hatte er den Klub dann aber verlassen. Nun will er mit dem BVB eine neue Erfolgsgeschichte starten. „Thomas Sulewski passt mit seiner Vita wunderbar zu unserem Weg“, sagt Svenja Schlenker. Den BVB haben sehr viele Bewerbungen für den Trainerposten erreicht, „Thomas ist dabei herausgestochen“. Unterstützt wird Sulewski von den Co-Trainern Tim Treude und Dustin Wurst.

Thomas Sulewski wird Trainer des BVB-Frauenteams. © Stephan Schütze © Stephan Schütze

Wer gehört noch zum Team hinter dem Team?

Der BVB hat zwei ehemalige Fußballprofis als sportliche Berater für seine Frauenfußballabteilung verpflichtet: Weltmeisterin Annike Krahn und Ex-BVB-Profi Christian Timm. Beide sind auch nach dem Karriereende dem Fußball treu geblieben. Krahn ist aktuell Teammanagerin der U17-Junioren beim DFB, Timm ist als Berater tätig – unter anderem im Frauenfußball. „Die beiden können uns mit ihrem großen Erfahrungsschatz sehr weiterhelfen, vor allem in den Bereichen, in denen wir uns noch nicht so gut auskennen“, sagt Svenja Schlenker. BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer lobt: „Svenja hat eine richtig gute Personalauswahl getroffen. Der Dortmunder Weg war uns sehr wichtig und dazu passen alle Personalien sehr gut.“

Wie soll der Kader zusammengestellt werden?

Der BVB strebt einen Kader von 20 bis 22 Spielerinnen an. Die Corona-Pandemie erschwert allerdings die Zusammenstellung des Teams. „Wir können erst Sichtungen machen, wenn man wieder in größeren Gruppen trainieren darf“, sagt Svenja Schlenker. Sie hofft, dass es im Frühjahr wieder möglich ist. „Zur Not machen wir die Sichtungen über Videos“, sagt sie. Dem Start des BVB-Teams im Sommer stehe aktuell nichts im Wege. Gemeinsam mit Trainer- und Beraterteam sollen in den kommenden Wochen Rahmenbedingungen erstellt werden, die die künftigen BVB-Spielerinnen erfüllen müssen. So ist es etwa von Vorteil, wenn sie aus der Umgebung kommen. „Wir suchen eine ambitionierte Kreisliga-Mannschaft“, sagt Schlenker.

Bekommen Spieler und Trainer Geld?

Nein. Die Spielerinnen bekommen kein Geld dafür, dass sie für den BVB spielen. Und der BVB wird auch kein Geld dafür ausgeben, Spielerinnen zum BVB zu holen, betont Carsten Cramer. Das Trainerteam erhält eine übliche Aufwandsentschädigung.

Wie sieht der Fahrplan aus?

Die Saison beginnt wahrscheinlich Ende Juli. Bis dahin ist also noch ein bisschen Zeit. Zunächst einmal wird Svenja Schlenker mit dem Trainer- und Beraterteam die Planungen vorantreiben. Sobald Sichtungstrainings möglich sind, wird ein erweiterter Kader zusammengestellt. „Im Training wird sich dann herauskristallisieren, wer in der Mannschaft spielen wird“, sagt Svenja Schlenker. Vor dem Saisonstart sind Testspiele geplant – und ein wenig Zeit zum Kennenlernen brauche das Team auch noch, so Schlenker.

Wo trägt das BVB-Team seine Spiele aus?

Die BVB-Frauen werden ihre Heimspiele im Stadion Rote Erde austragen. Als Trainingsgelände nutzt das Frauenteam zunächst das ehemalige Profi-Gelände am Rabenloh im Schatten des Signal Iduna Parks. Dort ist bereits die Fußball-Akademie des BVB beheimatet. „Wir haben da eine hervorragende Infrastruktur“, sagt Svenja Schlenker. „Und weil wir abends trainieren, kommen wir uns auch mit der Fußball-Akademie nicht in die Quere.“

Fußball-Weltmeisterin Annike Krahn wird den BVB bei seinem Frauenfußball-Team beraten. © imago/Nordphoto © imago/Nordphoto

Warum startet der BVB in der Kreisliga?

Der BVB möchte mit der neuen Abteilung organisch wachsen und hat sich deshalb dafür entschieden, ganz unten anzufangen. Diesen Wunsch äußerten auch die BVB-Fans in verschiedenen Befragungen. „Wir sind von dem Weg zu 100 Prozent überzeugt, weil er zu Borussia Dortmund passt“, sagt Carsten Cramer. Dabei sei es nicht das Ziel, anderen Frauenfußballmannschaften in Dortmund und der Umgebung etwas wegzunehmen, sondern eine Bereicherung darzustellen. „Frauenfußball hat so eine große Bedeutung bekommen, dass wir die Verantwortung nun selbst übernehmen müssen“, sagt Cramer. „Mädchen und Frauen sollen davon träumen können, im schwarzgelben Trikot zu spielen.“

Noch nicht ganz klar ist, wo in der Kreisliga der BVB starten wird. Aktuell gibt es in Dortmund keine Kreisliga B, sondern nur zwei A-Ligen. Aber auch wenn der BVB ganz unten anfängt: Er hat Ambitionen – und schaut nach oben.

Hat der BVB noch weitere Pläne in Sachen Frauenfußball?

Der Deutsche Fußball-Bund hat sich zusammen mit Belgien und den Niederlanden für die Frauenfußball-WM 2027 beworben. Sollte das Turnier in Deutschland ausgetragen werden, will sich der BVB mit dem Signal Iduna Park als Spielort bewerben, sagt Carsten Cramer.

Über die Autorin
BVB-Team
Liebt geschriebene Worte, wollte deshalb nie etwas anderes als Journalistin werden. 1989 geboren im Schwarzwald, aufgewachsen im Sauerland, heute in Dortmund zu Hause. Erzählt seit 2013 die Geschichten dieser Stadt, ihrer Menschen und ihres schwarzgelben Fußballklubs.
Zur Autorenseite
Jana Klüh

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.