Tuchel: "Wollen durch Sieg einen Push bekommen"

BVB-Topspiel gegen Leipzig

Beim 0:1 in Leipzig bekam Borussia Dortmund erstmals aufgezeigt, dass der große Umbruch nicht ohne Reibungsverluste vonstatten gehen würde. Vor dem Rückspiel am Samstagabend (18.30 Uhr, Signal Iduna Park) sprach BVB-Trainer Thomas Tuchel auf der Pressekonferenz über Revanche-Gedanken, seine Sehnsucht nach einem Erfolgserlebnis und die massive Kritik an seiner Person. Hier gibt's das Video.

DORTMUND

, 03.02.2017, 15:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

BVB-Trainer Thomas Tuchel über...

 

... die Personalsituation: "Sven Bender und Nuri Sahin fehlen sicher, am Mittwoch hat Lukasz Piszczek nach dem Training über muskuläre Probleme geklagt, die vom Rücken her kommen. Er ist fraglich für morgen, wir warten da den Test ab."

... Alexander Isak: "Dadurch, dass er die Spielberechtigung hat, ist er natürlich auch ein Kandidat für den Kader. Er trainiert gut, er ist dabei anzukommen. Aber wir haben sehr viele gesunde Spieler, die Konkurrenzsituation ist hoch. Wir müssen abwägen, was wir ihm schon zumuten können. Es gibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es etwas zu früh kommt."

... seine Erwartungen an die Partie gegen Leipzig: "Es ist eine sportlich sehr schwere Aufgabe, ich erwarte ein sehr anstrengendes Spiel - körperlich und mental. Wir wollen versuchen, unseren Stil durchzubringen und werden alles tun, zu Hause zu gewinnen und einen Push zu bekommen. Es beginnt eine entscheidende Phase mit Pokal und Champions League."

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BVB gegen RB Leipzig - elf Fakten zum Topspiel

Hätten Sie's gewusst? Für alle, die am Samstagabend ins Stadion pilgern, aber auch für alle anderen, die das Topspiel Borussia Dortmund gegen RB Leipzig vorm Fernseher verfolgen, haben Petra Nachtigäller und Tobias Jöhren elf Fakten herausgesucht, mit denen sich beim Fachsimpeln punkten lässt.
03.02.2017
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Vereinsmitglieder: Puh, das ist ja schon fast unfair. Der BVB hat 145.207 Fans mit Mitgliedsbuch, die Leipziger gerade einmal 750. Nein, das ist kein Verschreiber. In Dortmund ist es gute Sitte, Neugeborene zuerst bei der Borussia und dann erst beim Standesamt anzumelden. 1:0 für den BVB.© Foto: dpa
Team-Marktwert: Ganz klares Plus für den reichen Onkel aus dem Westen: Laut Internet-Portal Transfermarkt.de glänzen die Dortmunder mit einem Team-Marktwert von 339,25 Millionen Euro, da nehmen sich die Leipziger mit 79,05 Millionen geradezu bescheiden aus. 2:0 für den BVB.
Nationalspieler: 18:7 - noch Fragen? 18 Borussen tragen die Auswahltrikots ihrer Länder, bei den Gästen sind es derer nur sieben. Auch im Juniorenbereich spricht die aktuelle Statistik eindeutig für Schwarzgelb: neun Jung-Borussen vs. vier Jung-Bullen. Also ganz klar: 3:0 für den BVB.
Trainer-Duell: Da darf der schmale Thomas Tuchel mit breiter Brust auftreten: 1,69 Punkte pro Spiel im Schnitt weist die Statistik für den BVB-Coach aus, Ralph Hasenhüttl kommt auf 1,56. Auch im direkten Trainer-Duell hat TT die Nase vorn bei zwei Siegen und einer Niederlage. 4:0 für BVB.© Foto: dpa
Teuerste Spieler: Tja, auch hier hat der BVB die teureren Karten: Pierre-Emerick Aubameyang (27) wird mit 45 Millionen Euro Transferwert gelistet (was er gerade offenbar austestet), Leipzigs Naby Keita (Guinea/21) gerade einmal mit elf, aber der ist ja auch noch jung. 5:0 für den BVB.© Foto: dpa
Junges Gemüse: Die Borussia hält in dieser Bundesliga-Saison zwar den Bestwert für die jüngste Start-Elf: 22,9 Jahre waren die BVB-Kicker beim 1:1 gegen die Hertha. Das Durchschnittsalter des Kaders liegt aber bei 25,1 (danke, Roman Weidenfeller), das von RB nur bei 24,2. 5:1 für den BVB.© Foto: dpa
Salzburger Spezialitäten: Klare Kiste - 1:13. Während Kevin Kampl als einziger Kicker den Weg von RB Salzburg zur Borussia nach Dortmund fand, wechselten insgesamt schon 13 Spieler von RB zu Schwesterklub RB, also von Salzburg nach Leipzig. Manche stört das, manche nicht. Na ja. 5:2 für den BVB.© Foto: dpa
Ewige Tabelle: Es ist das Duell Zweiter gegen 46. Der BVB kann auf 1680 Bundesligaspiele zurückblicken: 736 Siege, 434 Remis, 510 Pleiten. Leipzig steht am Samstag erst vor seinem 19. Auftritt im Fußball-Oberhaus - sammelte allerdings schon 13 Siege. Trotzdem: 6:2 für den BVB.
Transferbilanz: Der BVB hat vor der Saison viele Spieler ge- und verkauft. Unter dem Strich steht, Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt, ein Minus von 9,6 Millionen Euro. Leipzig legte als Aufsteiger primär Wert aufs Einkaufen, das Minus bei RB beträgt satte 59,5 Millionen Euro. 7:2 für den BVB.© Foto: dpa
Zuschauerschnitt: In dieser Disziplin ist der BVB der Krösus der Liga. 81 072 Fans pilgern im Schnitt zu den Heimspielen der Borussia. Aber auch in Leipzig sind es beachtliche 41 518. Damit rangiert der Aufsteiger auf Anhieb auf Platz neun. 8:2 für den BVB.© Foto: dpa
Bierpreis: Geht‘s nach dem Bierpreis, ist das Duell Dortmund gegen Leipzig ein echter Abstiegskracher - nämlich Tabellen-17. gegen 18. 3,70 Euro kostet der Becher Gerstensaft in Dortmund, 3,50 Euro in Leipzig. Liga-Tiefstwert. 8:3 für den BVB.© Foto: dpa

... Revanche für das Hinspiel: "Nur ein bisschen. Wir haben tatsächlich auch ein paar Bilder geschaut aus dem Hinspiel, aber das war eine sehr inhaltliche Betrachtung. Wir wollen Lösungen finden. Das Hinspiel ist spät auf eine Seite gekippt, vorher hatten wir gute Möglichkeiten, und wer weiß, wie die Saison gelaufen wäre - auch für RB. Seither sind sie auch getragen von der Euphorie."

... fehlende "Killermentalität": "Ralph Hasenhüttls Aussage deckt sich schon mit unserer Analyse, gerade bei den Spielen, die unentschieden endeteten, und wo wir die Tür wieder aufgemacht haben."

... Leipzigs Lauf: "Sie haben viel Qualität. Es gibt nicht viele Mannschaften, die mehr investiert haben, daher ist das keine normale Situation, es ist kein normaler Aufsteiger, aber sie fühlen sich als Aufsteiger und können völlig frei diese Welle reiten. Das erinnert stark an Leicester, und wie die sind sie latent immer noch unterm Radar. Ich bin verwundert, wie überrascht einige Reporter manchmal noch sind über ihren Erfolg. Für mich ist er schon lange keine Überraschung mehr."

... die Aufregung um das Aubameyang-Interview: "Auf der einen Seite messen wir dem nicht die allergrößte Bedeutung bei. Wer es im Detail liest, der stellt ja fest, dass sich Auba eine grundsätzliche Frage stellt, ob er noch einmal eine neue Herausforderung angehen soll. Ob man das öffentlich tun muss, darüber kann man streiten."

... Druck bei Kampf um Platz drei: "Das hängt über uns wie eine Glocke, ist aber völlig in Ordnung. Wir wollen in die Champions League und kennen das Thema seit Saisonbeginn. Es ist Druck, den Leipzig sicher nicht hat. Wichtig ist, dass daraus kein negativer Druck entsteht. Wir müssen bei uns bleiben und uns auf kleine Etappen konzentrieren, um unseren großen Ziele zu erreichen."

... massive Kritik an seiner Person: "Das wirkt natürlich. Es ist ein Stück weit normal, dass es auf mich bezogen wird. Die Kritik ist teilweise nebulös, diffus und nicht klar strukturiert. Wer mich und mein Team kennt, der weiß, wie selbstkritisch wir sind. Ich habe es ja schon gesagt, es ist eine Prüfung für uns. Wir versuchen, gelassen zu bleiben und uns auf uns zu besinnen."

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