Union-Analyse mit Verspätung! Dem BVB geht wertvolle Zeit verloren

rnBorussia Dortmund

Mit zehn Tagen Verspätung analysieren die BVB-Profis das ernüchternde 1:3 gegen Union Berlin. Vor der heißen Woche gegen Leverkusen, Barcelona und Frankfurt geht Trainer Favre wertvolle Zeit verloren.

Dortmund

, 11.09.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sportliche Rückschläge wie beim 1:3 in Berlin hat Mats Hummels in seiner langen Karriere häufig genug erlebt. Ruhe bewahren, an den Schwächen arbeiten und die Fehler abstellen, das wäre die normale Herangehensweise für Borussia Dortmund nach der ersten Saisonpleite gewesen. Die nach dem Spiel folgende Bundesliga-Pause aber erschwert die Aufarbeitung einer Niederlage, die einige Fragen aufgeworfen hat. Sie kann wegen der Vielzahl der Nationalmannschafts-Abstellungen am Trainingsgelände in Brackel frühestens am Mittwoch beginnen, wenn der Großteil der Spieler zurückerwartet wird.

Favre stehen nur sieben Feldspieler zur Verfügung

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Hummels ist als einer der wenigen in Dortmund geblieben und hat nun auch als Spieler des BVB erlebt, wie klein die Trainingsgruppe wird, wenn sich ein Dutzend Nationalspieler auf den Weg zu ihren Auswahlmannschaften machen. Nur sieben Feldspieler aus dem Kader standen Trainer Lucien Favre in den vergangenen zehn Tagen zur Verfügung, dazu kamen die beiden Torhüter Roman Bürki und Marwin Hitz. Das lässt kaum ein geregeltes Training zu. „Man versucht Spaß zu haben und trotzdem gut zu trainieren, damit wir uns in eine noch bessere Verfassung bringen können“, sagt der 30-Jährige.

„Wir müssen das Spiel natürlich aufarbeiten, aber das macht erst Sinn, wenn die Gruppe wieder größer ist und alle Spieler zurück sind.“
Mats Hummels

Nur drei Spieler aus dieser kleinen Gruppe, hat Hummels durch einfaches Abzählen ermittelt, hätten beim 1:3 in Berlin auf dem Rasen gestanden. „Wir müssen das Spiel natürlich aufarbeiten, aber das macht erst Sinn, wenn die Gruppe wieder größer ist und alle Spieler zurück sind“, erklärte der Innenverteidiger nach der Testpartie in Cottbus.

Wertvolle Zeit geht dennoch verloren, da wird Hummels nicht widersprechen. Denn es gäbe genug zu tun. Naturgemäß ist die Abstimmung zwischen Hummels und Manuel Akanji nach so kurzer gemeinsamer Zeit noch nicht optimal. Da geht es auch um Absicherung, wenn einer, wie Akanji in Berlin, individuell patzt. Mit Akanjis Vertretern, sollte der Schweizer nach seinem Bänderanriss am Samstag gegen Leverkusen nicht spielen können, ist die Abstimmung quasi nicht existent, so in die Partie gegen die Werkself einzusteigen, käme quasi einem Blindflug gleich.

Hummels und Weigl proben den Ernstfall

In Cottbus agierte Julian Weigl an Hummels‘ Seite, das war ungeplant immerhin schon mal ein guter Test für den Ernstfall, denn erst kurz vor dem Anpfiff in der Lausitz sickerte die Verletzung von Akanji durch. „Jule macht das taktisch gut, er ist auch technisch ein guter Fußballer“, sagt Hummels. Wie sicher das Duo agieren würde, wenn am Samstag Leverkusen ähnlich aggressiv und früh anläuft wie während der sehr dominanten Anfangsphase beim letzten Aufeinandertreffen im März, das lässt sich aber kaum vorhersagen. Dass Akanji sich verletzt habe, gesteht Hummels ein, „ist gar nicht schön!“

Noch besteht beim Schweizer Nationalspieler Hoffnung. Akanji postete am Sonntag ein Foto, an seinem linken Bein unverkennbar ein Gerät zur Stromtherapie. Mit einem strammen Tapeverband sollte bei dieser Verletzung ein Einsatz eigentlich möglich sein, spätestens am Freitag soll der 23-Jährige einen Trainingsversuch starten.

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