Unruhe zur Unzeit: BVB-Trainer Favre schadet sich und dem Klub

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Mit seiner hampeligen Haltung in der Torhüterfrage sorgt Lucien Favre für große Unruhe beim BVB. Das ist nicht nur unnötig, es kommt auch noch zur Unzeit und die Debatten helfen niemandem.

Dortmund

, 25.10.2020, 16:53 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es geschieht nicht zum ersten Mal, dass der Cheftrainer sich und dem Klub einen Bärendienst erweist wie aktuell in seiner konträr zur Klubführung kommunizierten Linie in der Keeper-Frage. Manchen Verantwortlichen schwillt der Kamm, weniger wegen der sprachlichen Barrieren des Schweizers, sondern wegen seiner eigenwilligen Denk- und Verhaltensweisen.

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Bei aller Wertschätzung für den feinen Menschen und den fachkundigen Fußballlehrer ist und bleibt es kompliziert, mit Favre zusammenzuarbeiten. Belege dafür werden nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand weitergetragen.

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Das Verständnis für diese Extratouren lässt nach in Dortmund, die Toleranzschwelle sinkt weiter. Dennoch bleibt Favre aus mehreren triftigen Gründen bis zum Vertragsende im Sommer 2021 im Amt, solange die sportlichen Saisonziele nicht fundamental gefährdet sind.

Die BVB-Führungsspieler stehen hinter Lucien Favre

Aus der Mannschaft gibt es viel Unterstützung für den Trainer. Die Führungsspieler stehen hinter ihm, auch wenn der Trainer mit seinen kryptischen Ansprachen sicher keine Gänsehaut unter die Trikots zaubert. Dass der BVB gerade in den großen Spielen nicht performt, muss man zuvorderst dem Rasenpersonal zuschreiben. Dass mitunter der extreme Siegeswille nicht zu spüren ist, das trifft auf Favre und seine Fußballer zu.

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Letztlich trägt der Trainer die Gesamtverantwortung. In einem klärenden Gespräch könnte er auf den bisher besten Saisonstart unter seiner Leitung verweisen. In der Liga steht der BVB auf Augenhöhe mit Bayern und Leipzig - und meilenweit vor Schalke -, in der Champions League ist trotz der Rom-Pleite keine Entscheidung gefallen.

In dem aktuellen BVB-Kader steckt unfassbar viel Potenzial

Ob sich Coach, Kicker und Klubspitze jetzt noch zu einer titeltauglichen Einheit zusammenraufen, das erscheint fraglich. Wenn es nicht gelingt, wäre das jammerschade. So viel Potenzial wie im aktuellen Kader hatte der BVB lange nicht.

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