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Videostudium gehört bei Bosz zum BVB-Programm

Futter für den Kopf

Nicht nur auf dem Rasen müssen Borussia Dortmunds Profis während der Tage in Bad Ragaz Schwerstarbeit leisten. Tägliche Teamsitzungen mit Videostudium gehören zum Trainingsprogramm genauso dazu. Der neue Coach Peter Bosz verlangt einiges, damit der Übergang zu seinen Vorstellungen, wie der BVB spielen soll, möglichst schnell bewältigt werden kann.

BAD RAGAZ

, 31.07.2017 / Lesedauer: 3 min
Videostudium gehört bei Bosz zum BVB-Programm

Alles hört auf sein Kommando: Der neue BVB-Trainer Peter Bosz (M.) bringt den Spielern seine Vorstellungen von Fußball nahe.

Als Espanyol Barcelona in Ansätzen das spielte, was eigentlich Borussia Dortmund nach den Vorstellungen des neuen Trainers auf den Rasen bringen soll, da geriet der BVB gleich in Bedrängnis. Roman Bürki hatte Nuri Sahin kurz angespielt, der wurde von gleich zwei Spaniern unter Druck gesetzt und spielte den Ball auch noch etwas zu kurz auf seinen Torhüter zurück. Bürki musste Kopf und Kragen riskieren.

Wesentlich radikaler und konsequenter

Die Szene aus dem Testspiel am Freitag (0:1) stand nicht stellvertretend für den Spielverlauf. Dortmund war die Mannschaft, die dieses Spiel weitgehend dominiert hatte. Sie stand aber exemplarisch für den Anpassungsprozess, den die Mannschaft derzeit durchläuft.  

Unter Thomas Tuchel setzte der BVB im Verlauf der vergangenen Saison zunehmend auch auf eine Dreierkette. Das schuf ein Übergewicht im Mittelfeld, aus dem eine Dominanz im Aufbau resultieren sollte. Peter Bosz setzt ähnlich wie Tuchels Vorgänger Jürgen Klopp auf Gegenpressing, also das schnelle Zurückerobern des Balles, nachdem man ihn verloren hat. Bosz allerdings verlangt dies noch wesentlich radikaler und konsequenter als einst Klopp.

Auch Bürki muss sich umstellen

Nicht nur für die Feldspieler ändert sich dadurch einiges. Man hat im Training hier in Bad Ragaz schon gesehen, wie akribisch der Niederländer die Positionen jedes einzelnen Spielers auf dem Feld korrigiert, wie es ihm dabei zum Teil um Zentimeter geht. Auch Roman Bürki aber muss sich umstellen. „Gegenpressing heißt, extrem hoch zu stehen und sofort zu attackieren, egal, wo wir auf dem Feld den Ball verlieren. Das heißt, dass ich auch hoch stehen muss, damit der Abstand zu den Vorderleuten stimmt“, sagt der Torhüter.

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Bildergalerie

BVB-Training in Bad Ragaz am 30. Juli

Bilder des BVB-Trainings in Bad Ragaz am 30. Juli.
30.07.2017
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Bilder des BVB-Trainings in Bad Ragaz am 30. Juli.© Foto: Guido Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Bad Ragaz am 30. Juli.© Foto: Guido Kirchner
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Fußball, Fussball: 1. Bundesliga, Saison 2017/2018, Tag 5 im Trainingslager von Borussia Dortmund am 30.07.2017 in Bad Ragaz, Schweiz.Dortmunds Maximilian Philipp bei der Ballannahme.© Foto: Guido Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Bad Ragaz am 30. Juli.© Foto: Guido Kirchner
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Fußball, Fussball: 1. Bundesliga, Saison 2017/2018, Tag 5 im Trainingslager von Borussia Dortmund am 30.07.2017 in Bad Ragaz, Schweiz.Dortmunds Alexander Isak, Dortmunds Christian Pulisic und Dortmunds Neven Subotic gehen über den Trainingsplatz und werfen einen Schatten auf den Rasen.© Foto: Guido Kirchner
Fußball, Fussball: 1. Bundesliga, Saison 2017/2018, Tag 5 im Trainingslager von Borussia Dortmund am 30.07.2017 in Bad Ragaz, Schweiz.Dortmunds Trainer Peter Bosz (m) geht mit seinen Spielern über den Trainingsplatz und werfen dabei einen Schatten auf den Rasen.© Foto: Guido Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Bad Ragaz am 30. Juli.© Foto: Guido Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Bad Ragaz am 30. Juli.© Foto: Guido Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Bad Ragaz am 30. Juli.© Foto: Guido Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Bad Ragaz am 30. Juli.© Foto: Guido Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Bad Ragaz am 30. Juli.© Foto: Guido Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Bad Ragaz am 30. Juli.© Foto: Guido Kirchner
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Schlagworte BVB , Borussia Dortmund

Durch die Rückkehr zur Viererkette ist Bürki zudem viel mehr als im vergangenen Jahr als Anspielstation und Ballverteiler gefordert. „Bei der Dreierkette“, meint er, „stehen die drei Spieler hinten relativ eng zusammen. Bei einer Viererkette stehen die Außen sehr hoch, aber auch die beiden Innenverteidiger stellen sich breit auf. Das bedeutet, dass ich in die Mitte einrücken und anspielbar sein muss, wenn der Querpass zwischen beiden Innenverteidigern zu riskant wäre.“ Im Idealfall kann Bürki als „Zwischenstation“ für die sichere Verlagerung sorgen oder in der Dreiecksformation vertikal auf den Sechser spielen.

"Auf dem Platz sieht es etwas anders aus"

Viel Denkarbeit sei zu leisten, sagt der Schweizer Schlussmann. „Wir hatten ja auch in den vergangenen beiden Jahren einige Dinge einstudiert, die müssen wir jetzt beiseiteschieben und vieles neu lernen. Was wir jetzt spielen wollen, kannten die meisten Spieler noch gar nicht.“

Daher gibt es auch hier in der Schweiz tägliche Videositzungen, in denen Bosz Fehler aufzeigt und Korrekturhilfen gibt. Viel Futter für den Kopf, und das, so Bürki, sei ja auch nur der eine Teil. „Im Videostudium sitzt man da und sagt, ja klar, so oder so müssen wir das machen. Auf dem Platz ist es dann aber immer wieder doch noch etwas anders.“

Keine Sorgen

Das hat auch schon Julian Weigl festgestellt, der nach seiner Verletzung bislang ausschließlich in den Teamsitzungen die neue Philosophie verinnerlichen muss. „Als Sechser werde ich oft sogar vor meinen beiden Nebenleuten in den Halbpositionen agieren, das ist neu.“ Mit dem Vorteil, wie Weigl grinsend anfügt, „dass ich so vielleicht ja mal auch als Torvorbereiter in Erscheinung treten kann.“ Oder gar als Torschütze.  

Die Zeit bis zum Saisonstart, glaubt Bürki, werde nicht reichen, um Bosz' Vorstellungen komplett umzusetzen. Das hat der Trainer auch schon mehrfach vermutet. Sorgen um den BVB müsse man sich deshalb aber nicht machen. „Wir sollten als Borussia Dortmund auch stark genug sein, Spiele zu gewinnen, wenn noch nicht alles optimal funktioniert.“

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