Konnte sich beim BVB-Testkick gegen Paderborn empfehlen: Nico Schulz. © RHR-FOTO
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Viele exklusive Bilder: BVB verliert Test gegen Paderborn – Schulz empfiehlt sich

Borussia Dortmund verliert das Testspiel gegen den SC Paderborn, aber Nico Schulz empfiehlt sich für mehr. Hier gibt es viele exklusive Bilder und eine Spielanalyse.

Borussia Dortmund hat zurzeit einige Ausfälle zu beklagen. Wer nicht verletzt ist, ist auf Länderspielreise – oder beides. Dafür konnten sich am Donnerstag andere Profis beim Testspiel empfehlen und nahmen auch durchaus ihre Chance wahr. „Wir wollten Emre Can und Nico Schulz, der ein richtig gutes Spiel gemacht hat, wieder in eine gute Verfassung bringen. Wir wollten auch Julian Brandt und Reinier einen Rhythmus geben und haben heute viele junge Spieler gesehen“, sagte BVB-Coach Marco Rose nach der 0:3-Niederlage gegen den SC Paderborn. Hier gibt es viele exklusive Bilder:


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Exklusive Bilder: BVB verliert Testspiel gegen Paderborn

BVB-Test gegen Paderborn: Nico Schulz empfiehlt sich

Spielanalyse: Der Test war in diesem Moment noch keine halbe Stunde alt. „Schulz, bester Mann“, rief da ein BVB-Fan laut hinunter aufs Feld. Nico Schulz hob den rechten Daumen, rief kurz „danke dir“ zurück – und arbeitete weiter. Eine Stunde später ließ sich festhalten: Schulz war in der Tat Borussia Dortmunds bester Mann.

Im Duell mit dem Zweitligisten SC Paderborn kassierten die Schwarzgelben am Donnerstagnachmittag zwar eine 0:3-Niederlage, doch die rund 500 Zuschauer im Jugendstadion des BVB sahen einen bestens aufgelegten Linksverteidiger. Schulz nutzte den Testkick, um kräftig Eigenwerbung zu betreiben. Aufmerksam und robust im Zweikampf, mit Tempo und Dynamik nach vorn, er schlug einige gute Flanken und lief defensiv mehrmals Paderborner Vorstöße ab.

BVB-Coach Rose lobt Nico Schulz nach dem Testspiel gegen Paderborn

Auch Marco Rose war der engagierte Auftritt des 28-Jährigen nicht entgangen. „Nico hat ein richtig gutes Spiel gemacht“, lobte Dortmunds Cheftrainer. Unter anderem für Ersatzkraft Schulz hatte Rose den Test vereinbart, um diesem Spielpraxis zu vermitteln. Um ihn Sicherheit gewinnen zu lassen für mögliche Einsätze im Wettkampf, die jetzt anstehen könnten. Denn: Das Verletzungspech gönnt dem BVB weiter keine Auszeit.

Thorgan Hazard (Sprunggelenk), Thomas Meunier (Wunde am Knie und angeschwollener Zeh), Youssoufa Moukoko (muskuläre Probleme) und Raphael Guerreiro kehrten verletzt von ihren Länderspielreisen zurück. Bei Guerreiro und Moukoko handelt es sich um Faserrisse. „Sie werden vorerst nicht zur Verfügung stehen“, teilte der BVB mit. Wie lange sie ausfallen, ist unklar. Guerreiro wird aber gegen Mainz am 16. Oktober nicht mitwirken können, also ist Nico Schulz erster Kandidat als linker Außenmann in der Abwehrkette. Roses Vertrauen in diese Variante dürfte dank Schulz‘ starker Leistung im Testspiel gewachsen sein. „Bei allen anderen Spielern, die vorzeitig von ihren Nationalteams zurückgekehrt waren, sieht es derzeit so aus, dass sie nach den freien Tagen nach und nach wieder ins Mannschaftstraining einsteigen werden können“, heißt es.

Auch andere BVB-Spieler durften sich gegen Paderborn zeigen

Während Schulz also seine Chance gegen Paderborn beherzt beim Schopfe packte, ließ Reinier die seine verstreichen. Auch für den stürmenden Brasilianer, der bislang über die Rolle des Kurzarbeiters beim BVB nicht hinausgekommen ist, war der Test gedacht. Schließlich könnte ja gegen Mainz auch Angreifer Erling Haaland weiter fehlen, falls sich dessen hartnäckige Oberschenkelprellung nicht binnen der nächsten acht Tage in den Griff bekommen lassen sollte. Noch hegt der BVB Hoffnung auf einen Einsatz des Norwegers, „unsere top medizinische Abteilung betreut ihn täglich“, versicherte Marco Rose. Nur wenn es dennoch nicht reichen sollte – und eben zudem Thorgan Hazard abwinken muss? Dann käme plötzlich für Reinier womöglich der Platz im Angriff neben Donyell Malen in Frage.

Nur wirklich aufzudrängen wusste sich Reinier gegen Paderborn nicht. Mit Ausnahme eines Kopfballs in der ersten Halbzeit, den er per Doppelpass mit Nico Schulz auch noch selbst klug eingeleitet hatte, kam vom 19-Jährigen nicht viel. Er mühte sich, aber Torgefahr beschwor er mit seinen Aktionen keine herauf. Ging ein Ball oder ein Zweikampf verloren oder ein Zuspiel daneben, ließ er viel zu früh die Schultern hängen. Die Körpersprache verriet: Reinier fehlt jegliches Selbstvertrauen.

BVB-Allrounder Emre Can ist noch von seiner Bestform ein Stück weit entfernt

Emre Can dagegen hat davon seit jeher genug. Ihm, den seit dem Sommer muskuläre Beschwerden bremsten, fehlt es eher an Zeit. Denn der Test gegen Paderborn offenbarte, dass Can, der das Team am Donnerstag als Kapitän aufs Feld führte und von der Sechserposition aus zu lenken versuchte, derzeit noch ein Stück weit von seiner Bestform entfernt ist. „Emre startet mit dem Spiel heute möglicherweise seine Saison erst so richtig. Er hat erstmals über 60 Minuten wieder auf dem Platz gestanden“, erklärte Marco Rose, und: „Er ist ein wichtiger Faktor für uns. Fit ist er jetzt und jetzt muss er noch auf ein Niveau kommen, mit dem er am Wochenende marschieren kann.“

Ob Can schon gegen Mainz dringend gebraucht wird, dürften die BVB-Ärzte mitentscheiden. Deren Agenda hat es in sich. Denn neben den Nationalspielern, die zuhauf mit frischen Blessuren anklingelten, sind da auch noch Jude Bellingham und Mats Hummels, um die es sich zu sorgen gilt. Beide Stammkräfte kamen gegen Paderborn nicht zum Einsatz, sie bekamen Schonung verordnet. Hummels klagt nachwievor über eine gereizte Patellasehne im Knie, und bei dem intensiv belasteten Youngster Jude Bellingham, so verriet es Marco Rose, stünden derzeit „Untersuchungen auf dem Programm, um an seiner Stabilität zu arbeiten“. Im schwarzgelben Lazarett stehen spannende Tage bevor.

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Jahrgang 1993, Dortmunder Junge und Amateurhandballer mit großer Liebe für den Fußball und den Ruhrpott. Studium der Journalistik an der TU Dortmund, nach kurzer Zwischenstation beim Westfälischen Anzeiger in Hamm wieder zurück bei den Ruhr Nachrichten, seit 2020 BVB-Reporter.
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Marvin K. Hoffmann
Sportredaktion Dortmund
Sascha Klaverkamp, Jahrgang 1975, lebt im und liebt das Münsterland. Der Familienvater beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Sportberichterstattung. Einer seiner journalistischen Schwerpunkte ist Borussia Dortmund.
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Sascha Klaverkamp