Vollgas-BVB tritt auf die Bremse

Frustbewältigung

MÖNCHENGLADBACH Als sich das Scheitern in Frust ergoss, flogen auf der Dortmunder Bank die Fetzen. Roman Weidenfeller giftete Sebastian Kehl an – Jürgen Klopp schrie daraufhin den Torhüter zusammen. Und die TV-Kameras waren immer live dabei. „Nach so einem Spiel müssen wir einfach ein anderes Bild abgeben“, urteilte der Trainer mit ein paar Minuten Abstand.

von Von Sascha Fligge

, 24.05.2009, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Roman Weidenfeller (li.) und Sebastian Kehl: Am Samstagnachmittag war es vorbei mit der Eintracht.

Roman Weidenfeller (li.) und Sebastian Kehl: Am Samstagnachmittag war es vorbei mit der Eintracht.

Die Rechtfertigungs-Versuche für den eklatanten Mangel an Angriffslust und Aktivität klangen am Wochenende bei allen Borussen ähnlich: „Wären wir mit Mann und Maus nach vorne gerannt, hätten uns einen Konter gefangen und in Frankfurt wäre es beim 2:2 geblieben, hätte ganz Deutschland in uns die Deppen gesehen“, sagte Kehl und verfiel in Pathos: „Die Jahre ziehen vorüber und die Möglichkeiten international zu spielen auch.“ Borussia Dortmunds Führungszirkel, der nun mit einem äußerst limitierten Budget in den Transfersommer einsteigen muss, bemühte sich am Samstag, den tristen Schleier des Scheiterns von einer Saison zu entfernen, die voller Inbrunst und Erfolge steckte. „Fast am Optimum“, so Borussias KGaA-Boss Hans-Joachim Watzke, habe das Team gespielt. Der BVB stellte mit sieben Siegen in Serie einen Vereinsrekord auf, verlor zu Hause kein einziges Spiel, beendete die Saison mit den wenigsten Niederlagen aller Klubs (5) und kassierte die zweitwenigsten Gegentore (37). „Das alles hat meine Erwartungen weit übertroffen“, sagte Klopp.

Am Montag wird sein Arbeitgeber die Ticket-Preise erhöhen (zum Beispiel um 16,50 Euro für Inhaber von Südtribünen-Dauerkarten) und sich in diesem sensiblen Bereich etwas näher an entrückte Schalker, Hamburger und Stuttgarter wirtschaften. Die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb hätte sicher dafür gesorgt, dass Borussia Dortmunds Maßnahme mit etwas Sanftmut begleitet worden wäre.

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