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Der FC Bayern patzt in Nürnberg - BVB ist doch noch im Titel-Rennen

Verrückter Spieltag

Nach der Niederlage gegen Schalke erklärt Lucien Favre den Titelkampf für entschieden. Das sehen die BVB-Verantwortlichen anders - und auch der FC Bayern München, der in Nürnberg patzt.

Dortmund

, 28.04.2019, 16:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der FC Bayern patzt in Nürnberg - BVB ist doch noch im Titel-Rennen

Wollen sichnoch nicht geschlagen geben: Michael Zorc (r.) und Hans-Joachim Watzke. © imago

Michael Zorc hatte keinen guten Samstagabend, Niederlagen seines Vereins nagen ohnehin schon am Ur-Dortmunder. Niederlagen gegen den Revierrivalen tun aber doppelt so weh. Und das 2:4 am Samstag toppte vom Verlauf und der besonderen Dramaturgie noch diverse Spiele der schwarzgelben und königsblauen Vergangenheit gegeneinander.

„Zwei Wahrheiten“

„Wir haben es selbst verbockt!“ Zorc stellt das im Gespräch mit dieser Redaktion gleich klar, er zählt auch die gravierenden Fehler auf, die zum Beispiel dem zweiten Schalker Tor vorausgingen. „Schlampiges Passspiel, eine unnötige Ecke, die schlechte Verteidigung des Kopfballs“ - die Fehlerkette beim 1:2 war lang. Doch zum 2:4 würden, sagt Zorc, „auch zwei Wahrheiten“ gehören. Er meint damit noch nicht einmal die Elfmeterentscheidung, die zwar unverständlich, aber dann wohl regelkonform gewesen sei, auch nicht die Roten Karten. „Damit haben wir uns selbst aus dem Spiel genommen.“

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Zorc stößt vielmehr die unterschiedliche Bewertung und Sanktionierung der Foulsituationen von Schiedsrichter Felix Zwayer auf. McKennies dunkelgelbes Einsteigen gegen Axel Witsel gehörte dazu, das Ausbleiben der fälligen Gelb-Roten Karte gegen Caligiuri sowie die vielen kleinen Fouls, die Guido Burgstaller begehen durfte. „Da hatte der Schiedsrichter kein Maß!“

„Natürlich sind die Bayern jetzt in der Pole Position“

Dass der BVB die Niederlage dennoch selbst zu verantworten habe, bleibt davon unberührt. Und anders als Trainer Lucien Favre mag er auch noch keine Vorentscheidung im Titelkampf erkennen und artikulieren. In diesem Punkt geht der Sportdirektor wie auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke auf Distanz zum leitenden Angestellten. Watzke hatte gegenüber dem „Kicker“ erklärt: „Wir geben erst auf, wenn es rechnerisch nicht mehr möglich ist.“ Auch Zorc betonte auf Anfrage die Verpflichtung gegenüber den Fans, „jetzt die restlichen Spiele zu gewinnen. Natürlich sind die Bayern jetzt in der Pole Position, aber wir schenken keinesfalls etwas ab. Das wäre das falsche Signal.“

Der FC Bayern patzt in Nürnberg - BVB ist doch noch im Titel-Rennen

Enttäuschte Bayern nach dem 1:1 in Nürnberg: Robert Lewandowski (l.) und Leon Goretzka. © imago

Am Sonntagabend rieben sich die Dortmunder Verantwortlichen - und besonders Lucien Favre - vor dem heimischen Fernseher dann vermutlich verwundert die Augen. Der FC Bayern München holte beim 1. FC Nürnberg nur ein glückliches 1:1. Der Rückstand des BVB auf den FCB beträgt nach der Derby-Niederlage also nicht die zu erwartenden vier, sondern „nur“ zwei Punkte. Am kommenden Samstag legen die Bayern gegen Hannover vor (15.30 Uhr), Dortmund bestreitet am Abend (18.30 Uhr) das Topspiel in Bremen.

Urteil gegen Reus und Wolf am Montag

Bereits am Montag wird das DFB-Sportgericht die Roten Karten von Marco Reus und Marius Wolf verhandeln und ein schriftliches Urteil fällen. Zorc hofft auf ein Urteil, dass beiden noch eine Rückkehr auf den Platz in dieser Saison ermöglicht. Vor allem bei Reus, sagt Zorc, sei die Absicht, den Ball zu spielen, klar erkennbar gewesen.

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