Vorhang auf, Königsklasse! Der BVB fiebert einem großen Fußballabend entgegen

Champions League

Das sportliche Kräftemessen des BVB mit dem Starensemble aus Paris, das brisante Wiedersehen mit Ex-Trainer Tuchel: Vorhang auf, Königsklasse!

Dortmund

, 18.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
BVB gegen Paris - Dortmund freut sich auf einen großen Fußballabend.

BVB gegen Paris - Dortmund freut sich auf einen großen Fußballabend. © Groeger

Mit vereinten Kräften wuchten die Helfer noch die letzten Sitzreihen auf der Südtribüne an Ort und Stelle. Schwarze Planen auf ausgewählten Plätzen warten auf ihre Bestimmung, sie werden hochgehalten, wenn endlich das Flutlicht funkelt und das Spiel beginnen kann. BVB gegen PSG, Achtelfinale in der Champions League, der Blaumann gegen die Haute Couture des europäischen Klubfußballs. Ein Fußballabend, der herrliches Spektakel verspricht.

BVB gegen Paris - zwei Tormaschinen treffen aufeinander

Hier Borussia Dortmund, 24 Tore in sechs Partien in diesem Jahr. Dort Paris Saint-Germain, 17 Treffer in sechs Spielen in der Gruppenphase, in zuletzt 30 Spielen in der Champions League immer mindestens einmal erfolgreich. Auf der einen Seite die Weltstars Neymar und Kylian Mbappe, dort die vielleicht zukünftigen Aushängeschilder Jadon Sancho und Erling Haaland. Für ein Spiel in der Runde der letzten 16 birgt dieses deutsch-französische Duell jede Menge Brisanz. Denn da wartet ja auch noch das Wiedersehen mit dem Ex-Trainer auf den BVB.

Schwarze Planen auf ausgewählten Plätzen warten auf ihre Bestimmung.

Schwarze Planen auf ausgewählten Plätzen warten auf ihre Bestimmung. © Groeger

Thomas Tuchel, lässig gekleidet mit einem schwarzen Kapuzenpulli, knipste am Montag sein Grinsen an, nachdem er mit der „KLJ 3274“ am Dortmund Airport eintraf. Er wolle sich bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte „nicht in den Mittelpunkt stellen“, ließ er wissen. Seine Demission in Dortmund, trotz des DFB-Pokalsiegs, hatte im Frühsommer 2017 derart hohe Wellen geschlagen, dass sich die Aufregung nur scheinbar gelegt hat.

Der Stachel sitzt tief beim beim neureichen Emporkömmling

Auf beiden Seiten gibt es Protagonisten, die nach Hin- und Rückspiel lieber Glückwünsche entgegennehmen würden als dem anderen zu gratulieren. Offiziell lautet die Kommunikationslinie beim BVB allerdings anders. „Wir spielen gegen PSG und nicht gegen den FC Tuchel“, sagte stellvertretend Torhüter Roman Bürki. „Er wird an der Seitenlinie stehen, aber das wird uns nicht interessieren.“

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BVB gegen Paris: So lief der Tag vor dem Spiel

Gerade Bürki könnte, wie schon im Vorrundenspiel gegen Slavia Prag, wieder im Mittelpunkt stehen, denn PSG protzt mit der geballten offensiven Wucht von Neymar und Mbappe, Angel Di Maria oder Mauro Icardi. Eine erlesene Auswahl an Angreifern, die im mit Milliarden an Finanzdoping aus Katar hochgezüchteten Kader noch herausragt. Doch ein Stachel sitzt tief beim neureichen Emporkömmling: PSG scheiterte in den vergangenen drei Jahren jeweils im Achtelfinale, wo das Halbfinale doch kaum reicht, um den Ansprüchen und dem Selbstverständnis zu genügen. Der Druck liegt in diesem Zweikampf unstrittig auf der Seite der Franzosen.

Das 0:0 gegen Barcelona soll dem BVB als Blaupause dienen

Dem BVB soll’s recht sein, bei den Schwarzgelben kippte die Stimmungslage nach dem auch defensiv überzeugenden 4:0 gegen Eintracht Frankfurt wieder Richtung Zuversicht. „Da haben wir aggressiver gespielt. Wenn wir den Ball mal verlieren, müssen wir ihn sofort zurückholen und wieder nach vorne spielen“, schlug Stratege Axel Witsel vor.

Die Partie gegen die Eintracht und vor allem auch der überzeugende internationale Auftakt gegen den FC Barcelona im September, der ungerechterweise nur mit einem 0:0 endete, sollen als Blaupause dienen für die Borussen. Kompakt und kollektiv gegen den Ball arbeiten, geduldig auf die Chancen warten, einfache Ballverluste vermeiden und keine Läufe in die Tiefe zulassen. „Wir dürfen Paris nicht zu viel Raum geben. Das wird ein Schlüssel sein“, betonte Witsel. Vor Dortmunds Dynamik im Spiel nach vorne wird auch Paris Respekt haben. Und entsprechend vorsichtiger agieren als in den ungleichen Partien in der Ligue 1.

BVB gegen Paris - Chancen auf ein Spektakel stehen gut

Kleiner machen als nötig will, bei allem ausdrücklich betonten Respekt vor dem Gegner, auch BVB-Trainer Lucien Favre seine Mannschaft nicht. „Wir wissen, wie sie spielen und welche Klasse-Spieler PSG in seinen Reihen hat“, sagte der Schweizer, ergänzte jedoch selbstbewusst: „Was am Ende zählt, sind wir selbst.“ Beim Tête-à-Tête der Taktikfüchse auf der Trainerbank setzt Favre darauf, Paris die Stärken zu nehmen und die eigenen Qualitäten durchzusetzen.

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Bildergalerie

Das Abschlusstraining des BVB vor dem Spiel gegen Paris

Die Bilder des BVB-Abschlusstrainings in Brackel vor dem Champions-League-Spiel gegen Paris.
17.02.2020
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Das BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Paris.© dpa
Das BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Paris.© dpa
Das BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Paris.© dpa
Das BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Paris.© dpa
Das BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Paris.© dpa
Das BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Paris.© dpa
Das BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Paris.© dpa
Das BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Paris.© dpa
Das BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Paris.© dpa
Das BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Paris.© dpa
Das BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Paris.© dpa
Das BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Paris.© dpa
Das BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Paris.© dpa
Das BVB-Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Paris.© dpa

„Entscheidend ist sehr oft, wie wir verteidigen“, meint der BVB-Coach. „Wir benötigen gute Balleroberungen.“ Die brächten Ballbesitz und damit mehr Ruhe. Je länger die Borussen PSG kontrollieren und defensiv beschäftigen, desto größer sind die Chancen. Auch wenn Favre orakelt, dass „ein 1:0 oder sogar ein 0:0 manchmal ein sehr schönes Spiel sein kann“, die Chancen auf ein Spektakel stehen deutlich größer.

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