Vorm Derby: Kehl und Metzelder gemeinsam am Klavier

Nur leise Töne

Dienstag, vier Tage vor dem Derby. Borussia trifft Schalke. Sebastian Kehl trifft Christoph Metzelder - aber keiner will über das nahende Spiel der Spiele sprechen.

DORTMUND

von Von Hermann Beckfeld

, 01.02.2011, 07:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Walk of Fame Stein in der Silberstr mit BVB Spiler Sebastian Kehl
[Foto: Dieter Menne
Datum: 29.06.2015]

Walk of Fame Stein in der Silberstr mit BVB Spiler Sebastian Kehl [Foto: Dieter Menne Datum: 29.06.2015]

Ein Vorspiel der besonderen Art auf neutralem Platz in Essen, in der Zentrale von Evonik, dem Hauptsponsor der Schwarzgelben und Förderer des Rotary Klavier Wettbewerbs Jugend. Weil der Erlös des Preisträgerkonzerts an das Netzwerk Roter Keil mit „Schutzengel“ Sebastian Kehl und die Metzelder-Stiftung geht, lachten die beiden „Pianisten“ in die Kameras. Passend zum Doppelpass zwischen Fußball und Musik hatte sich der Autor schöne Fragen ausgedacht. Was ist, wenn Schalke auch das Spiel in Dortmund vergeigt? Können die Königsblauen ausgerechnet beim Erzrivalen für einen Paukenschlag sorgten? Was hält Sebastian Kehl von den ungeliebten Schalkern, die zu Beginn der Rückserie wieder aus dem Takt gekommen sind?

Von wegen. Klavier-Wettbewerb ja, Derby nein. Die etwas sonderbare Pressekonferenz, auf der die Mehrheit der Journalisten mit Musik so viel am Hut hatte wie die Klopp-Elf mit Auswärtsniederlagen, wurde zum Lehrstück der leisen Töne. Weil nun mal beide Kicker die Klaviatur der Diplomatie bestens beherrschen. Aus unterschiedlichen Motiven. Christoph Metzelder, dessen Schalker mehr als angeschlagen im Signal-Iduna-Park auflaufen – 0:1 gegen Hamburg, 0:1 gegen die TSG Hoffenheim. Und als wären diese peinlichen Heimpleiten nicht schon schlimm genug, dreht Felix Magath das Spielerkarussell so rücksichtslos, dass schon die kleinste Äußerung selbst einen gestandenen Profi wie Metzelder ins Rotieren bringen könnte. Für Sebastian Kehl gilt: Er gehört dazu, ist aber nicht mittendrin. Wenn schon die Aktivposten auf dem Rasen das Wort Meisterschaft nicht aussprechen, sollte auch der Dauerverletzte auf der Tribüne den Traum vom Titel verschweigen.

Immerhin. Zwei Mal ließ sich sein Freund Christoph aus der Defensive locken. Der Gründer der Stiftung, die sich für die Ausbildung von Jugendlichen engagiert, erklärte, dass er sich beim Thema Schulabbruch von Jung-Profi Julian Draxler raushält. Aber: „Mich hat auch keiner um Rat gefragt.“ Zum Schluss sprach der Ex-Borusse doch über das Derby. Natürlich weiß er, es wird sein bisher schwerstes Spiel als Schalker. „Ich kann mir gut vorstellen, was mich am Freitag erwartet.“ Eins steht fest: Im Revierschlager ist Musik drin – jedenfalls mehr als auf der Pressekonferenz.

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