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Warum Antoine Griezmann dem BVB einen beträchtlichen Geldsegen bescheren könnte

Borussia Dortmund

Borussia Dortmund darf sich Hoffnungen auf einen warmen Geldregen machen. Und zwar, weil die Zukunft des französischen Top-Stürmers Antoine Griezmann geklärt scheint. Ein Rechenspiel.

Dortmund

, 14.06.2019 / Lesedauer: 4 min
Warum Antoine Griezmann dem BVB einen beträchtlichen Geldsegen bescheren könnte

Vielen Dank! Weil Antoine Griezmann Atletico Madrid den Rücken kehrt und wohl zum FC Barcelona wechselt, könnte der BVB im Sommer eine Menge Geld einstreichen. © imago

Antoine Griezmann verlässt in diesem Sommer Atlético Madrid. Das hat der französische Top-Stürmer bereits Mitte Mai bekanntgegeben. Möglich macht dies eine Ausstiegsklausel, die am 1. Juli greift und auf eine Ablöse von 120 Millionen Euro festgeschrieben ist. Erst im vergangenen Sommer hatte der Franzose diesen Passus in seinem Arbeitspapier verankern lassen - als er seinen Vertrag bei Atlético entgegen aller Erwartungen und höchst medienwirksam bis 2023 verlängerte.

Sportdirektor plaudert Barça-Wechsel aus

Nun scheint auch geklärt, wohin die Reise für den 28-Jährigen geht. Zwar gab sich Griezmann selber am Dienstag am Rande des 4:0-Sieges der Franzosen gegen Andorra noch zurückhaltend: „Ich weiß nicht, ob ich in der spanischen Liga bleiben werde, aber in zwei Wochen wissen wir mehr.“

Atleticos Geschäftsführer Miguel Angel Gil Marin plauderte am Mittwochabend gegenüber dem spanischen TV-Sender Movistar jedoch aus: „Wir wissen seit März, dass Griezmann zu Barça wechseln wird.“ Wenn es wirklich so kommt, wäre das eine gute Nachricht. Für Barcelona, für Antoine Griezmann - und möglicherweise auch Borussia Dortmund.

Dembélé bei Barça auf der Abschussliste

Denn durch die prominente Verstärkung würde das ohnehin große Gedränge in der Offensiv-Abteilung der Katalanen noch größer werden - und zwangsläufig den einen oder anderen Abgang nach sich ziehen. Ganz oben auf der Abschussliste steht dabei ein alter Bekannter: Ousmane Dembélé.

In den vergangenen zwei Spielzeiten schaffte es der französische Flügelflitzer gefühlt öfter in die Schlagzeilen als in die Startelf der Katalanen. Geschwänzte Trainingseinheiten, durchzechte Nächte vor der Spielekonsole und übermäßiger Fast-Food-Konsum sind nur einige der Laster, die dem 22-Jährigen in den vergangenen Monaten nachgesagt wurden.

Immer wieder öffentliche Kritik

Das alles brockte Dembélé in schöner Regelmäßigkeit öffentliche Kritik ein - etwa von Luis Suarez, Barça-Trainer Ernesto Valverde oder dem französischen Nationalcoach Didier Deschamps. Auch die beiden Team-Leader Lionel Messi und Gerard Piqué sollen sich Dembélé zur Brust genommen haben.

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Doch Dembélé scheint unbelehrbar. Die spanische Sportzeitung „AS“ berichtete die Tage von der jüngsten Eskapade. Demnach sei Dembélé in der Woche vor dem spanischen Pokal-Finale mehrfach verspätet zum Training erschienen, weshalb er nun bei den Katalanen - mal wieder - vor dem endgültigen Aus stehen soll.

BVB als Nutznießer der Eskapaden?

Nutznießer könnte in diesem Fall ausgerechnet Borussia Dortmund sein. Zur Erinnerung: Von der Borussia hatte sich der wechselwillige Dembélé im Sommer 2017 weggestreikt, war nicht mehr zum Training erschienen und hatte den BVB damals mehr oder weniger zu einem Verkauf an den FC Barcelona gezwungen.

105 Millionen Euro flossen damals von Katalonien ins Ruhrgebiet. Dank diverser erfolgsabhängiger Klauseln, die zum Teil bereits gegriffen haben, kann der Dembélé-Transfer sogar bis zu 145 Millionen Euro in die schwarzgelbe Kasse spülen. Diese Summe setzt sich nach Spiegel-Informationen unter Berufung auf das Enthüllungs-Netzwerk Football Leaks folgendermaßen zusammen:

  • jeweils 5 Millionen Euro werden fällig, wenn Dembélé 25, 50, 75 und 100 Pflichtspiele für Barcelona absolviert hat.
  • weitere 5 Millionen Euro folgen für jede Champions-League-Qualifikation der Katalanen in den ersten beiden Saisons mit Dembélé.
  • je 5 Millionen Euro fließen, wenn der FC Barcelona mit Dembélé zweimal die Champions League gewinnt.


Da Dembélé derzeit bei 65 Pflichstpsielen steht und sich in den vergangenen beiden Spielzeiten mit den Katalanen für die Königsklasse qualifiziert hat, ist das Transfervolumen somit bereits auf 125 Millionen Euro angeschwollen.

Borussia Dortmund kassiert bei Weiterverkauf ab

Doch was passiert mit den restlichen Sondervereinbarungen in Höhe von 20 Millionen Euro, sollte Barcelona Dembélé vorzeitig weiterverkaufen? Auch für diesen Fall hat der BVB scheinbar vorgesorgt.

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Bereits im November 2018 berichtete die „Welt“, dass die Katalanen in diesem Fall sämtliche ausstehenden Bonus-Zahlungen in voller Höhe an Borussia Dortmund auszahlen müssten. Die „Bild“ hingegen berichtet nun, dass bei einem Verkauf Dembélés eine Abschlagszahlung in Höhe von 17 Millionen Euro an den BVB fällig würde. Somit würde Borussia Dortmund unterm Strich 142 Millionen Euro für den Dembélé-Transfer einstreichen - also lediglich drei Millionen Euro weniger als maximal ausgehandelt.

Paris St. Germain als möglicher Abnehmer

Doch wer wäre bereit, die 100 Millionen Euro, auf die Dembélés aktueller Marktwert taxiert wird, zu zahlen? Als mögliche Interessenten gelten Arsenal London, Champions-League-Sieger FC Liverpool und vor allem: der französische Meister Paris St. Germain.

Gleich mehrere Gründe sprechen für dieses Szenario. Erstens verfügt der Hauptstadtklub dank diverser Finanz-Spritzen aus Katar über das nötige Kleingeld. Zweitens sitzt in Thomas Tuchel der große Dembélé-Förder aus BVB-Zeiten beim Serienmeister auf der Bank. Und drittens könnte Dembélé im Zuge einer immer wieder spekulierten Rückhol-Aktion von Neymar zum FC Barcelona verrechnet werden.

Warten auf den Griezmann-Vollzug

Ob Dembélé am Ende tatsächlich in Paris landet oder bei einem anderen Verein, dürfte Borussia Dortmund letztendlich egal sein. Und frühestens, wenn der Wechsel von Antoine Griezmann zu Barcelona auch tatsächlich offiziell über die Bühne gegangen ist, wird Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc gespannt in Richtung Katalonien blicken - und darüber nachdenken, dass ihm in diesem Sommer noch die ein oder andere zusätzliche Million zur Verfügung stehen könnte.

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