Warum BVB-Trainer Lucien Favre Verständnis für Kapitän Marco Reus und sein Formtief zeigt

rnBorussia Dortmund

BVB-Kapitän Marco Reus kämpft schon seit einigen Wochen mit einem veritablen Formtief. Sein Trainer zeigt aber Verständnis - und hat einen einfachen Rat an seinen Führungsspieler.

Dortmund

, 06.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Lucien Favre ist es eigentlich ganz einfach. „Manchmal“, meinte Borussia Dortmunds Trainer vor dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf, „macht es zack! Und dann ist alles wieder da.“ Die Antwort bezog sich auf die Frage eines Journalisten, in der Favre Stellung beziehen sollte zum momentanen Formtief seines Kapitäns.

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Marco Reus geht schon seit einigen Wochen das Fußball spielen nicht so leicht von der Hand, wie man das von ihm aus der Vergangenheit gewohnt war. Favre wollte das gar nicht leugnen. Allerdings hatte Reus schon schlimmere Situationen zu meistern als eine temporäre Formdelle. Unzählige Male musste er sich von Verletzungen zurückkämpfen, teilweise nach mehreren Monaten Zwangspause. Es war ein Phänomen, wie schnell Reus dann immer wieder zu alter Stärke zurückfand, wie beständig er als Torschütze und Vorbereiter seinen Dienst tat.

Auf BVB-Kapitän Marco Reus lasten hohe Erwartungen

In dieser Saison, da musste Favre dem Fragesteller rechtgeben, ist Reus zwar weitgehend gesund, hängt aber sportlich durch. Sein Ausgleichstreffer zum 3:3 gegen Paderborn hätte so ein „Aha-Moment“ sein können, er milderte eine Blamage ab und rettete seinem Trainer wohl den Job.

Warum BVB-Trainer Lucien Favre Verständnis für Kapitän Marco Reus und sein Formtief zeigt

Sein bislang letztes Tor erzielte Marco Reus beim 3:3-Remis im Heimspiel gegen den SC Paderborn. © imago images/Jan Huebner

Danach aber blieb Marco Reus in Barcelona und auch in Berlin ohne Erfolgserlebnis, der Paderborn-Treffer fiel somit in eine Phase von sechs Pflichtspielen mit nur diesem einen Tor. Das ist für den Mann, den die Sportjournalisten im Sommer zum Fußballer des Jahres 2019 gewählt haben, in der Tat ungewöhnlich. „Wie sagt man“, meinte Favre, „er ist in einem kleinen Loch.“ Das sei aber normal: „Ein Spieler kann nicht regelmäßig in Top-Top-Form sein.“

Die Regelmäßigkeit, mit der sich Marco Reus in der Vergangenheit dieser Weisheit widersetzte, hat eine hohe Erwartungshaltung geschürt. Auf Reus war immer Verlass, er kam auf 34 Torbeteiligungen (21 Tore, 13 Assists) in 36 Pflichtspielen der vergangenen Saison. Knapp eine Torbeteiligung pro Spiel. Werte, die für ihn Standard waren.

Reus stellt sich in den Dienst der BVB-Mannschaft

Die aktuelle Statistik belegt, dass es momentan nicht so gut läuft. Reus braucht in dieser Saison mehr als zwei Partien für eine Torbeteiligung (nur acht bei 20 Pflichtspielen). Nach gutem Start ging die Formkurve deutlich nach unten. Das zeigt auch sein RN-Notenschnitt, der für die Bundesliga aktuell bei 3,77 steht (Vorjahr: 2,89).

Warum BVB-Trainer Lucien Favre Verständnis für Kapitän Marco Reus und sein Formtief zeigt

© deltatre

Auch in Berlin trat Reus selten in Erscheinung. Aber er macht das, was in solchen Phasen wohl sinnvoll ist: Reus ackert, stellt sich in den Dienst der Mannschaft und versucht so, seinen Beitrag zu leisten. Die persönlichen Erfolgserlebnisse stehen hinten an, erzwingen lassen sie sich ohnehin nicht.

Gegen Fortuna Düsseldorf gelang Reus noch kein Pflichtspiel-Tor

Favre hat in seiner Karriere unzählige Spieler sich durch diese Formtäler kämpfen sehen und begegnet den Fakten auch deshalb mit der ihm eigenen Gelassenheit. „Wir sind zufrieden mit ihm“, sagt der 62-Jährige lapidar, und er empfiehlt Reus, was er generell gern predigt: „Du musst Geduld haben!“

Das Spiel gegen Düsseldorf könnte ein guter Zeitpunkt für Marco Reus sein, mal wieder ein persönliches Ausrufezeichen zu setzen. Die Rheinländer stellen eine von nur zwei aktuellen Bundesliga-Mannschaften, gegen die Reus noch ohne Pflichtspiel-Tor ist. Aufsteiger Union Berlin ist die andere. Gegen die Fortuna ist der 30-Jährige bei bislang drei Aufeinandertreffen auch noch ohne Torvorbereitung.

Macht es am Samstag „zack“ bei Marco Reus?

Doch am Samstag spielt der BVB ja im eigenen Stadion. Alle sieben Bundesliga-Torbeteiligungen dieser Saison stammen aus Partien im Signal Iduna Park. Gut möglich also, dass es am Samstag endlich wieder „zack“ macht bei Marco Reus.

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