Warum die Reise nach Asien für den BVB wichtig ist

Turnier gegen britische Teams

Ni hao, Borussia Dortmund! Im Juli tritt der BVB zu einer China-Reise an und wird dort bei zwei Testspielen auf die beiden englischen Top-Klubs Manchester United (22. Juli) und Manchester City (voraussichtlich 28. Juli) treffen. Dabei geht es aber nicht nur um Fußball.

DORTMUND

, 24.03.2016, 07:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Warum die Reise nach Asien für den BVB wichtig ist

Die Dortmunder Mannschaft bedankt sich bei ihren asiatischen Fans.

„Wir freuen uns sehr, auch die Wünsche unserer Anhänger in China besser kennenlernen und das extrem wachsende Fußball-Interesse der chinesischen Bevölkerung nicht nur während der Duelle mit zwei anderen Größen des europäischen Klubfußballs live und vor Ort erleben zu dürfen“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Das auch sportlich attraktive Turnier hört auf den noch ungewohnten Namen „Champions China Cup“. „Dass wir als Nicht-Premier-League-Klub zu einem solch außergewöhnlichen Turnier eingeladen wurden, wertschätzt die außergewöhnliche Leistung des BVB in den vergangenen Jahren“, unterstreicht Marketing-Direktor Carsten Cramer.

Der Coup gelang ohne die direkte Unterstützung der Auslandsvermarktung der DFL, die dem BVB jedoch mit einem niedrigen sechsstelligen Betrag, quasi als Werbungskosten, unter die Arme greifen will.

Große Wachstumschancen

Bereits im vergangenen Sommer waren die Schwarzgelben nach Japan, Malaysia und Singapur aufgebrochen. Mit der erneuten Reise nach Asien will der Klub nachhaltig das Interesse an seiner Marke steigern und die Beziehungen zu China forcieren.

„Wir begrüßen im Signal Iduna Park schon seit Jahren regelmäßig große Fangruppen und viele Medienvertreter aus China. Es ist uns ein Anliegen, nun zu einem Gegenbesuch anzutreten“, sagte Watzke. In Fernost verspricht sich der europäische Fußball die größten Wachtsumschancen, die Einnahmen aus der Auslandsvermarktung der Fußballiga (DFL) hatten sich zuletzt von 70 auf 150 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Verglichen mit der Premier League, die 500 Millionen Euro erlöst, ist das eine ordentliche, aber immer noch ausbaubare Summe. Den Expansionskurs will die DFL auf jeden Fall fortsetzen, die Ausschreibung für die Spielzeiten bis 2020/21 ist erfolgt. Auf „einem der größten Wachstumsfelder“, wie DFL-Chef Christian Seifert sagt.

Büro in Singapur

Der BVB, der beispielsweise 15 Prozent seiner 400.000 Trikots in Asien verkauft, hat sich auf eine langfristige Strategie zur Eroberung dieses Marktes zurechtgelegt. So betreibt die Borussia ein Büro in Singapur, eine Delegation um Repräsentant Karl-Heinz Riedle weilte am Mittwoch bei der Präsentation des „Champions China Cups“ in Peking.

130 Millionen Menschen in Asien kennen den BVB, 24 Millionen seien an ihm „interessiert“, hatte Cramer vor einem Jahr betont. Diese Zahlen gilt es weiter zu steigern – befeuert vom sportlichen Erfolg, wenn der Klub in der nächsten Saison in der Champions League vertreten ist und weltweit gesehen wird.

Prognosen für die Zukunft

Es zeichne sich ab, dass es in Zukunft nur noch zwei, drei Ligen auf der Welt geben wird, denen die Menschen folgen werden, sagen Experten. Da will und muss die Bundesliga dabei sein, entsprechend natürlich auch Borussia Dortmund als klare Nummer zwei in Deutschland. Immerhin gelang den Schwarzgelben in der Deloitte-Rangliste der umsatzstärksten Fußballunternehmen von Platz 16 im Jahr 2010/11 (138,5 Millionen Euro) mittlerweile der Sprung auf Rang 11 (280,6 Millionen Euro). Nächstes Ziel wird die Top Ten sein.

Welche Fantasiezahlen in Asien denkbar sind, zeigte vor 14 Monaten der Fall Xizhe Zhang. Berichte über den Wechsel des Chinesen zum VfL Wolfsburg wurden auf dem Internetportal Sina Weibo 97 Millionen Mal angeklickt. 

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