Warum Komiker Johann König lieber BVB- als Bayern-Fan geworden ist

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Johann König ist Medienprofi - schließlich tritt er als Komiker regelmäßig vor großem Publikum auf. Im BVB-Stadion gibt er sich jedoch ganz anders. Vor Kameras hat er hier sogar Angst.

Dortmund

, 06.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Mit Humor ist das ja so eine Sache. Johann König kennt sich aber damit aus. Denn der Komiker verdient damit schließlich seinen Lebensunterhalt. Als Trainer würde der gebürtige Soester aber wohl nicht weit kommen. „Der große Motivator wäre ich sicherlich nicht“, sagt König der eigentlich Johannes Köhn heißt.

„Wahrscheinlich würde ich der Mannschaft immer Witze erzählen, zum Beispiel diesen hier: ‚Was ist der Unterschied zwischen einem Schalker und einem Lehrling? - Der Lehrling kann auch Meister werden.‘ Aber ob das wirklich zünden würde, weiß ich jetzt auch nicht.“

Stadionerlebnis in München ist prägend

Der 47-Jährige bleibt lieber Fan, BVB-Fan. Ursprünglich hielt es König eigentlich mit dem FC Bayern München. Doch der erste Stadionbesuch schreckt den damals 14-Jährigen ab. „Ich war damals in München bei einem 6:0-Sieg des FC Bayern gegen den Hamburger SV. Das war aber alles ziemlich furchtbar. Man musste extra nach München fahren und saß ganz weit weg.“ Und schon war es das mit dem bajuwarischen Fan-Dasein.

„Ich war mal in München bei einem 6:0-Sieg des FC Bayern gegen den Hamburger SV. Das war aber alles ziemlich furchtbar.“
Johann König

Dann verlor König sein Herz an Borussia Dortmund. Damals besuchte er als Jugendspieler zusammen mit seinen Mannschaftskameraden der Soester Spielvereinigung das Westfalenstadion. Der BVB gewann 2:1 gegen den VfL Bochum und „danach war für mich klar, dass Borussia Dortmund mein Verein ist“, erinnert sich König an seine BVB-Stadion-Premiere.

Besuch hinterlässt Spuren

Dieser Besuch hinterlässt Spuren, Johann König ist seitdem verzückt von der Borussia. 1989 kauft sich der heute in Köln lebende König seine erste Dauerkarte - und behält sie für ein Jahrzehnt. „Dann wurde ich Krankenpfleger, musste jedes Wochenende arbeiten und habe die Karte schweren Herzens abgegeben.“

Warum Komiker Johann König lieber BVB- als Bayern-Fan geworden ist

Eigentlich kennt man Johann König nur als eher gemütlichen Spaßmacher auf der Bühne, im Stadion kann er aber schon einmal aus der Haut fahren. © imago/regios24

In den zehn Jahren als Dauerkartenbesitzer hat König einiges gesehen. „Ich habe die Meisterschaften in den 90-ern und das 3:1 gegen La Coruna im Uefa Cup 1994 miterlebt. Das waren absolute Highlights. Daher kommt, glaube ich, auch meine latente Heiserkeit“, erzählt König mit einem Augenzwinkern von den schönsten Momenten seiner Stadionbesuche.

Humor geht kurzzeitig verloren

Der 47-Jährige kann aber auch ganz anders: „Am Anfang des Spiels bin ich eigentlich ziemlich ruhig, aber das kippt dann meistens recht schnell. Ich kann dann auch richtig zum Proleten werden und den Schiedsrichter anschreien. Manchmal denke ich nach dem Spiel: Hoffentlich hat mich niemand gefilmt.“ Da geht selbst dem Komiker der Humor kurzzeitig verloren.

„Manchmal denke ich nach dem Spiel: Hoffentlich hat mich niemand gefilmt.“
Johann König

An Niederlagen hat König dann auch schon mal zu knacken. Insbesondere an Derby-Pleiten - da ist er eben ganz Fan. „Manchmal leide ich richtig und bin auch am nächsten Tag noch nicht wirklich ansprechbar. Beim letzten Derby war es zum Beispiel so.“

König erhält Dauerkarten

Immerhin erfuhr er rund um dieses Spiel, dass er für die kommende Saison zwei Dauerkarten erhalten würde. Dem 2:4 konnte König also doch noch etwas Positives abgewinnen, auch wenn das „eigentlich das schlimmste Stadionerlebnis war, das ich je erfahren musste“, wie der 47-Jährige sagt.

Und was wünscht sich König für die kommende Saison? „Es wäre schön, wenn wir die nächste Schwächephase der Bayern ausnutzen könnten“, sagt der ehemalige Student der Sporthochschule Köln. Er habe ein gutes Gefühl.

Nur mit dem Humor bleibt das eher so eine Sache. Gerade, wenn es um Fußball geht. „Fußball und Humor vertragen sich überhaupt nicht, das habe ich immer wieder festgestellt“, erzählt König: „Ich habe mal probiert, ein WM-Spiel zu kommentieren. Hat nicht funktioniert. Nach 20 Minuten wollten die Leute wieder den normalen Kommentator hören. Fußball ist eine ganz ernste Sache.“ Und der Komiker muss es schließlich wissen.

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