Unglücklicher Auftritt beim 2:0 gegen Union Berlin: BVB-Torjäger Erling Haaland. © imago / Matthias Koch
Meinung

Wechselverbot für Erling Haaland: Starke Ansage der BVB-Bosse

Wechselverbot für Erling Haaland! Der BVB lässt seinen Torjäger im Sommer unter keinen Umständen ziehen. Eine starke Ansage der Bosse. Jürgen Koers kommentiert.

Sieben Torschüsse, beste Chancen, Strafstoß verschossen, kein Treffer: BVB-Wunderkind Erling Haaland zeigte gegen Union Berlin seine menschliche Seite. Das konnten die Dortmunder beim verdienten 2:0 verschmerzen. Wichtiger mit Blick auf die Zukunft ist die klare Ansage der BVB-Bosse um Sportdirektor Michael Zorc: Haaland bleibt. Auf jeden Fall. Punkt.

„Wir haben uns klar zur Causa Haaland geäußert. Die Entscheidung wird nicht ohne Borussia Dortmund getroffen“, erklärte Zorc vor der Partie gegen Union Berlin noch einmal und legte sich trotz der weiter fraglichen Champions-League-Qualifikation der Schwarzgelben in aller Deutlichkeit fest: „Egal, wo wir am Ende landen, Erling wird weiter bei uns spielen.“ Damit ist auch die letzte Hintertür dicht. Es gibt kein Zurück mehr.

Ein BVB-Zeichen der Stärke nach innen und außen

Ob diese klare Kante bei allen europäischen Großklubs auf Gehör und Verständnis trifft, sei dahingestellt. Wechselgerüchte aus England und Spanien werden die Personalie Haaland in den nächsten Wochen und Monate weiter begleiten. Der Druck und das Bohei um den „Golden Boy“ werden anschwellen. Sei’s drum: Die Karten liegen auf dem Tisch. Ähnlich wie vor einem Jahr bei Jadon Sancho keine Kompromisse einzugehen, ist auch eine Qualität. Sie wird sich jetzt und später auszahlen. Selbst in England muss man registrieren, dass der BVB nicht in jedem Fall ein „selling club“ ist. Obwohl in diesem Sommer eine Rekordablöse fällig wäre, wenn sich denn ein potenter Interessent fände. Die Borussia ist aktiver Teil im Rattenrennen um Talente und clevere Transfers, lässt sich auf der Abgabeseite aber nicht mehr unvorbereitet treiben.

Bei den unmoralischen Angeboten, mit denen der immer noch erst 20-jährige Norweger und vielleicht auch sein Arbeitgeber umgarnt werden, ist das ein Zeichen der Stärke nach innen und außen. Der BVB wird in Zukunft immer wieder mal einen seiner besten Spieler abgeben. In diesem Jahr vermutlich Sancho. Das gehört zum Geschäftsmodell. Nur in Dortmund kann die Entscheidung fallen, wann der Zeitpunkt gekommen ist. Wirtschaftlich besteht trotz Corona kein Zwang zum Verkauf. Sportlich ist die Rolle der torgeilen Naturgewalt unbestritten.

Erling Haaland wird beim BVB kompletter als Stürmer

Auch Haaland kann vom Verbleib profitieren, wenn er sich auf sein Spiel konzentriert. Wie er gegen Union Berlin zeigte, entwickelt er sich vom reinen Abschlussspieler weiter, hilft auch als Anspielstation immer besser mit. Er wird gefunden und eingebunden. Kurz: Er wird kompletter als Stürmer. Dieser Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen. Ein weiteres Jahr in Dortmund wird ihm gut tun. Und mit 21 Jahren steht ihm auch im Sommer 2022 noch die Fußballwelt offen. Bis dahin bleibt er für den BVB ein Trumpf.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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Jürgen Koers