Wer verlässt den BVB noch? Wer kommt?

Hochspannender Transfer-Endspurt

Die Smartphones der neusten Generation können fast alles, mit Hitze aber haben sie so ihre Probleme. Nicht frei von Risiko war am Sonntag deshalb Michael Zorcs Gang in die Schwitzbude Signal Iduna Park, ist das Telefon derzeit doch das wichtigste Utensil des BVB-Sportdirektors. Denn es steht der hochspannende Endspurt auf dem Transfermarkt an.

DORTMUND

, 31.08.2015, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wer verlässt den BVB noch? Wer kommt?

Ein Kandidat beim BVB: Andriy Yarmolenko (r.).

Wenn beim obligatorischen Medizincheck heute alles glatt läuft, erhöht sich die Zahl der Last-Minute-Abgänge bei Borussia Dortmund auf mindestens drei: Nach Jeremy Dudziak (FC St. Pauli) und Kevin Kampl (Bayer Leverkusen) wird dann auch Oliver Kirch den BVB verlassen.

Kirch zum FC Paderborn

Der 33-Jährige soll mithelfen, den Bundesliga-Absteiger SC Paderborn zu stabilisieren. Mit vier Niederlagen aus fünf Spielen ist der nämlich denkbar schlecht gestartet. Ein erfahrener und flexibel einsetzbarer Spieler wie Kirch kommt da gerade recht, noch dazu, wenn er ablösefrei zu haben ist.

Eine gehörige Portion Wehmut wird bei dem Routinier mitschwingen, wenn er heute seinen Zwei-Jahres-Vertrag in Paderborn unterschreibt. Ein Jahr noch stand er beim BVB unter Vertrag, und nur zu gerne wäre er ein volles viertes Jahr in Dortmund geblieben. Doch die sportliche Perspektive ließ ihm keine Wahl. Der neue BVB-Trainer Thomas Tuchel zählte nicht auf seine Qualitäten.

"Ein toller Spieler"

Wie Kirch geht es auch Jakub Blaszczykowski, Kevin Großkreutz und Moritz Leitner. Auch sie dürfen den BVB verlassen, wenn sie einen Verein finden, der fähig und gewillt ist, die Konditionen der Borussia zu erfüllen. Großkreutz stand bereits kurz vor dem Absprung, könnte am Ende aber doch bei der Borussia bleiben - trotz eines in der Türkei vermeldeten angeblichen Interesses von Galatarasay.

"Kuba" wird mit diversen englischen Klubs und dem VfB Stuttgart in Verbindung gebracht. VfB-Trainer Alexander Zorniger, der nach drei Niederlagen in drei Spielen Handlungsbedarf sieht, sagt: „Er ist ein toller Spieler, aber er hat nicht nur sportlich hohe Ansprüche.“ Sprich: er könnte sich am Ende für mögliche Interessenten wie den VfB als zu teuer erweisen.

Yarmolenko ist ein Kandidat

Potenziell kostspielig ist auch BVB-Stürmer Adrian Ramos, für den es allerdings Interesse aus der finanzstarken Premier League gibt. Der Torschütze zum gestrigen 3:1, der ein enttäuschendes erstes Jahr in Dortmund erlebte, darf aber nur unter zwei Bedingungen gehen: 1. Die Ablöse liegt im deutlich zweistelligen Millionen-Bereich. 2. Der BVB findet Ersatz für die Abteilung Attacke.

Einer von mehreren Kandidaten für die dann offene Planstelle in der Offensive ist der Ukrainer Andriy Yarmolenko. Der 24-Jährige passt als flexibel einsetzbarer und torgefährlicher Linksfuß perfekt ins Anforderungsprofil der Borussia und würde mit 1,89 Meter Körpergröße auch eine gewisse physische Komponente ins Angriffsspiel des BVB einbringen.

Transferfrist endet um 18 Uhr

Ukrainische Medien vermeldeten den Transfer am Sonntag bereits als fix, ruderten wenig später aber zurück und verkündeten plötzlich des Gegenteil: Der Deal sei gescheitert. Yarmolenkos Klub Dynamo Kiew, für den er in der vergangenen Saison in 43 Spielen 19 Tore schoss und 21 weitere vorbereitete, sei trotz einer gebotenen Ablöse in Höhe von 20 Millionen Euro nicht gewillt ihn abzugeben.  

Klarheit wird es spätestens heute um 18 Uhr geben. Dann endet die Transferfrist in Deutschland, anschließend sind nur noch Verkäufe in Länder möglich, deren Transferfenster länger geöffnet ist (z. B. England, Italien, Spanien) - aber keine Einkäufe mehr.

Park verstärkt den BVB

Bereits fix ist die Verpflichtung des Südkoreaners Joo-Ho Park aus Mainz. Am Samstag unterschrieb der 28-jährige Linksverteidiger einen Dreijahres-Vertrag, er kostet den BVB rund drei Millionen Euro Ablöse und ist eine Ergänzung zu Marcel Schmelzer.

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