Das Westfalenstadion war schon früher für seine Atmosphäre bekannt. Am 22. November 2003 strömten erstmals über 80.000 Menschen zur Strobelallee – auf dem Feld beeindruckte ein Amateur.

Dortmund

, 22.11.2018, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tausende Menschen, ein Ziel: die südliche Innenstadt Dortmunds. Kaum jemand, der nicht zur dominierenden Farbgebung beiträgt. Gelb und Schwarz. Soweit das Auge reicht. In der Ferne ist es endlich zu erkennen – das Westfalenstadion (heute: Signal Iduna Park). Von vielen Köpfen der strömenden Masse aber auch damals schon liebevoll „der Tempel“ genannt.

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Ein gewisses Kribbeln breitet sich im Körper aus. Egal ob man es zum ersten Mal erlebt oder das Gefühl hat, endlich das heimische Wohnzimmer nach einem harten Arbeitstag zu betreten. Selbst der erfahrene Stadiongänger dürfte bei den letzten Schritten durch den Blockeingang jedes Mal aufs Neue dieses Kribbeln spüren.

Die magische Marke mit den vier Nullen

Zu Pflichtspielen des BVB kommen mittlerweile oft mindestens 80.000 Menschen in den Signal Iduna Park. Bei Wind und Wetter, egal wie der Gegner heißt. Der BVB hat seit Jahren den höchsten Zuschauerschnitt in Deutschland (aktuell 80.133) – das bedeutet auch Platz eins in Europa, vor dem FC Barcelona.

Westfalenstadion vor 15 Jahren: Erstmals kommen 80.000 Fans zu einem Heimspiel des BVB

Das Fassungsvermögen des Signal Iduna Parks beträgt in den nationalen Wettbewerben aktuell 81.365. Beim ersten Spiel mit über 80.000 Zuschauern kamen mehr Menschen in das damalige Westfalenstadion, als heute wegen diverser weiterer Umbauarbeiten überhaupt passen. © imago

Genau vor 15 Jahren, am 22. November 2003, knackte der BVB erstmals die magische Zuschauermarke mit der Acht und den vier Nullen – ausverkauft war das Westfalenstadion allerdings trotzdem nicht.

Gerade zwei Monate zuvor, im September 2003, war der Ausbau der Ecken erfolgt. Die Kapazität erhöhte sich dadurch deutlich - von 68.600 auf fortan 82.932 Zuschauer. Beim siebten Heimspiel der Saison fiel dann der neue Rekord.

81.500 Zuschauer sehen das Spiel des BVB gegen Leverkusen

Am 13. Spieltag der Saison 2003/04 sahen 81.500 Fußballbegeisterte das Spiel Borussia Dortmund gegen Bayer Leverkusen. Das Spiel enttäuschte nicht. Die Zuschauermasse sah ein rasantes 2:2 zwischen dem BVB und der Werkself. Die Borussen waren gnadenlos unterlegen, gingen dennoch mit zwei Toren in Führung.

Westfalenstadion vor 15 Jahren: Erstmals kommen 80.000 Fans zu einem Heimspiel des BVB

Salvatore Gambino (r.) beeindruckte vor erstmals über 80.000 im Stadion mit zwei Toren. Leverkusens Torwart Hans Jörg Butt musste sich hier geschlagen geben. © imago

Aufgrund einer sehr schwierigen Personallage bei Schwarzgelb kam Amateur Salvatore Gambino zu seinem zweiten Startelfeinsatz in der Bundesliga. Gambino versetzte alle in Erstaunen - auch Cheftrainer Matthias Sammer. Er schoss innerhalb von drei Minuten zwei Tore. Der damals 19-Jährige beeindruckte mit Technik, Wendigkeit und Spielwitz.

Der technisch überlegene Tabellenzweite aus Leverkusen kam jedoch zurück und glich durch Treffer von Oliver Neuville (35.) und Marko Babic (71.) zum 2:2 Endergebnis aus. Auch wenn die Enttäuschung nach einer verspielten Zwei-Tore-Führung naturgemäß groß war, konnte der Tabellenfünfte aus Dortmund nach diesen 90 Minuten gut damit leben.

ZUR PERSON

Salvatore Gambino

Salvatore Gambino (geb. 27. November 1983) lief vor allem für die BVB-Amateure auf. Als Profi schaffte er den endgültigen Durchbruch beim BVB schlussendlich nicht. Er machte aber immerhin 45 Bundesligaspiele (fünf Tore). Heute spielt er mit 34 Jahren beim Regionalliga-Absteiger SV Westfalia Rhynern in der Oberliga Westfalen. Beim ersten Spiel vor über 80.000 im Westfalenstadion schnürte er einen Doppelpack in knapp drei Minuten gegen Bayer Leverkusen.
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