Wettanbieter zahlt bereits Meistergewinne aus

BVB macht Zocker reich

Mittwochabend, 19 Uhr. Am BVB-Trainingszentrum in Brackel wirbelt der Wind die gewaltigen Regenmassen wild durch die Luft. Der Trainerstab trägt dicke Kapuzen und Lucas Barrios (26) ein fettes Grinsen im Gesicht.

DORTMUND

von Von Sascha Fligge und Thomas Schulzke

, 13.01.2011, 15:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lucas Barrios: "Ist nicht gut. Ist sehr gut".

Lucas Barrios: "Ist nicht gut. Ist sehr gut".

Nur sein Trainer Jürgen Klopp (43) muss das jetzt noch glauben, und die Vermittlungsaufgabe scheint das schwierigste zu sein, was Barrios bis zum Rückrundenauftakt am Freitag in Leverkusen (20.30 Uhr) zu bewältigen hat. Denn wenige Stunden zuvor hatte Klopp im Presseraum des Signal Iduna Parks gesessen und über den ehemaligen Welttorjäger gesagt, dieser sei „einwechselbereit“. Was ehrlich gesagt schwer nach einer Startelf-Garantie für Barrios’ internen Konkurrenten Robert Lewandowski (21, fünf Saisontore) klang. Personell bleibt also Vieles Spekulation vor dem Bundesliga-Gipfel: Bayer-Trainer Jupp Heynckes lässt sich im Fall Ballack nicht in die Karten schauen („Über Michaels Einsatz entscheiden wir kurzfristig“), in Dortmund lässt sich trefflich über Barrios oder Lewandowski spekulieren. Oder darüber, wer den beim Asien-Cup weilenden Shinji Kagawa (21) in der Regie ersetzen wird: Supertalent Mario Götze (18) steht zur Wahl. Und Mohamed Zidan (29). „Mario ist fit“, meint Klopp. „Er konnte ja die ganze Zeit über arbeiten, nur der lädierte Muskel musste geschont werden.“

Götze hat zumindest die erste Hürde auf dem Weg in die Bayarena genommen, indem er Mittwochabend zum erst zweiten Mal in diesem Jahr mit der Mannschaft trainierte. Wenn auch nicht über die komplette Distanz, was übrigens ebenso für Nuri Sahin (22) galt. Diese Einheit, der im strömenden Regen auch KGaA-Chef Hans-Joachim Watzke (51) beiwohnte, war für Roman Weidenfeller (30) Tabu. Bereits eine Stunde vor seinen Kollegen hatte der an einem Magen-Darm-Infekt leidende Quarantäne-Torhüter einen halbstündigen Solokünstler-Auftritt. „Roman packt das bis zum Anpfiff“, prophezeite Torwarttrainer Wolfgang de Beer (47).

Ab Freitag zählt’s! 17 Hindernisse stehen auf Borussias Rennstrecke, in deren Ziele die Meisterschale stehen könnte. Wobei manch ein Unverbesserlicher – wenn auch nur zu PR-Zwecken – so tut, als wäre Dortmund längst Deutscher Meister. Der Wettanbieter „myBet“ etwa zahlte allen Kunden, die bis Dienstag auf den BVB als Titelträger gewettet hatten, am Mittwoch vorzeitig den Gewinn aus. Geschäftsführer Edward Mifsud: „Meister wird der BVB, da sind wir uns sicher.“ So sicher, dass Kohle fließt. Für Zocker, die nach der Pleite vom 1. Spieltag gegen Leverkusen 100 Euro auf Dortmund getippt hatten, bedeutet das eine Ausschüttung von 3100 Euro. Da behaupte noch jemand, der Fußball mache die Menschen arm…

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