Wie angeschlagen ist Marco Reus wirklich?

BVB-Sorgenkind

Die finale Trainingswoche vor der Saisonfortsetzung in der Bundesliga am kommenden Samstag bei Werder Bremen (15.30 Uhr) wird Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel auch eine Antwort auf die Frage liefern, inwieweit er mit Marco Reus planen kann. Der blonde Mittelfeldspieler bleibt auch 2017 ein wandelndes Fragezeichen: Wie angeschlagen ist der 27-Jährige wirklich?

DORTMUND

, 16.01.2017, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie angeschlagen ist Marco Reus wirklich?

Lockeres Laufen, zahllose individuelle Einheiten mit den Athletik-Trainern, aber viel zu selten auf dem Platz: Marco Reus blieb auch im Trainingslager von gesundheitlichen Rückschlägen nicht verschont.

Man kann sich die Szene ausmalen, Thomas Tuchel hat sie schließlich hinreichend beschrieben: Tuchel und Reus nach einer Übungseinheit in Marbella, wo sich Borussia Dortmund auf die Rückrunde vorbereitet hat. Neun Tage, die besonders auch für Reus wichtig waren, in denen er sich die Härte für eine längere Wettkampfstrecke holen wollte, die ihm nach beinahe sechsmonatiger Pause vor Weihnachten noch fehlte.

Verletzungspech schlägt wieder zu

Doch daraus wurde nichts. Reus konnte gerade mal ein Viertel der Einheiten mit den Kollegen bestreiten, nach dem 4:1 gegen Eindhoven am Samstag vor einer Woche hatte man ihn nicht mehr auf dem Platz gesehen. Und mit jeder Einheit, die er verpasste, wurde das Unbehagen bei seinem Trainer größer. Genau dies zeigt der Trainer seinem Schützling an diesem besagten Mittwoch in Marbella, in dem er es in eine Frage verpackt: „Marco, muss ich mir Sorgen machen?“

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Reus habe das verneint, erzählt Tuchel einen Tag später nach dem Testspielerfolg gegen Standard Lüttich (3:0), einer Partie, deren Wert deutlich darunter litt, dass das Verletzungspech beim BVB wieder zugeschlagen hat. Neben Reus fehlen an diesem Tag auch die angeschlagenen Bender, Götze und Dembele. Rode, Bürki, Sahin und Subotic stecken noch in der Reha. Im Spiel verletzt sich auch noch der Grieche Sokratis.

Furioses Comeback

Als die Borussia am Freitagabend wieder zurück in Dortmund ist, konnte sie an einigen Fronten leichte Entspannung vermelden. Die Sorge um den verletzten Marco Reus aber bleibt. Eine Schambeinentzündung mit einhergehendem Sehnenriss im Adduktoren-Ansatz hat ihn die EM und beinahe die komplette Hinrunde gekostet. Reus hat dann ein furioses Comeback gefeiert, in sechs Pflichtspielen schon wieder neun Torbeteiligungen beigesteuert, und nicht nur sein Trainer sprach von einem „Genuss“, diesem Spieler zuzuschauen. 

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BVB-Training in Marbella am 13. Januar

Bilder des BVB-Trainings in Marbella am 13. Januar.
13.01.2017
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Bilder des BVB-Trainings in Marbella am 13. Januar.© Foto: Guido Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Marbella am 13. Januar.© Foto: Guido Kirchner
Fußball: 1.Bundesliga, Saison 2016/2017, Trainingslager von Borussia Dortmund am 13.01.2017 in Marbella, Spanien. Dortmunds Trainer Thomas Tuchel sitzt nachdenklich auf der Trainerbank.Foto: Guido Kirchner© Foto: Guido Kirchner
Bilder des BVB-Trainings in Marbella am 13. Januar.© Foto: Guido Kirchner
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Bilder des BVB-Trainings in Marbella am 13. Januar.© Foto: Guido Kirchner
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Schlagworte BVB , Borussia Dortmund

In Marbella aber meldete sich das andere Bein von Reus. Es seien Beschwerden, die von Reus' Sprunggelenk „die gesamte Muskelkette bis zu den Adduktoren hochziehen“, wie Tuchel beschrieb. Vielleicht die Folgen einer unbewussten Schonhaltung, aber das lässt sich schwer ergründen.

Nächster Tiefschlag

Als der BVB vor dem Rückflug noch einmal eine knackige Laufeinheit absolviert, mit Steigerungs- und Tempoläufen, ist Reus dabei. Vor den zwei freien Wochenendtagen ist das auch ein Testballon. Wie reagiert sein Körper auf die Belastung? Heute trainierte Marco Reus normal, im Idealfall soll er auch am Dienstag im Test in Paderborn spielen. So ist der Plan. Dann wäre Reus auch ein Kader-Kandidat für die Partie bei Werder Bremen.

Seit er sich 2014 kurz vor der Abreise nach Brasilien schwer am Sprunggelenk verletzte, wird Marco Reus vom Pech verfolgt. Zwei schwere Sprunggelenks-Verletzungen in der Saison danach lassen seinen Einsatz nur in 29 der 47 Pflichtspiele zu. Im vergangenen, dem ersten Jahr von Thomas Tuchel als BVB-Trainer, kommt er immerhin auf 43 Einsätze in 56 Partien. Dann der Rückschlag vor der EM. Jeder wünscht Reus, dass nun nicht der nächste Tiefschlag in die Magengrube folgt.

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