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Wie der BVB gegen Gladbach agieren sollte

Taktik-Analyse

Zum Start der Rückrunde trifft Borussia Dortmund auf ein Mysterium der Hinrunde. Nach dem Trainerwechsel änderten sich bei Borussia Mönchengladbach erst die Ergebnisse, dann die Spielweise. Der BVB-Gegner in der Taktik-Analyse.

DORTMUND

von Martin Rafelt (spielverlagerung.de)

, 22.01.2016, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gladbacher Schlüsselspieler: Lars Stindl.

Gladbacher Schlüsselspieler: Lars Stindl.

Wie agiert Gladbach bei eigenem Ballbesitz?

Was André Schubert aus der Ära Favre übernommen hat, ist die Grundformation. Ohne klassische Mittelstürmer spielen die Fohlen ein nominelles 4-4-2, das aber praktisch eher als 4-2-4-0 bezeichnet werden kann. Die beiden Stürmer fallen in die Mittelfeldräume zurück, die Flügelspieler bewegen sich viel zum Tor.  

Im Spielaufbau fokussieren sich die Fohlen unter Schubert vor allem auf Raumgewinn, weniger auf schnelle Direktangriffe. Durch weite Verlagerungen oder Dribblings von Dahoud, Raffael oder Stindl werden die Flügel geöffnet. Der Gegner wird zum eigenen Strafraum gedrängt, dann rücken viele Spieler nach. Mit guten Kombinationen geht es dann diagonal aus den Flügelzonen vor das Tor.

 

Und bei gegnerischem Ballbesitz?

Die defensive Spielweise hat sich deutlich stärker gewandelt. Unter Favre war die Mannschaft passiv, stand tief und war dabei sehr kompakt. Zuletzt war das Gegenteil der Fall: Man verteidigte hoch und aggressiv, offenbarte dabei aber auch große Lücken.

Diese entstanden vor allem durch die Mannorientierungen im Pressing. Die Stürmer orientieren sich an den gegnerischen Innenverteidigern. Die beiden Sechser müssen dadurch weit herausrücken, um die gegnerischen Sechser zu stellen. So entstehen Löcher zwischen Mittelfeld und Abwehr.

 

Auf welchen Spieler muss man achten?

Neben den beiden Technikern Dahoud und Raffael ist besonders Lars Stindl mit seiner Spielintelligenz ein wichtiger Faktor im Gladbacher Spiel. Er bewegt sich sehr geschickt in Strafraumnähe. Er findet immer wieder offene Räume, ermöglicht Kombinationen und stößt mit gutem Timing in den Strafraum. Da auch um ihn herum viel Bewegung herrscht, kann er sich immer wieder lösen und ist schwer im Auge zu behalten.

 

Welche Chancen bieten sich dem BVB?

Ungewöhnlich wichtig für das Dortmunder Offensivspiel könnte die Leistung des Torwarts werden. Da Gladbach die Innenverteidiger eng zustellt, aber meist keinen Druck auf den Torwart ausübt, wird Bürki häufig das Spiel eröffnen müssen - und zwar direkt ins Mittelfeld.

Reus, Mkhitaryan und die Achter können im Wechsel in die zentralen Offensivräume ziehen, wenn Gladbachs Sechser herausrücken. Zudem kann die hohe Abwehr von Aubameyang überrannt werden. Womöglich wird Schubert deshalb passiver verteidigen lassen als üblich. 

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