Wie im Meisterjahr - BVB demütigt den Erzrivalen

Sieg im Revierderby

Kevin Großkreutz traute sich als Erster, der Rest der Mannschaft kletterte hinterher. Nach dem 2:0 (1:0) über den FC Schalke 04 im 139. Revierderby beglückten die Dortmunder Profis ihre Zuschauer mit einem weiteren Geschenk.

DORTMUND

von Von Heinz Büse, dpa

, 27.11.2011, 09:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einer nach dem anderen aus dem Team erklomm den hohen Schutzzaun vor der imposanten Südtribüne und stimmte lauthals in die Freudengesänge der Anhänger ein. Diese ungewöhnliche Aktion empfand Nationalspieler Marcel Schmelzer als ähnlich berauschend wie das Spiel: «Wir haben es in den Augen der Fans gesehen, wie wichtig dieser Sieg gegen Schalke ist.»Einseitige Partie

Nur drei Tage nach dem 1:2 beim FC Arsenal, das den Knockout in der Champions League so gut wie besiegelte, schoss sich die Borussia den Frust von der Seele. In einem der einseitigsten Duelle der langen Derby-Historie beherrschte der Meister den Pokalsieger nach Belieben. Mit den Treffern von Robert Lewandowski (16.) und Felipe Santana (61.) waren die Gäste noch bestens bedient.

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Fußball-Bundesliga: BVB - FC Schalke 04

Es ist die „Mutter aller Derbys“ - Dortmund gegen Schalke: 90 Minuten Leidenschaft, Kampf und Emotionen. Mehr als 80.000 wohnten auch dem 139. Revierderby Im Signal Iduna Park bei. Am Ende siegten die Dortmunder verdient mit 2:0 (1:0).
26.11.2011
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Sebastian Kehl (l.) und Kevin Großkreutz bejubeln den Dortmunder Derbysieg.© Foto: DeFodi
Dortmunder Jubel nach Spielende.© Foto: DeFodi
Dortmunder Jubel nach Spielende.© Foto: DeFodi
Dortmunder Jubel nach Spielende.© Foto: DeFodi
Dortmunder Jubel nach Spielende.© Foto: DeFodi
Dortmunder Jubel nach Spielende.© Foto: DeFodi
Dortmunder Jubel nach Spielende.© Foto: DeFodi
Dortmunder Jubel nach Spielende.© Foto: DeFodi
Ließ sich das Derby nicht entgehen: Sven Bender.© Foto: DeFodi
Dortmunder Jubel nach Spielende.© Foto: DeFodi
Dortmunder Jubel nach Spielende.© Foto: DeFodi
Dortmunder Jubel nach Spielende.© Foto: dpa
Dortmunder Jubel nach Spielende.© Foto: dpa
Felipe Santana erzielte das 2:0 gegen Schalke.© Foto: dpa
Kevin Großkreutz (l.), hofft auf ein Duell gegen seinen Kumpel Marco Reus .© Foto: dpa
Schalkes Torwart Lars Unnerstall streckt sich vergebens: Robert Lewandowski trifft zum Dortmunder 1:0.© Foto: dpa
Elf Treffer hat Mario Götze in seinen bislang 50 Bundesliga-Spielen erzielt - eine ordentliche, aber für einen Spieler mit seinen Fähigkeiten noch ausbaufähige Bilanz. Auch dieser Ball vorbei an Schalkes Lars Unnerstall fand nicht den Weg ins Tor.© Foto: dpa
Felipe Santana (l.) kann von Julian Draxler nur durch ein Foul gestoppt werden.© Foto: dpa
Engagiert wie immer: Jürgen Klopp.© Foto: dpa
Jubel im Dortmunder Signal Iduna Park: Robert Lewandowski (M.) freut sich über seinen Treffer zum 1:0. © Foto: dpa
Keine Chance für Alexander Baumjohann: Mats Hummels (l.) gewinnt dieses Kopfballduell ohne Probleme.© Foto: dpa
Robert Lewandowski (l.) behauptet sich gegen Jermaine Jones.© Foto: dpa
Klaas-Jan Huntelaar sieht seine Elf nun in der Pflicht.© Foto: dpa
Marcel Schmelter (l.) zirkelt den Ball an der Schalker Mauer vorbei.© Foto: dpa
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Angesichts der Dortmunder Dominanz fiel der Kommentar von Schalke-Coach Huub Stevens sarkastisch aus: «In der ersten Halbzeit habe ich eine Erwachsenenmannschaft gegen eine Schülermannschaft gesehen.» Und auch der Gelsenkirchener Manager Horst Heldt machte aus seinem Frust keinen Hehl: «Teilweise war es zum Einschlafen, wie wir gespielt haben.»BVB mit Energieleistung

Unbeeindruckt von den beiden schweren Spielen beim FC Bayern (1:0) und beim FC Arsenal (1:2) präsentierte sich der BVB im Duell der zuletzt erfolgreichsten Bundesliga-Teams erstaunlich spiel- und lauffreudig. Die Energieleistung begeisterte Trainer Jürgen Klopp: «Das war von der ersten bis zur letzten Minute großartiger Fußball. Und das ist nach einer solch anspruchsvollen Woche nicht selbstverständlich.»Anders als auf europäischer Bühne gelingt es der Borussia auf nationalem Terrain, ihre Stärken abzurufen. Fast optimale 22 Punkte verbuchte sie aus den vergangenen acht Bundesliga-Spielen. Das gibt Rückenwind für den nächsten Gipfel am kommenden Spieltag beim punktgleichen Team aus Mönchengladbach und erinnert mehr und mehr an das zurückliegende Meisterjahr. «Die Champions League kennen wir noch nicht so gut, aber in der Bundesliga sind wir mit unseren 22 Jahren schon fast alte Hasen», kommentierte Abwehrspieler Mats Hummels die Leistungsunterschiede in den verschiedenen Wettbewerben.Ballyhoo nach Spielende

Die ansonsten für das Derby typischen leidenschaftlichen Zweikämpfe auf dem Platz gab es aufgrund der Einseitigkeit des Spiels kaum zu sehen. Nur das Ballyhoo vor und nach dem Schlusspfiff erinnerte an die über Jahrzehnte auf beiden Seiten gepflegte Rivalität. Die Entscheidung des Schalker Aufsichtsratschefs Clemens Tönnies, sich das Spiel inmitten der Fans auf der Tribüne anzusehen, bezeichnete BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in einem Sky-Interview als «Showaktion»: «Ich glaube, dass das der falsche Weg ist. Wenn ich etwas mit unseren Fans zu besprechen habe, mache ich das nicht während des Spiels».Auf ähnlichem Niveau ging es auch nach der Partie weiter. «Das kann man nicht mehr ändern, leider Gottes. Wir sind aber aus keinem Wettbewerb raus», kommentierte Schalkes Mittelfeldspieler Lewis Holtby die Niederlage in Anspielung auf das nahe Aus der Borussia in der Königsklasse. Dieser Spott brachte BVB-Kapitän Sebastian Kehl auf die Palme: «Das hätte ich mich nicht getraut, nach dem Spiel solche Kommentare abzugeben. Da gehe ich einfach in die Kabine, halte am besten die Klappe und fahre zurück.»

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