Wie realistisch ist ein Wechsel von Kai Havertz zum BVB? Das sagen unsere Reporter

rnBVB-Gerüchtecheck

In der Gerüchteküche brodelt es. Aktuell im Fokus: Kai Havertz, der mit dem BVB in Verbindung gebracht wird. Wir erklären, wo das Gerücht herkommt und bewerten, was dran ist.

Dortmund

, 13.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wie lautet das Gerücht?

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Ganz so eindeutig ist das in diesem Fall alles gar nicht zu beantworten, aber zumindest der Tenor ist ziemlich klar: Borussia Dortmund soll Interesse an Bayer Leverkusens Kai Havertz haben, was nicht weiter verwundert, denn: Welcher Klub hat kein Interesse an Havertz? Am Donnerstag jedenfalls hat der „Kicker“ berichtet, dass die BVB-Bosse ernsthaft über einen Transfer des 20 Jahre alten Offensivtalents, das nicht wenige Experten ein Jahrhunderttalent nennen, nachdenken sollen. Zumindest wolle man ihn nicht kampflos zum FC Bayern München, der ebenfalls große Ambitionen in der Personalie Havertz hegt, wechseln sehen.

BVB-Sportdirektor Zorc über Havertz: „Kein Thema“

Stein des Anstoßes für die Berichterstattung waren Aussagen von BVB-Kapitän Marco Reus während der zurückliegenden Länderspielpause. Er werde alles versuchen, sagte Reus im Gespräch mit „Sport1“, um Havertz nach Dortmund zu lotsen. So, wie er es bei Julian Brandt auch getan habe. Reus, das ist mittlerweile lang und breit vom BVB kommuniziert worden, soll das alles nicht ganz ernst gemeint haben.

Mittlerweile hat sich auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc, der Gerüchte normalerweise nicht kommentiert, mehrfach in der Sache geäußert. Zunächst ermahnte er Reus, dass sich alle Beteiligten besser auf die aktuelle Saison konzentrieren sollten, dann erzählte er am Donnerstag, dass sich der Journalist von „Sport1“, Florian Plettenberg, der die Reus-Aussagen veröffentlicht hatte, inzwischen beim BVB-Kapitän entschuldigt habe, was Plettenberg allerdings umgehend via Twitter dementierte. Abschließend sagte Zorc, Havertz sei „kein Thema“ beim BVB.



Was zeichnet den Spieler aus?

Kai Havertz gilt als das vielleicht größte deutsche Fußball-Talent überhaupt. In der vergangenen Bundesliga-Saison erzielte er 17 Tore, bei der Wahl zu Deutschlands Fußballer des Jahres belegte er jüngst hinter Marco Reus Platz zwei. Im Alter von 17 Jahren debütierte er für Bayer Leverkusen in der Bundesliga, kein Spieler vor ihm erreichte so jung die 50-Bundesliga-Spiele-Marke, 2018 wurde er mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet. Mittlerweile bringt Havertz es auf 91 Bundesliga-Spiele (25 Tore) sowie fünf A-Länderspiele - und die europäische Fußball-Prominenz jagt ihn. Der FC Bayern München, der FC Barcelona, Real Madrid: Die Interessenten stehen Schlange.

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Leverkusens Trumpf ist, dass Havertz‘ Vertrag unterm Bayer-Kreuz noch bis 2022 datiert ist. Ohne Ausstiegsklausel. Ein Verkauf im kommenden Sommer gilt trotzdem als das wahrscheinlichste Szenario, vorausgesetzt, ein Klub ist bereit, mindestens 100 Millionen Euro für Havertz, dessen Marktwert auf 90 Millionen Euro geschätzt wird, auf den Tisch zu legen. Darunter, so heißt es bei Bayer, wird gar nicht erst verhandelt.



Was sagt unser BVB-Reporter Tobias Jöhren?

Ein Havertz-Wechsel zum BVB ist aktuell wohl nicht viel mehr als ein Traum. Für die Fans, für die Verantwortlichen, für Marco Reus. Selbst wenn Borussia Dortmund Jadon Sancho im kommenden Sommer für eine Ablösesumme jenseits der 150-Millionen-Euro-Marke verkaufen und sich den nötigen finanziellen Spielraum verschaffen sollte, wäre es immer noch unwahrscheinlich, Havertz für einen Wechsel nach Dortmund begeistern zu können.

FC Bayern bei Havertz wohl in der Pole Position

Deutlich wahrscheinlicher ist es, dass es den Linksfuß zu einem noch größeren Klub zieht, zum Beispiel zum FC Bayern München, zum Beispiel zum FC Barcelona. Havertz selbst macht keinen Hehl daraus, dass irgendwann „der nächste Schritt“ für ihn anstehen, dass es ihn irgendwann zu einem Top-Klub ziehen wird, falls sich die Möglichkeit eines Wechsels ergibt. Ob der BVB von Havertz als ein solcher Top-Klub in Betracht gezogen würde, muss zumindest bezweifelt werden.

Wie realistisch ist ein Wechsel von Kai Havertz zum BVB? Das sagen unsere Reporter

Kai Havertz bringt es bislang auf 91 Bundesliga-Spiele und 25 Tore. © dpa

Zorcs Aussage, Havertz sei „kein Thema“, kommt nicht von ungefähr. Doch anklopfen kostet nichts, erst danach wird es richtig teuer - und es wäre fahrlässig, nicht zumindest mal nachzufragen, ob Havertz nicht vielleicht doch Interesse an einer Art Zwischenschritt von Bayer Leverkusen zu einem ganz großen Klub haben könnte. Auch wenn die Antwort vermutlich schon feststeht. Einen Versuch ist es wert.



Unser Fazit:

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