Wie stehen die Chancen für den Kölner Protest?

Nach 0:5 beim BVB

Hat der Protest des 1. FC Köln gegen die Wertung des 0:5 in Dortmund Aussicht auf Erfolg? Nach Ansicht der Kölner war das Tor zum 0:2 irregulär. Das Urteil könnte mit Blick auf die Rolle des Video-Schiedsrichter zu einem Präzedenzfall werden. Die Rollen des Referees Ittrich und des Videoassistenten Brych rücken in den Fokus. Fragen und Antworten.

DORTMUND

18.09.2017, 11:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie stehen die Chancen für den Kölner Protest?

Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Köln.

Warum legt Köln Protest ein?

Weil das Tor zum 2:0 des BVB laut Regelwerk irregulär war. Schiedsrichter Patrick Ittrich hatte die Situation abgepfiffen, bevor der Ball nach dem Schuss von Sokratis die Linie überquert hatte. Der FC verweist auf Paragraph 17, Absatz C der Rechts- und Verfahrensordnung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Demnach ist ein Einspruch möglich bei einem „Regelverstoß des Schiedsrichters, wenn der Regelverstoß die Spielwertung als verloren oder unentschieden mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinflusst hat.“

Wieso hat Video-Schiedsrichter Felix Brych eingegriffen?

Weil er das Foul bewertet hat, das Ittrich gepfiffen hat. Videoassistent Brych kam zu der Entscheidung, dass es kein Foul war, weil FC-Keeper Timo Horn mit dem eigenen Abwehrspieler Dominique Heintz zusammengeprallt ist. Den Pfiff konnte er nicht hören, da im Video-Raum in Köln kein Ton vorhanden ist.

Wie reagierten die Dortmunder?

Mit Unverständnis. „Wenn man nicht verlieren kann, greift man zu solchen Mitteln“, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: „Das ist eine Attitude des schlechten Verlierers.“ Sportdirektor Michael Zorc erklärte: „Das ist doch grotesk, nahezu lächerlich.“

Hat der Protest eine Chance?

Normalerweise nicht. Entweder dürfte das DFB-Sportgericht sofort auf den Schutz der Tatsachen-Entscheidung verweisen oder auf das Protokoll der Regelhüter des International Football Association Board (IFAB). Dort heißt es unter anderem: „Ein Spiel ist nicht ungültig aufgrund falscher Entscheidungen, die den VSA (Video-Assistenten, d. Red.) betreffen (da der VSA ein Spieloffizieller ist).“

Dies bedeutet: Der Video-Assistent ist vor dem Sportrecht zu behandeln wie ein Linienrichter, da die endgültige Entscheidung immer noch dem Schiedsrichter obliegt. Er hat demnach nicht den (sport-) rechtlichen Status eines Oberschiedsrichters. Die Frage, ob dies gedeckt ist, könnte den Fall zu einem Präzedenzfall machen. Um die sportgerichtliche Vorgabe außer Kraft zu setzen, müssten die Kölner aber wohl vor ein ordentliches Gericht ziehen. 

Welche Urteile sind möglich?

Eine Abweisung des Protests oder ein Wiederholungsspiel. Eine Wiederholung ab dem Moment der Entscheidung wie nach UEFA-Regularien und zunächst ebenfalls angenommen ist laut DFB-Regelwerk nicht möglich. Das bestätigte der DFB am Montag.

 

Was muss sich ändern?

Der Eingriff des Video-Assistenten war berechtigt. Der Fehler enstand dadurch, dass er keinen Ton im Video-Raum hat und deshalb den Pfiff des Schiedsrichters nicht hören konnte.

Welcher Weg bleibt Köln im Falle eines Scheiterns?

Offizielle Berufungsinstanz ist das DFB-Bundesgericht. 

Von dpa

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