Gegen extrem defensiv agierende Gegner tut sich die BVB-Offensive derzeit schwer. Dafür glänzen Axel Witsel und Thomas Delaney. Die Neubesetzung der defensiven Schaltzentrale trägt Früchte.

Dortmund

, 04.12.2018, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch im Kabinengang, nach dem 0:0 gegen den FC Brügge am vergangenen Mittwoch, zerstreute Axel Witsel die Sorgen seines Trainers. Mit Krämpfen in der Wade hatte der Belgier die Partie vorzeitig beenden müssen. Einen Grund, in einem Heimspiel gegen den SC Freiburg die Chance zu nutzen, Körper und Geist mal eine Pause zu gönnen, sah der 29-Jährige allerdings nicht. Es sei „alles okay“, sagte Witsel, das vernahm auch Lucien Favre mit großem Wohlwollen. Und natürlich stand Witsel gegen die Freiburger wieder auf dem Rasen.

In allen 20 Pflichtspielen zum Einsatz gekommen

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Denn Favre verzichtet äußerst ungern auf den Belgier. Witsel ist neben Marco Reus und Jadon Sancho einer von nur drei Spielern bei Borussia Dortmund, die in allen 20 bisherigen Pflichtspielen dieser Hinrunde zum Einsatz gekommen sind. Nur Reus (1676) kommt dabei auf mehr Einsatzminuten als Witsel (1545). Der bekam seine einzig nennenswerten Pausen bislang im DFB-Pokal gegen zwei Zweitligisten.

Die Neubesetzung der defensiven Zentrale hat sich Borussia Dortmund im Sommer eine Stange Geld kosten lassen. Je 20 Millionen Euro flossen vom Rheinlanddamm nach China zu TJ Quanjian und zu Werder Bremen, das Thomas Delaney nur ungern in den Westen ziehen ließ. Beim Dänen wird die Ablöse durch einige Bonuszahlungen sogar noch steigen.

Garant für defensive Stabilität

In der Summe also mehr als 40 Millionen Euro, doch das Geld, soviel ist nach dem ersten Saisondrittel schon sicher, ist gut angelegt. Witsel und Delaney, sie bilden die Herzkammer des neuen BVB-Mittelfeldes, sie bringen jeder für sich Elemente ins Dortmunder Spiel ein, die zusammengefügt ein Garant für defensive Stabilität sind.

„Er hat nicht nur defensiv Bälle erobert, sondern auch offensiv einige gute Pässe gespielt.“
Michael Zorc über Thomas Delaney

Hier der Arbeiter und Kämpfer Delaney, der Aggressivität und Mentalität mitbringt, da der Stratege Witsel, der Dortmunds Spiel Struktur und Ballsicherheit verleiht. „Es hat sich absolut gelohnt“, sagt auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc im Gespräch mit dieser Redaktion. Er bescheinigte vor allem Delaney beim 2:0 gegen den SC Freiburg eine „sehr gute“ Leistung. „Er hat nicht nur defensiv Bälle erobert, sondern auch offensiv einige gute Pässe gespielt.“ Herausragend der 35-Meter-Ball des 27-Jährigen, der messerscharf durch die Freiburger Kette schnitt und perfekt in den Laufweg von Achraf Hakimi kam (52.).

„Kein Wunder, dass er fast jede Minute spielt“

Witsel und Delaney, das passt zusammen. Die Verpflichtung des Belgiers war dabei der Meilenstein auf dem Weg zur Runderneuerung der Borussia, die in der vergangenen Saison anfällig für Konter war und zu oft uninspiriert nach vorne spielte. „Es ist kein Zufall, dass er fast jede Minute spielt“, sagt Zorc über den Mann mit dem markanten Wuschelkopf.

Bekommt Axel Witsel den Ball, weiß er damit immer etwas anzufangen. Nach 13 Bundesliga-Partien weist die Statistik eine 94-prozentige Passquote aus - das ist für einen defensiven Mittelfeldspieler, der nicht nur den sicheren Querpass spielt, ein herausragender Wert. Die große Stärke Witsels ist seine Fähigkeit, sich auch aus engen Umklammerungen und aggressivem Pressing des Gegners spielerisch zu befreien. Das sorgte auch gegen Freiburg für Raunen auf den Rängen und anerkennenden Beifall.

Arbeit im Verborgenen

Zusammen harmonieren die beiden Neuzugänge prächtig. Viel wird von der Dortmunder Offensive geschwärmt, von der Torgefahr eines Marco Reus, den Dribbelkünsten eines Jadon Sancho und natürlich von der Torquote des Edel-Jokers Paco Alcacer. Das Duo Witsel/Delaney verrichtet seine intensive Arbeit oftmals im Verborgenen - aber sie ist für den Teamerfolg eine unverzichtbare Basis.

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