Rechtsverteidiger Thomas Meunier fällt nach einem Schlag auf den Fuß gegen Arminia Bielefeld aus. © imago images/Revierfoto
Borussia Dortmund

Zahlreiche Ausfälle: Der BVB schlägt Alarm auf der Außenbahn

Guerreiro, Schulz und Meunier verletzt. Borussia Dortmund gehen die Außenverteidiger aus. In den kommenden Spielen muss Trainer Marco Rose improvisieren. Mehrere Optionen bleiben.

Zumindest das Schlimmste aller möglichen Szenarien konnte der Trainer ausschließen. „Wir spielen mit elf Mann“, kündigte Marco Rose an. „Wir werden einen finden, der Außenverteidiger spielen kann.“ Nach außen trägt der BVB-Coach das fast absurde Verletzungspech der Borussia („Wir wollen nicht jammern, sondern Lösungen suchen“) mit Fassung. Intern rauchen die Köpfe, wie die Borussia den Ausfall von gleich fünf Außenverteidigern auffangen kann.

BVB-Trainer Marco Rose gesteht: Hinten wird‘s dünn

Neben Mateu Morey (Reha nach Knie-OP) fallen nun gleichzeitig die beiden etatmäßigen Linksverteidiger Raphael Guerreiro und Nico Schulz (beide Muskelfaserriss) aus, rechts muss auch Thomas Meunier (Prellung) passen und pausieren. Rekonvaleszent Marcel Schmelzer spielt in den Planungen keine Rolle. „Da wird’s dünn“, sagt Rose. Er muss jetzt Ideen entwickeln und weniger berücksichtigte Spieler stark reden.

Aus dem immer noch hochwertig besetzten Kader lässt sich ein Außenverteidiger-Pärchen zusammenstellen, richtig überzeugend wirkt auf dem Papier kein Ansatz. Er habe Felix Passlack im Kader, der links und rechts spielen könne, Thorgan Hazard oder Marius Wolf. „Im Zweifel hat Manuel Akanji beim BVB mal als rechter Verteidiger angefangen“, erinnert sich Rose.

BVB-Offensivkraft Hazard spannende Option als Außenverteidiger

Noch gibt es Kandidaten, die auf der Außenbahn besser aufgehoben sind als der Schweizer Innenverteidiger und das Anforderungsprofil von Rose – stabil verteidigen, offensiv mit anschieben, hoch attackieren – eher erfüllen können. Wobei: Thorgan Hazard, eine spannende Option als Außenverteidiger in einer Fünferkette, wird vermutlich in der Offensive benötigt, wo ebenfalls das Personal knapp wird ohne Erling Haaland, Youssoufa Moukoko und Giovanni Reyna.

Welche Optionen bleiben?

Mehr als ein bloßes Gedankenspiel wäre die Umstellung auf eine Dreierkette. Kandidaten für die zentrale Abwehr gibt es genug (Hummels, Akanji, Pongracic, Can), diese Systemumstellung würde den offensiv stärkeren Außenverteidigern den Rücken freihalten. Dazu muss Rose jedoch abwägen, ob er bei so viel erzwungenen Personalwechseln auch noch die Struktur auf dem Platz gravierend verändern will. Das Spiel gegen den Ball dürfte sich bei Arminia Bielefeld im Wesentlichen auf intensives Gegenpressing und Konterabsicherung beschränken.

Felix Passlack Anwärter auf den Aushilfsjob des Linksverteidigers

Hinten links gehört Felix Passlack zu den Anwärtern auf den Aushilfsjob, dafür steht der 23-Jährige im Kader. Das Vertrauen des Trainers hat das Eigengewächs allerdings nur sehr dosiert gespürt zu Saisonbeginn (349 Spielminuten), seit dem 27. August stand er gar nicht mehr auf dem Platz. Ähnlich wie Passlack kann auch Marius Wolf auf beiden Seiten verteidigen, der sich auf der rechten Seite jedoch deutlich wohler fühlt. Im Gegensatz zu Passlack war Wolf seit Ende August in jedem Pflichtspiel mit von der Partie, allerdings nur einmal von Beginn an und insgesamt nur über 184 Minuten, verteilt auf zehn Spiele. Die Chance, sich zu beweisen, hat er sich allemal verdient.

Ehe Akanji nach außen rückt, käme als Alternative wohl eher Emre Can infrage. Der hinterließ wiederum nach seiner langen Verletzungspause vor allem beim 0:4 in Amsterdam keinen guten Eindruck und müsste eher sukzessive Wettkampfpraxis sammeln. Neuzugang Marin Pongracic kann auch auf der rechten Außenbahn auflaufen, doch auch er ist anderswo besser aufgehoben. Rose wird mit seinen Assistenten Alexander Zickler und Rene Maric tüfteln, am Ergebnis seiner Überlegungen hegt er erst einmal keine Zweifel: „Wir werden“, verspricht er, „in Bielefeld eine gute Mannschaft aufs Feld schicken.“

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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Jürgen Koers