Zoff nach zerplatztem Traum

Bundesliga-Finale

MÖNCHENGLADBACH Piotr Trochowski werden sie in Dortmund noch lange in schlechter Erinnerung behalten. Der Nationalspieler in Diensten des Hamburger SV zerstörte mit seinem Treffer zum 3:2-Sieg in der Nachspielzeit bei Eintracht Frankfurt am Samstag alle Dortmunder Chancen auf die Euro League-Qualifikation. Der BVB scheiterte beim 1:1 (0:0) in Gladbach aber auch an sich selbst und seiner Mutlosigkeit in den letzten 30 Minuten.

von Von Sascha Fligge

, 23.05.2009, 19:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dortmunds Nuri Sahin im Zweikampf mit Alexander Baumjohann.

Dortmunds Nuri Sahin im Zweikampf mit Alexander Baumjohann.

Die erste Hälfte auf dem Rasen war geprägt von der fast greifbaren Angst, entscheidende Fehler zu begehen. Gladbach rührte mit sieben defensiv orientierten Akteuren harten Beton an, Dortmunds Mittelfeld wiederum enttäuschte auf ganzer Linie. Kehl in Manndeckung Sebastian Kehl, auf Geheiß von VfL-Trainer Hans Meyer phasenweise allen Ernstes in Manndeckung genommen (!), fiel lange durch eine hohe Fehlpassquote auf, Regisseur Hajnal wurde von Tobias Levels völlig abgemeldet. Die linke BVB-Seite mit Nuri Sahin und Dede strahlte kaum Offensivdrang aus, rechts lief sich Jakub Blaszczykowski chronisch fest. In Gänze ein grausamer Langeweiler.

Die erste Hälfte auf dem Rasen war geprägt von der fast greifbaren Angst, entscheidende Fehler zu begehen. Gladbach rührte mit sieben defensiv orientierten Akteuren harten Beton an, Dortmunds Mittelfeld wiederum enttäuschte auf ganzer Linie. Kehl in Manndeckung Sebastian Kehl, auf Geheiß von VfL-Trainer Hans Meyer phasenweise allen Ernstes in Manndeckung genommen (!), fiel lange durch eine hohe Fehlpassquote auf, Regisseur Hajnal wurde von Tobias Levels völlig abgemeldet. Die linke BVB-Seite mit Nuri Sahin und Dede strahlte kaum Offensivdrang aus, rechts lief sich Jakub Blaszczykowski chronisch fest. In Gänze ein grausamer Langeweiler.

Dennoch hätte Dortmund früh in Führung gehen können, vielleicht sogar müssen: Nelson Valdez scheiterte zweimal freistehend an Gladbachs Torhüter Logan Bailly (6./10.). Auf der Gegenseite köpfte der Brasilianer Dante Baumjohanns Ecke an den langen Pfosten (44.). Ausrufezeichen eines Spiels, das weitgehend frei war von Höhepunkten.Dante trifft zum 1:0

In der zweiten Hälfte wurde Gladbach mutiger, verbarrikadierte sich nicht mehr und hatte Erfolg, als BVB-Manndecker Felipe Santana nach einem Duell im Seitenaus die Stabilität seines Kniegelenks überprüfte: Dante köpfte Baumjohanns Ecke zur 1:0-Führung ins Netz (57.). Der Borussia Park nun ein Tollhaus der Emotionen. Aber nur sieben Minuten lang: Pass Kehl in den Lauf von Blaszczykowski, und der Pole trifft aus 13 Metern – 1:1 (64.). Alles wieder offen.

Mit Mohamed Zidan (71., für Blaszczykowski) beabsichtigte Dortmund in der Schlussphase das Gaspedal durchzudrücken, doch Zwingendes produzierte der BVB in den finalen 20 Minuten der Saison nicht mehr. Wohl im Wissen um den 2:2-Zwischenstand in Frankfurt. Mutlos, ohne Esprit und Aktivität ließen die Gäste das Spiel dahinplätschern. „Hätten wir mit Mann und Maus gestürmt und noch ein Kontertor kassiert, wären wir doch zur Lachnummer geworden“, sagte Hajnal.Banges Warten

17.20 Uhr, Schlusspfiff in Gladbach. Banges Warten auf das Endergebnis aus Frankfurt. Dann kam es: 3:2 für den HSV. Die BVB-Profis sanken zu Boden. Eine Saison voller Inbrunst und Feuer fand für das Team von Trainer Jürgen Klopp ein tristes Ende. „Die Enttäuschung ist riesengroß“, urteilte Klopp: „Aber wir sollten bei aller Tragik die vielen positiven Seiten der Saison nicht vergessen.“

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