Zorc will BVB-Euphorie um Haaland nutzen: Haben in dieser Saison schon genug gebremst

rnBorussia Dortmund

Der BVB rückt näher an die Tabellenspitze heran - und Erling Haaland begeistert die Fans. Sportdirektor Michael Zorc will die Euphorie nutzen.

Dortmund

, 27.01.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Sahnehäubchen auf die Torte folgte am Tag danach. Als die BVB-Spieler am Samstagnachmittag die Beine ein wenig hochlegen durften, da rackerten sich die Spieler von RB Leipzig vergeblich ab. 0:2 bei Eintracht Frankfurt, der Tabellenführer ließ früh in der Rückrunde etwas überraschend Federn - und Borussia Dortmunds 5:1-Sieg gegen den 1. FC Köln schmeckte allen, die es mit Schwarzgelb halten, noch ein bisschen besser, als es abends zuvor ohnehin schon der Fall gewesen war.

BVB erfüllt die Grundvoraussetzungen für ein Comeback

Der BVB hat sich am 19. Spieltag - wie auch Borussia Mönchegladbach und Bayern München - ein bisschen näher an die Tabellenspitze herangerobbt. Aus sieben Punkten Rückstand auf Platz eins sind für Borussia Dortmund vier Zähler geworden - und auch wenn BVB-Sportdirektor Michael Zorc am Sonntag im Gespräch mit dieser Redaktion mit Nachdruck darauf verwies, dass jeder beim BVB bestens beraten sei, nur auf die eigene Leistung zu schauen, so machte er aus seiner aktuellen Zufriedenheit doch keinen Hehl. Er sei froh, sagte Zorc, „dass wir den Schwung des Auswärtssiegs in Augsburg mitgenommen haben“.

„Wenn wir so auftreten, sind wir schwer aufzuhalten.“
Michael Zorc

Der BVB hat damit eine der Grundvoraussetzungen für ein Comeback im Meisterschaftskampf erfüllt. Der Rückrundenstart ist geglückt - und der Blick auf das kommende Heimspiel gegen Union Berlin gibt durchaus Grund zur Hoffnung, dass Lucien Favres Mannschaft den Druck auf das Trio an der Tabellenspitze weiter hochhalten kann.

Doch es sind nicht nur die Punkteausbeute und der Blick auf den Spielplan, die den Optimismus größer werden lassen, dass die Meisterschale in der Rückrunde noch einmal in Griffweite rücken könnte. Da ist auch der überzeugende Auftritt gegen den Aufsteiger, der sogar noch deutlicher hätte ausfallen können. Ihm habe gefallen, meinte Zorc, „dass wir offensiv immer weiter auf Tore gegangen sind, aber auch, dass wir defensiv deutlich stabiler waren als in Augsburg“. Der BVB habe endlich die richtige Balance, die richtige Geduld im Spiel gehabt. „Wenn wir so auftreten, sind wir schwer aufzuhalten.“

Erling Haaland: Zorc gerät ins Schwärmen

Und dann ist da eben noch jener Erling Haaland. Der 19-jährige Norweger, der in seinen ersten beiden Spielen fünf Tore für den BVB erzielt und dafür nur 57 Minuten benötigt hat. Favre hatte ihn wie schon in Augsburg von der Bank gebracht, doch Haaland benötigte so gut wie keine Anlaufzeit, um dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken.

Zorc will BVB-Euphorie um Haaland nutzen: Haben in dieser Saison schon genug gebremst

BVB-Sportdirektor Michael Zorc sagt über Erling Haaland: „Er hat alles, was einen guten Stürmer ausmacht.“ © Kirchner Media

Zorc geriet am Sonntag, angesprochen auf den neuen BVB-Stürmer, regelrecht ins Schwärmen. „Es sieht ja gerade jeder, warum sich halb Fußball-Europa um Erling bemüht hat“, sagte Zorc. „Er hat alles, was einen guten Stürmer ausmacht. Und was auch da ist, und das ist das Besondere: Diese Robustheit, diese Athletik, diese Schnelligkeit, diese Mentalität. Der Junge ärgert sich über jede Flanke, die nicht reinkommt. Selbst im Training. Es macht einfach richtig Spaß, ihm bei der Arbeit zuzusehen.“

Der BVB will die Euphorie um Haaland nutzen

Er sehe daher auch keinen Grund, bei Haaland auf die Euphoriebremse zu treten. Im Gegenteil: „Ich habe kein Problem damit, die Euphorie, die gerade um den Jungen entsteht, sportlich zu nutzen und damit auch zu spielen. Warum sollen wir auf die Bremse treten? Wir haben in dieser Saison schon genug gebremst. Das heißt nicht, dass er alle zwei Tage Interviews geben muss, aber sportlich werde ich Erling bestimmt nicht sagen: Mach mal bitte langsam. Wie er auftritt, wie er die Fans mitnimmt, das ist top - und es wäre schön, wenn es so weitergeht.“ Eine Aussage, die nicht nur an Haaland adressiert war.

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