Wieder fit: BVB-Allrounder Marius Wolf (M.). © Groeger
Borussia Dortmund

Zwei weitere Ausfälle: Der BVB spielt in Wolfsburg gegen die Zweifel

Ausgebremst in Lissabon, Vollgas in Wolfsburg? Borussia Dortmund muss in der Bundesliga Wiedergutmachung betreiben. BVB-Trainer Marco Rose fehlen jedoch zwei weitere Spieler.

Zweifel haben die quälende Eigenart, dass sie, einmal gesät, immer wieder hervorschießen wie unerwünschtes Kraut im Garten. Sie nerven. Im ergebnisorientierten Fußball reicht manchmal eine Niederlage, um daran ausgedehnte Fehlentwicklungen festzumachen. Werden die eigenen Spieler beim BVB überschätzt? Bekommt der Trainer den Trend mit gutem Handwerk gestoppt? Handeln die Bosse so stringent, wie es für die proklamierten Ambitionen nötig wäre? Das Gute am Sport: Ein gegenteiliges Erlebnis hilft schnell, die Skeptiker wieder einzufangen. Womit wir bei Borussia Dortmunds Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg wären (Samstag, 15.30 Uhr, live auf Sky).

BVB-Trainer Rose will „einen anderen Spirit auf den Rasen bringen“

Nach der portugiesischen Pleitenacht rumort es in Dortmund. Drei Niederlagen in Serie in der Champions League lassen sich nicht als vereinzelter Betriebsunfall herunterspielen. „Das hat schon nachgewirkt, daran haben wir zu knabbern“, erklärte Trainer Marco Rose unumwunden. Dass der BVB international kaum wiederzuerkennen war, lag diesmal nicht an den neongelben Warnwesten. In den Analysen, die dankenswerterweise weit über das Argument der vielen Verletzungen hinausgehen, schwingt kurz vor dem Advent auch der Wunsch nach Besinnung auf das Wesentliche mit: Die Profis müssen liefern, schon heute beim VfL in der Autostadt, um vor dem Gastspiel des FC Bayern München kommende Woche etwas Vorfreude und Festtagsstimmung aufkommen zu lassen.

„Wir müssen“, fordert Rose, „als Mannschaft einen anderen Spirit auf den Rasen bringen. Von der ersten Minute an, nicht erst nach Rückschlägen.“ Mehr Einpeitscher im Team wären dem Trainer willkommen. „Wir sind möglicherweise auch in unserem Denken zu lax. Wir müssen uns auch gegenseitig scharf machen.“

Haaland könnte gegen Wolfsburg sein BVB-Blitzcomeback geben

Wie gerufen zeichnet sich, dazu passend, deutlich früher als für möglich erachtet die Rückkehr des Motivations-Boosters schlechthin ab: Erling Haaland – Torjäger, Mutmacher und Draufgänger in einem – stand am Freitag im Abschlusstraining wieder mit seinen Mannschaftskollegen auf dem Rasen. Er könnte, sofern der malade Hüftbeuger nicht wieder zickt, in Wolfsburg ein vorzeitiges Comeback geben. Haaland fühle sich gut, „maximal ein Kurzeinsatz“ sei denkbar, verriet Rose ungefragt.

Die herausragende Bedeutung des Mittelstürmers ist hinlänglich beschrieben. Mit ihm, das haben die vergangenen Wochen demonstriert, ist der BVB eine Klasse besser – und ohne ihn eben eine Klasse schlechter. Allein seine Anwesenheit bei der Mannschaftsfahrt in die Autostadt dürfte manche Mienen erhellen. Wer dabei vermutet, dass diese frohe Botschaft den Borussen nach dem blamablen ausscheiden aus der Königsklasse und entsprechenden Kritiken gut zupasskommt, liegt wohl nicht falsch.

BVB reist ohne Guerreiro und Moukoko nach Wolfsburg

Personell gibt es positive wie negative Rückmeldungen. Mahmoud Dahoud ist wieder voll einsatzfähig, auch Marius Wolf steht wieder parat. Neben Jude Bellingham (Prellung) müssen die Borussen beim wiedererstarkten VfL nach Informationen der Ruhr Nachrichten auch auf Raphael Guerreiro (muskuläre Probleme) und Youssoufa Moukoko (Augenentzündung) verzichten. In Wolfsburg bietet sich die Chance, „die Dinge wieder in unsere Richtung zu lenken“, gibt Rose vor. „Kompromisslosigkeit“ soll helfen, nach vier Niederlagen in den jüngsten fünf Auswärtsspielen (Gladbach, Amsterdam, Leipzig, Lissabon) diesen Trend umzukehren. Die Zweifel fahren mit nach Niedersachsen. Und Haaland auch.

So könnte der BVB gegen Wolfsburg spielen:

Kobel – Meunier, Akanji, Hummels, Can – Witsel – Dahoud, Brandt – Reus – Malen, Tigges

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BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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Jürgen Koers
BVB-Redaktion
Premium-Jahrgang 1981. Besetzte im Mittelfeld von Rot-Weiß Unna die Acht, bevor die Position überhaupt erfunden wurde. Studium der Germanistik und Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum, anschließend ablösefreier Wechsel zu Lensing Media. Im BVB-Team polyvalent einsetzbar.
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Florian Groeger

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