Mit 16 an der Uni, mit 21 auf dem Weg zum Doktor

rnStudium

Der Castrop-Rauxeler Frederic Stodt ist der jüngste Doktorand der Ruhr-Uni Bochum. In der Schule hat er zwei Klassen übersprungen, doch es gibt durchaus Fächer, die ihm nicht liegen.

Frohlinde

, 03.10.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Frederic Stodt ist mit 21 Jahren in einem Alter, in dem viele Menschen noch gar nicht wissen, wohin es beruflich gehen soll. Bei dem Castrop-Rauxeler ist das anders. Sein erstes juristisches Staatsexamen hat er bereits mit Prädikat abgeschlossen, nun arbeitet er an seiner Doktorarbeit. Hört sich alles ziemlich rekordverdächtig an – und das ist es auch: Stodt ist der jüngste Doktorand der Ruhr-Uni Bochum. Im Interview erklärt der 21-Jährige, wie es dazu kam – und dass er keineswegs nur am Schreibtisch sitzt.

Herr Stodt, wie kann man mit gerade mal 21 Jahren an der Doktorarbeit schreiben?

Mir ist die Schule relativ leicht gefallen, sodass ich zwei Klassen übersprungen und mein Abitur mit 16 gemacht habe. Danach habe ich direkt mit dem Jurastudium begonnen und auch das bis zum ersten Staatsexamen relativ zügig durchgezogen – in zehn Semestern. Und jetzt bin ich seit ein paar Wochen als Promotionsstudent eingeschrieben.

Das hört sich so an, als ob das Lernen bislang den größten Teil Ihres Lebens prägte.

Nein, ich glaube nicht, dass ich in der Schule mehr gelernt habe als andere. Gerade naturwissenschaftliche Fächer lagen mir einfach, meine Leistungskurse waren Mathe und Chemie. Das Studium forderte dann schon einen erheblich größeren zeitlichen Aufwand: Man musste Durchhaltevermögen zeigen und viel mehr lernen als in der Schule. Aber ich habe versucht, alles so zu legen, dass ich abends frei hatte und mit Freunden was machen konnte. Denn ich würde mich schon als sozialen Typ beschreiben.

Blieb da noch Zeit für andere Hobbys?

Ja, bis zum Ende der A-Jugend habe ich Fußball bei der BG Schwerin gespielt und früher zudem Judo gemacht. Ich brauchte den Sport als Ausgleich, und daran hat sich nicht viel geändert. Heute gehe ich aber ins Fitnessstudio oder jogge – das kann ich zeitlich flexibler legen.

An der Uni waren Sie mit 16 ja vermutlich der deutlich Jüngste. Ein komisches Gefühl?

Anfangs schon, denn die anderen Studenten fragten: Wie ist das möglich? Aber das war dann schnell normal. Für mich übrigens auch, schließlich war ich ja schon auf dem Adalbert-Stifter-Gymnasium immer mit Älteren zusammen.

Aber war es nicht umständlich, als nicht Volljähriger zu studieren?

Doch. Als 16-Jähriger war es sehr zeitaufwendig, um mit Bus und Bahn zur Universität und wieder zurück zu kommen. Ich wohne zwar noch immer in Frohlinde, aber mit dem Auto ist das inzwischen kein Problem mehr.

Wie sieht denn Ihr Tagesablauf aus und wie soll es mal weitergehen?

Die meiste Zeit bin ich an der Uni, nach dem Examen ist es etwas ruhiger geworden. Ich arbeite an der Doktorarbeit und habe zudem eine halbe Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Bis zum Doktor dauert es üblicherweise drei Jahre, danach folgt das zweite Staatsexamen. In welche Richtung es danach weitergeht, habe ich noch nicht entschieden. Das lass ich auf mich zukommen.

Und später: Familie oder Karriere?

Das eine schließt das andere nicht aus, dafür gibt es genügend Beispiele. Und irgendwann will ja fast jeder eine Familie gründen.

Sie sind sportlich, waren ein guter Schüler und schließen Ihr Studium voraussichtlich in Rekordzeit ab. Haben Sie eigentlich auch Schwächen?

Ja. Musik und Kunst – das kann ich gar nicht.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt