10 + 1 Fakten zur Firma Thimm in Castrop-Rauxel

Besuch in der Papierfabrik

116 Mitarbeiter sind in der Fabrik von Thimm Verpackungen in Merklinde beschäftigt – eine Firma, die im Gewerbegebiet bedeutender Arbeitgeber in Castrop-Rauxel ist. Hier sind zehn Fakten und Antworten auf zentrale Fragen rund um Thimm. Und eine amüsante Randnotiz.

CASTROP-RAUXEL

, 04.09.2017, 18:34 Uhr / Lesedauer: 3 min

1 Wer über die Brücke in der Werkshalle geht, der sieht kaum Menschen

Und das, obwohl hier 116 Mitarbeiter in drei Schichten fünf Tage die Woche arbeiten: Der Automatisierungsgrad, sagt Christian Gleichmann, der Chef hier im Werk, habe in den vergangenen 20 Jahren stark zugenommen. Heißt: Aus der Wellpappmaschine werden die Bögen auf Stapeln über Fließbänder in die Weiterverarbeitung gebracht – und da von Robotern gedreht, weitergehoben und verarbeitet.

Die Mitarbeiter überwachen und kontrollieren die Prozesse; und stoßen sie an. Gleichmann sagt: „Wir haben heute weniger Mitarbeiter als früher, aber einen deutlich höheren Umsatz.“ Und: „Wir haben kaum Arbeit für Geringqualifizierte – nur noch drei oder vier Stellen.“ Vor 20 Jahren, als er die Werksleitung übernahm, wäre die Zahl der Mitarbeiter etwa genauso hoch gewesen wie heute, die Produktion aber sei in etwa bei der Hälfte gewesen.

2 Drei Tonnen schwer sind die Papierrollen

Sie werden von LKW hier angeliefert und werden dann vom Lager aus in die Wellpappanlage eingespannt. 50 LKW-Ladungen an Fertigprodukten gehen pro Tag raus aus dem Werk, oder anders gesagt: 1,5 Millionen Verpackungen binnen 24 Stunden.

3 Die Wellpappanlage ist 120 Meter lang

Auf dieser Strecke wird aus dem Papier Wellpappe in unterschiedlichen Stärken hergestellt. Eine Anzeigetafel zeigt die aktuelle Betriebsgeschwindigkeit – als wir drauf schauen, läuft sie mit 238 Metern pro Minute bei zweieinhalb Metern Papierbreite.

4 Viele Mitarbeiter arbeiten in kurzen Hosen und T-Shirts

Auf der Strecke wird unter anderem Leim in die Papierbahnen eingebracht, um die Strukturen zu verkleben. Dazu braucht man einen Kessel, in dem Dampf erzeugt wird. Darum hat es in der Werkshalle über 25 Grad Lufttemperatur. Deshalb die leichte Kleidung.

5 Rund 80 Prozent des hier verarbeiteten Papiers ist Altpapier

„Das Nonplusultra des Recyclings“, sagt Werks-Chef Gleichmann. Auf der Wellpappmaschine gehen aber etwa 10 Prozent des Papiers als Makulatur verloren und werden zurück in die Papierwerke gebracht.

6 Wer die Halle betritt, muss die Hände desinfizieren

Zu rund 60 Prozent, sagt der Werksleiter, wird in Merklinde Verpackung für die Lebensmittelindustrie hergestellt. Das erfordert hohe Hygienestandards: Dreck darf hier auch in die Produktionslinie kommen: „Stellen Sie sich vor, im Schokoriegel wären Staub oder ein Splitter“, sagt Christian Gleichmann. Der Schokoriegel-Hersteller hätte ein großes Image-Problem, deutliche Absatzverluste, wenn sich das einmal herumspräche, und würde bei der Ursachensuche sicher auch auf die Lieferanten schauen.

7 Die Logistik übernimmt die Firma Logwin

„Unser Fokus liegt auf der Herstellung“, sagt Gleichmann. Auch wenn viele weiße Sattelzüge mit dem blauen Thimm-Logo durch die Region fahren: In ihnen stecken Thimm-Produkte, aber Personal von Logwin. Thimm beschäftigt aber einen Logistikmanager, der eng mit dem Dienstleister zusammenarbeitet.

8 Das Werk in Merklinde ist eines von mehreren Werten im In- und Ausland

Als das Werk 1972 eröffnet wurde, da war es der zweite Standort außerhalb des Stammwerks im niedersächsischen Northeim. Dann kamen weitere Werke in Deutschland hinzu, ab Mitte der 90er-Jahre die Expansion nach Osteuropa (Polen, Tschechien, Rumänien). Warum es heute noch deutsche Werke und gar den ganz neu erbauten Standort in Bayern gibt, erklärt Gleichmann mit dem Ziel, in Deutschland die Fläche mit regionalen Standorten abdecken zu können. „Man braucht die ‚Human Resources‘“, sagt Gleichmann in der typischen BWL-Sprache zur Begründung: „Die hat man nur, wenn man sich über 40 Jahre an einem Standort entwickeln konnte.“

Das habe man hier schon vor Jahrzehnten erkannt. „Es ist hier nicht wie in Osteuropa, wo alles für einen fertig ist und man auch noch Zuschüsse für die Ansiedlung bekommt“, sagt er. Aber die Zusammenarbeit mit der Stadt sei gut – auch wenn es manchmal aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen schwierig sei. „Ich nehme an, dass wir weiter expandieren werden – und das ginge sicher auch hier in Merklinde“, so Gleichmann.

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9 Thimm ist ein Familienunternehmen

Die Firma ist nicht an der Börse notiert und laut Gleichmann zu 100 Prozent im Besitz der Familie Thimm aus Northeim. „Dadurch wird hier nicht viel hin und her diskutiert, sondern gemacht“, sagt der Merklinder Werksleiter. Und: „Wir sind agiler und flexibler als die ganz großen Player.“ Die, so Gleichmann, hätten selbst Papierwerke und wären sehr abhängig vom Holzpreis – Thimm hingegen könne dort kaufen, wo die Qualität gut und der Preis günstig sei.

10 „Merklinde ist der ergebnis- und umsatzstärkste Standort im Unternehmen“

Aktuell. Es könnte sein, dass das neue Werk in Bayern Castrop-Rauxel bald diesen Rang abläuft. „Als ich 1997 Werksleiter wurde, war die Fabrik hier nicht wettbewerbsfähig“, fügt Gleichmann hinzu. Seit 2005 wurden 25 Millionen Euro allein am Standort Castrop-Rauxel investiert.

10 + Fun-Fact: Die beste Fußballmannschaft der Thimm-Gruppe kommt aus Merklinde

Den „Cup D‘Schlapp“, so heißt das Turnier, das ab und an ausgerichtet wird, gewann die Mannschaft um Azubi Dennis Vedder zuletzt. In der Kantine hängt ein großes Foto. Das bedeutet: Das nächste Turnier wird in Merklinde ausgerichtet.

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